Die Vereinbarung zeigt, wie die Pharmabranche KI immer stärker in Forschung und Entwicklung einbindet, um die Entdeckung neuer Medikamente zu beschleunigen.
Novo, früher Novo Nordisk, der dänische Pharmakonzern hinter dem Medikament Ozempic, arbeitet künftig mit Anthropic zusammen. Ziel ist, mit Hilfe künstlicher Intelligenz neue Arzneimittel schneller zu entwickeln.
„Die Zusammenarbeit mit Anthropic wird unsere F&E-Organisation enorm stärken und uns unserer Mission näherbringen, Menschen mit chronischen Krankheiten neue, transformative Gesundheitslösungen zu bieten“, sagte Mike Doustdar, Präsident und CEO von Novo, in einer Pressemitteilung (Quelle auf Englisch) am Mittwoch.
Der Pharmariese will die Modelle von Anthropic und Claude Science nutzen, um die wissenschaftliche Arbeit in Forschung und Entwicklung voranzubringen, teilte das Unternehmen mit.
Die KI-Werkzeuge sollen nach Angaben des Novo-Chefs nicht nur die Produktivität der F&E-Abteilung steigern. Sie eröffneten „völlig neue wissenschaftliche Chancen“ und könnten helfen, das Verständnis der menschlichen Biologie und der Wirkweise von Medikamenten zu vertiefen.
„Die wachsenden Fähigkeiten der KI eröffnen die Chance, einen Jahrhundertumfang biologischer und medizinischer Durchbrüche in ein Jahrzehnt zu komprimieren“, sagte Dario Amodei, Mitgründer und CEO von Anthropic.
Er ergänzte, dass sich durch den Zugang führender Forschender zu sicheren, leistungsfähigen und verlässlichen Spitzenmodellen Forschungszeiten verkürzen lassen. Außerdem könnten Ergebnisse verbessert und neue Medikamente sowie Therapien entdeckt werden, die die Lebensqualität der Menschen deutlich steigern.
Die Partnerschaft ist Teil einer breiteren KI-Offensive von Novo, die die Arzneimittelforschung beschleunigen soll. Der Konzern nutzt bereits OpenAIs Wissenschaftsmodell GPT-Rosalind, nachdem im April eine Vereinbarung geschlossen wurde, um mit fortgeschrittener KI komplexe Datensätze zu analysieren, potenzielle Wirkstoffe zu identifizieren und die Zeit zwischen Forschung und Zugang für Patientinnen und Patienten zu verkürzen.
Im Jahr 2024 tat sich die Novo-Nordisk-Stiftung mit Nvidia und dem dänischen Export- und Investitionsfonds EIFO zusammen, um das Danish Centre for AI Innovation zu gründen. Dort betreibt das Zentrum Gefion, Dänemarks ersten KI-fähigen Supercomputer.
Auch Anthropic baut sein Engagement im Bereich Life Sciences aus. Im Mai 2026 gab das Tech-Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Bristol Myers Squibb bekannt, um Claude unternehmensweit in Forschung, klinischer Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Verwaltung einzusetzen.