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Revolut-Kunden in Großbritannien: Hacker geben sich als Behörde aus

Revolut setzte anfangs ganz auf Währungsumtausch und Überweisungen per Smartphone. Später kam ein breites Angebot weiterer Finanzdienste dazu.
Revolut setzte anfangs auf Devisentausch und Überweisungen per Smartphone, ehe das Unternehmen sein Angebot um weitere Finanzdienste erweiterte. Copyright  Revolut
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Von Roselyne Min
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Nach Angaben eines mit dem Vorgang vertrauten Insiders sind rund 680 Revolut-Kundinnen und -Kunden in mehreren europäischen Staaten betroffen.

Bei der Digitalbank Revolut sind personenbezogene Daten von Hunderten europäischen Kundinnen und Kunden in die Hände von Hackern geraten. Diese hatten sich gegenüber der Bank als staatliche Behörde ausgegeben, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

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Revolut erklärte, man habe einen „raffiniert ausgeführten externen Identitätsbetrug“ entdeckt. Eine nicht autorisierte Drittpartei nutzte demnach eine E-Mail-Adresse aus der Domain einer echten Regierungsbehörde, um gefälschte Anfragen nach Kundendaten zu versenden.

Nach Informationen der „Financial Times“ führten italienische Hacker den Angriff aus. Sie sollen ein kompromittiertes E-Mail-Konto einer italienischen Regierungsbehörde genutzt haben, um sich als Beamte auszugeben und Kundendaten anzufordern.

Die Angreifer erbeuteten unter anderem Adressen, Verifizierungsfotos, Ausweisdokumente sowie Informationen über die Bitcoin-Aktivität der Betroffenen.

Eine mit dem Vorgang vertraute Person sprach von rund 680 Revolut-Kundinnen und -Kunden in mehreren europäischen Ländern, die betroffen waren.

Revolut ist ein britisches Unternehmen. Die europäischen Bankgeschäfte sind rechtlich in Litauen angesiedelt und dort lizenziert. Nach Unternehmensangaben nutzen mehr als 50 Millionen Menschen in Europa die Dienste von Revolut.

Nach Angaben der Bank blieben die eigenen Systeme und die Kundengelder „unangetastet“. Revolut habe alle Betroffenen informiert und Unterstützung angeboten.

„Sobald wir den Vorfall erkannt hatten, blockierten wir die Adresse umgehend und informierten die zuständige Behörde sowie Strafverfolgungsbehörden, Datenschutz- und Finanzaufsichtsstellen“, teilte Revolut mit.

Die britische Datenschutzbehörde, das Information Commissioner’s Office, bestätigte den Eingang einer Meldung zu dem Vorfall und prüft nach eigenen Angaben die übermittelten Informationen.

Revolut: Europas Fintech-Einhorn auf Expansionskurs

Der Vorfall ereignet sich in einer Phase, in der Revolut seine Präsenz im globalen Bankensektor weiter ausbaut – mehr als zehn Jahre nach der Gründung im Jahr 2015 als Fintech-Start-up.

Bei einem Anteilsverkauf im Juli wurde das Unternehmen mit 115 Milliarden Dollar (98,7 Milliarden Euro) bewertet.

Im März erhielt Revolut die lange erwartete Banklizenz im Heimatmarkt Großbritannien. Damit entfielen Beschränkungen, die den Wettbewerb mit etablierten Filialbanken bislang einschränkten. Im August folgte eine vollständige französische Banklizenz.

In diesem Monat erhielt Revolut zudem eine vorläufige Zulassung für eine US-Banklizenz. Am Dienstag stellte das Unternehmen außerdem einen Antrag auf eine Banklizenz in der Schweiz.

Ursprünglich verdiente Revolut sein Geld vor allem mit währungsübergreifendem Zahlungsverkehr und Geldtransfers per Smartphone-App. Später kamen weitere Finanzdienstleistungen hinzu.

Heute hat das Unternehmen weltweit mehr als 80 Millionen Kundinnen und Kunden und peilt 100 Millionen Nutzerinnen und Nutzer in 100 Ländern an.

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