Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

EU-Kommissar Dombrovskis im Interview: Iran-Eskalation riskiert Stagflation für Europa

Valdis Dombrovskis, EU-Kommissar für Wirtschaft und Produktivität
Valdis Dombrovskis, EU-Kommissar für Wirtschaft und Produktivität Copyright  Euronews
Copyright Euronews
Von Maria Tadeo
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis warnt, dass Intensität und Dauer des Iran-Kriegs die wirtschaftlichen Folgen für Europa bestimmen werden. Gleichzeitig hat eine internationale Koalition der größten Freigabe strategischer Ölreserven der Geschichte zugestimmt, um die Energiemärkte zu stabili

EU-Kommissar Valdis Dombrovskis warnt vor einer möglichen Stagflation für Europas Wirtschaft, sollte der Konflikt im Nahen Osten weiter eskalieren. Im Interview mit Euronews sagte er, die EU prüfe bereits Maßnahmen, um die Folgen steigender Energiepreise abzufedern.

WERBUNG
WERBUNG

Die iranischen Angriffe auf Golfstaaten und die Blockade der Straße von Hormus haben die globalen Energiemärkte erschüttert und den Ölpreis auf über 100 Dollar pro Barrel steigen lassen. Die Unsicherheit über die US-israelische Militäraktion – ihre Ziele und ihren Zeitplan – verstärkt die Schwankungen zusätzlich. US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Angriff widersprüchlich sowohl als Krieg als auch als "Ausflug".

"Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden davon abhängen, wie lange der Konflikt andauert und wie weit er sich ausbreitet", sagte Valdis Dombrovskis in der Euronews-Morgensendung "Europe Today".

Sollte der Konflikt länger anhalten und zu weiteren Unterbrechungen von Öl- und Gaslieferungen führen, könnte dies einen stagflationären Schock für die europäische Wirtschaft auslösen, warnte er. In diesem Fall würden die Preise stark steigen, während das Wirtschaftswachstum ins Stocken geriete.

Am Mittwoch einigte sich eine Gruppe von 32 Ländern, darunter die Vereinigten Staaten sowie die G7-Mitglieder Deutschland und Frankreich, auf die Freigabe strategischer Ölreserven in Höhe von 400 Millionen Barrel. Ziel ist es, den Markt zu stabilisieren. Die Internationale Energieagentur (IEA) sprach von Herausforderungen für den globalen Ölmarkt von "noch nie dagewesenem Ausmaß".

Dombrovskis begrüßte die Entscheidung. Der Schritt werde dem Markt in einer für die globale Stabilität gefährlichen Phase "erhebliche Mengen" Öl zuführen. Dennoch überschritt der Ölpreis am Donnerstag zum zweiten Mal in dieser Woche die Marke von 100 Dollar pro Barrel. Hintergrund sind weitere iranische Angriffe auf Energieinfrastruktur in der Region.

"Der Iran hat über Nacht ein großes Öllager im Oman angegriffen und nimmt weiterhin Energieinfrastruktur ins Visier. Außerdem haben die freigegebenen Reserven den Markt noch nicht erreicht", sagte Dombrovskis. "Das erklärt die derzeitige Volatilität."

Auf die Frage, ob die USA einen Plan für die nächsten Phasen des Krieges hätten, erklärte Dombrovskis, Europa sei darüber nicht informiert worden. Priorität habe derzeit die Deeskalation.

"Es gab keine vorherigen Konsultationen vor dem Angriff. Jetzt kommt es darauf an, schnell auf eine Deeskalation des Konflikts hinzuarbeiten. Wir stehen dazu auch mit Ländern der Region im Gespräch", sagte er.

Nach einem G7-Treffen am Mittwoch, zu dem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eingeladen hatte, bekräftigte die Gruppe ihre Verteidigungszusagen für die Golfstaaten. Diese tragen derzeit die Hauptlast der iranischen Angriffe auf US-Militärstützpunkte, aber auch auf zivile Infrastruktur wie Flughäfen und Hotels.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Was die EU gegen teure Öl- und Strompreise tun will - Energiekommissar packt aus

EU-Kommissar Dombrovskis im Interview: Iran-Eskalation riskiert Stagflation für Europa

Europe Today: EU-Kommissar Dombrovskis zu Iran-Krieg und Ukraine