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Deutschland richtet Rat für Rückgabe kolonialer Kulturgüter ein

Benin-Bronzen im Linden-Museum Stuttgart, aufgenommen 2022, kurz vor dem Abkommen zwischen Deutschland und Nigeria über ihre Rückgabe.
Benin-Bronzen im Linden-Museum Stuttgart, aufgenommen 2022, kurz vor dem Abkommen zwischen Deutschland und Nigeria zur Rückgabe der Bronzen. Copyright  Bernd Weissbrod/dpa via AP
Copyright Bernd Weissbrod/dpa via AP
Von Anushka Roy
Zuerst veröffentlicht am
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Deutschland richtet Rat ein: Geraubte Kulturgüter und menschliche Gebeine aus früheren Kolonien sollen systematisch zurückgegeben werden.

Deutschland will eine neue Stelle schaffen. Sie soll Kunstwerke, Kulturgüter und menschliche Gebeine zurückführen, die in kolonialen Zusammenhängen in das Land gelangt sind.

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Der geplante „Koordinierungsrat für die Rückgabe von Kulturgut und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten“ soll Vertreterinnen und Vertreter der Bundesregierung, der sechzehn Bundesländer sowie verschiedener Kommunen zusammenbringen.

„Ziel ist es, Rückgabeprozesse so transparent wie möglich zu machen und die Kommunikation mit internationalen Partnern zu koordinieren“, heißt es in einer Mitteilung des Auswärtigen Amts. Die Erklärung folgte auf ein Spitzentreffen in Berlin in der vergangenen Woche.

Seit einer Vereinbarung zwischen Bund und Ländern aus dem Jahr 2019 arbeitet Deutschland verstärkt daran, Objekte aus öffentlichen Sammlungen zu restituieren, die in kolonialen Kontexten unrechtmäßig entwendet wurden.

In jüngster Zeit haben Länder wie Kamerun, Tansania, Ghana und Togo Rückgabekommissionen eingerichtet. Sie stehen mit Deutschland in Kontakt, um unterschiedliche Objekte in ihre Herkunftsstaaten zurückzubringen.

ARCHIV: Vertreterinnen und Vertreter Deutschlands und Nigerias stehen nach der Unterzeichnung eines Abkommens im Jahr 2022 in Berlin neben zwei Benin-Bronzen.
ARCHIV: Vertreterinnen und Vertreter Deutschlands und Nigerias stehen nach der Unterzeichnung eines Abkommens im Jahr 2022 in Berlin neben zwei Benin-Bronzen. AP Photo/Markus Schreiber

Im Jahr 2022 reiste die damalige Außenministerin Annalena Baerbock nach Nigeria und übergab die ersten zwanzig Benin-Bronzen aus fünf deutschen Sammlungen. Die Skulpturengruppe aus Nigeria umfasst verzierte Reliefplatten, Gedenkköpfe und persönliche Schmuckstücke, unter anderem.

„Wir machen einen längst überfälligen Schritt. Er wird nicht alle Wunden der Vergangenheit heilen“, sagte Baerbock zur Rückgabe der Bronzen 2022. „Aber gemeinsam mit Ländern, Städten und Museen zeigen wir, dass Deutschland es ernst damit meint, seine dunkle koloniale Geschichte aufzuarbeiten.“

Britische Truppen hatten die Bronzen im neunzehnten Jahrhundert aus Nigeria geraubt. Einige Stücke wurden später von deutschen Sammlerinnen und Sammlern bei Auktionen in London erworben, so das Auswärtige Amt.

Mit dem neuen Koordinierungsrat wolle Deutschland „ein wichtiges Signal senden, dass wir es mit der Aufarbeitung unserer kolonialen Vergangenheit ernst meinen“, sagte Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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