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Keir Starmer zeigt sich besorgt über Kanye-West-Konzerte – Sponsoren springen ab

Keir Starmer zeigt sich sehr besorgt über geplante UK-Konzerte von Kanye „Ye“ West: Festivals verlieren Sponsoren
Keir Starmer warnt vor Kanye-„Ye“-West-Konzerten in Großbritannien – Festivalsponsoren steigen aus Copyright  AP Photo
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Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
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Rapper Kanye „Ye“ West, wegen antisemitischer Äußerungen umstritten, soll beim britischen Wireless Festival an allen drei Abenden auftreten. Der Premier warnt, erste Großsponsoren ziehen sich zurück.

Nach der Veröffentlichung seines zwölften Studioalbums „Bully“ steht fest: Der amerikanische Rapper und Dauerprovokateur Kanye „Ye“ West übernimmt in diesem Sommer an allen drei Abenden den Headliner-Slot beim Wireless Festival im Finsbury Park.

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Die drei Juli-Termine werden als dreitägige Reise durch seine „ikonischsten Songs“ angekündigt.

Die Auftritte wären Wests erste Shows im Vereinigten Königreich seit mehr als zehn Jahren. In London würde er erstmals seit seinem Wireless-Auftritt 2014 wieder ein Festival als Headliner anführen.

Doch schon jetzt regt sich Widerstand, denn Wests geplante Präsenz im Vereinigten Königreich sorgt für deutliche Kontroversen.

Premierminister Keir Starmer hat das Wireless Festival dafür kritisiert, Kanye West als Headliner einzuladen, und die Verpflichtung als „besorgniserregend“ bezeichnet.

„Es ist zutiefst beunruhigend, dass Kanye West trotz seiner früheren antisemitischen Äußerungen und der Verherrlichung des Nationalsozialismus für einen Auftritt beim Wireless gebucht wurde“, sagte er. „Antisemitismus ist in jeder Form abscheulich und muss überall dort klar und entschieden zurückgewiesen werden, wo er auftritt.“

Er fügte hinzu: „Alle tragen Verantwortung dafür, dass Großbritannien ein Land ist, in dem sich Jüdinnen und Juden sicher und geschützt fühlen.“

Die Entscheidung, West in diesem Sommer als Headliner auftreten zu lassen, stößt auch bei verschiedenen Gruppen auf Kritik, darunter beim Jewish Leadership Council und der Campaign Against Anti-Semitism. Der Jewish Leadership Council nannte die Verpflichtung Wests „zutiefst verantwortungslos“.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan kritisierte die Buchung ebenfalls und erklärte: „Wir sind klar der Ansicht, dass die früheren Äußerungen und Handlungen dieses Künstlers verletzend und falsch sind und die Werte Londons nicht widerspiegeln.“

Die Äußerungen, auf die Khan anspielt, würden mehrere dicke Bände füllen.

West fiel ab 2022 mit antisemitischen Aussagen auf. Er veröffentlichte eine Reihe beleidigender Kommentare in sozialen Netzwerken und wurde daraufhin sowohl bei X als auch bei Instagram gesperrt. Der Musiker wurde von seiner Talentagentur fallen gelassen, und Modekonzerne wie Adidas und Balenciaga gingen ebenfalls auf Distanz zu West.

West veröffentlichte anschließend ein Foto von Kutten des Ku-Klux-Klan, nahm seine frühere Entschuldigung bei der jüdischen Gemeinschaft zurück, erklärte sich selbst zum „Nazi“ und behauptete, er habe„Macht über seine Ehefrau“.

Im Februar 2025 begann West, T-Shirts mit Hakenkreuzen zu verkaufen, und im Mai veröffentlichte er einen Song mit dem Titel „Heil Hitler“, in dem er den NS-Diktator pries. In der Folge wurde ihm das Visum für die Einreise nach Australien entzogen, und in Brasilien drohte ihm die sofortige Festnahme.

Inzwischen hat sich West für seine Taten entschuldigt und zu Jahresbeginn eine ganzseitige Anzeige im „Wall Street Journal“ geschaltet, um sich für seine früheren antisemitischen Kommentare zu entschuldigen. Darin spricht er von einer „vier Monate langen manischen Episode mit psychotischem, paranoidem und impulsivem Verhalten“ und sagt, er habe „den Kontakt zur Realität verloren“.

Trotzdem bezweifeln viele den Zeitpunkt seiner Entschuldigung, nicht zuletzt wegen der gleichzeitigen Veröffentlichung von „Bully“. Seine früheren Aussagen haben dazu geführt, dass mehrere Länder seine Auftritte untersagt haben. Jüngstes Beispiel ist Frankreich: Der Bürgermeister der südfranzösischen Stadt Marseille, der zweitgrößten Stadt des Landes, erklärte, er wolle West seiner Stadt nicht auch nur im Entferntesten nahekommen lassen.

Für Wests geplante Auftritte im Vereinigten Königreich kommt nun weitere Unsicherheit hinzu: Mehrere Festival-Sponsoren ziehen sich zurück – darunter auch Hauptsponsor Pepsi. Das Festival firmierte offiziell als „Pepsi MAX Presents Wireless“, eine Partnerschaft, die seit 2015 bestand.

Ein Sprecher von Pepsi sagte: „Pepsi hat beschlossen, sein Sponsoring des Wireless Festival zu beenden.“

Der Spirituosenkonzern Diageo, zu dem unter anderem Johnnie Walker und Captain Morgan gehören, teilte am Sonntagabend mit, dass auch er sich zurückgezogen habe.

Ein Sprecher erklärte: „Wir haben die Organisatoren über unsere Bedenken informiert, und nach jetzigem Stand wird Diageo das Wireless Festival 2026 nicht sponsern.“

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wirbt die Website des Wireless Festival (Quelle auf Englisch) jedoch weiterhin mit West als Headliner und führt Pepsi nach wie vor als Sponsor auf.

„Pepsi MAX presents Wireless kehrt vom zehnten bis zwölften Juli 2026 in den Finsbury Park zurück“, heißt es auf der Startseite.

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