Die Filmikone Brigitte Bardot, die Ende Dezember mit 91 Jahren verstarb, ist an diesem Mittwoch in Saint-Tropez beerdigt worden. Eine schlichte Messe und Beisetzung mit ausgewählten Gästen in privatem Rahmen.
Um die tausend Prominente und Fans sind nach Saint-Tropez gekommen, um Brigitte Bardot eine letzte Hommage zu erweisen. Nach dem letzten Geleit auf der Straße wurde der einstige Star des französischen Kinos "ohne Chichi", ohne großes Gehabe,im privaten Kreise beigesetzt. Die Messe für "BB", die am 28. Dezember im Alter von 91 Jahren verstarb, begann um 11 Uhr in dem einstigen kleinen Mittelmeerdorf, das sie zu ihrem Leidwesen in die erste Reihe des internationalen Jetsets katapultiert hatte.
Der Gottesdienst und die Beisetzung waren den Gästen der Familie und der Stiftung Brigitte Bardot vorbehalten, die mit einem Schiffsshuttle zu einem großen, für die Öffentlichkeit gesperrten Bereich gebracht wurden.
Die Stiftung kündigte eine Zeremonie "ohne Chichi" an, ganz im Sinne von BB, die sich 1973 auf dem Höhepunkt ihres Ruhms aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hatte, um ein Leben im Dienste der Tiere zu führen. Nach dem Gottesdienst wurde sie auf dem Seefriedhof von Saint-Tropez beigesetzt, wo auch ihre Eltern und ihr Ex-Mann Roger Vadim begraben sind.
Bardots Sohn Nicolas Charrier war mit seiner Familie anwesend, ebenso zahlreiche Prominente wie Michel Drucker, Mireille Mathieu, Chantal Ladesou, Jean-Luc Reichmann und Paul Belmondo und Walschützer Paul Watson.
Auf politischer Seite spaltete Bardot, die mehrfach wegen rassistischer und homophober Äußerungen verurteilt wurde, die Geister. Die Regierung wurde von Aurore Bergé, der beigeordneten Ministerin für die Gleichstellung von Frauen und Männern, vertreten. Marine Le Pen und Nicolas Dupont-Aignan hatten ebenfalls ihr Kommen in "freundschaftlicher" Absicht angekündigt.
Hunderte Menschen gaben dem Trauerkonvoi durch die Stadt das letzte Geleit und verfolgten die Beerdigung live auf einem Großbildschirm. Die Alarmsirenen von Saint-Tropez ertönten als letzte Ehrerbietung.
Der Sarg aus geflochtener Weide in der Farbe von Treibholz und mit ländlichen Blumen geschmückt, kam um 11.15 Uhr in der Kirche an. Der Pfarrer von Saint-Tropez zelebrierte die Messe und bat die Gemeinde, keine Bilder zu machen.
In der Kirche Notre-Dame de l'Assomption erklang die Filmmusik von Georges Delerue aus dem Film Le Mépris (Die Verachtung, 1963) von Jean-Luc Godard, in dem Brigitte Bardot und Michel Piccoli die Hauptrollen spielten. Während der Zeremonie sang auch Mireille Mathieu das Lied Panis Angelicus a cappella und Vincent Niclo Ave Maria.
Der Sarg verließ die Kirche Notre-Dame-de-l'Assomption um 12.40 Uhr mit dem Lied Toutes les bêtes sont à aimer im Hintergrund.
Bardot starb, wie ihr Ehemann Bernard d'Ormale am Abend zuvor in einem Interview mit Paris Match mitteilte, an Krebs. An welcher Krebserkrankung sie litt, gab er nicht bekannt. Zwei Operationen habe sie gut überstanden.
Max Guazzini, Generalsekretär der Brigitte-Bardot-Stiftung, würdigte "Brigitte, diese Frau aller Kämpfe" mit herzlichen Worten. "Sie ist mit ihren Tieren zusammen, sie ist glücklich (...), Brigitte sprach aus ihrem Herzen. Wir haben alle von ihr geträumt. Sie hatte eine Schönheit, die Charakter hatte."