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"Blockiert den Deal": Tausende Branchenprofis protestieren gegen Paramount-Warner-Fusion

Hollywood-Stars gegen Paramount-Warner-Deal: A-Promis wollen Fusion stoppen
„Stopp der Fusion“: Hollywood-Stars gegen Paramount-Warner-Deal Copyright  AP Photo
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Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
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In einem offenen Brief protestieren mehr als 1.000 Film- und TV-Stars wie Joaquin Phoenix, Emma Thompson und Javier Bardem gegen die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance.

Ende Februar einigte sich Paramount Skydance auf eine Übernahme von Warner Bros. Discovery, nachdem Netflix sein Gebot für den Konzern zurückgezogen hatte. Viele werteten den geplanten Zusammenschluss als düstere Nachricht für das Kino.

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Kommt der Deal im Volumen von rund 111 Milliarden Dollar zustande, würden zwei der bedeutendsten Studios in Hollywood unter einem Dach landen. Die Zahl der großen US-Filmstudios schrumpfte damit auf vier. Viele Branchenbeobachter erwarten sinkende Qualität und einen massiven Stellenabbau.

Paramount-Chef David Ellison betont, die Vereinbarung sei gut für die kreative Gemeinschaft. Ellison und sein Vater Larry Ellison pflegen jedoch enge Kontakte zu Donald Trump. Kritiker fürchten deshalb, dass nach der Fusion weniger Filme wie die jüngsten Oscar-Gewinner One Battle After Another und Sinners entstehen – beide Warner-Bros.-Produktionen, die sich klar politisch positionieren und Themen aufgreifen, die Trump missfallen würden.

Inzwischen haben mehr als tausend Film- und TV-Stars sowie Kreative, darunter Joaquin Phoenix, Jane Fonda, Bryan Cranston, Laura Poitras, Javier Bardem, David Fincher, Denis Villeneuve, Mark Ruffalo, Emma Thompson und Yorgos Lanthimos, einen offenen Brief gegen die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance unterzeichnet.

„Wir sind zutiefst besorgt über Signale der Unterstützung für diese Fusion, die die Interessen einer kleinen Gruppe mächtiger Anteilseigner über das breite öffentliche Interesse stellen“, heißt es in dem Schreiben, das auf der Website BlocktheMerger.com (Quelle auf Englisch) veröffentlicht wurde. „Die Integrität, Unabhängigkeit und Vielfalt unserer Branche würden schwer beschädigt. Wettbewerb ist grundlegend für eine gesunde Wirtschaft und eine gesunde Demokratie. Genauso wichtig sind durchdachte Regulierung und konsequente Durchsetzung.“

Der Brief argumentiert, dass die „Medienkonzentration bereits eine von Amerikas wichtigsten globalen Industrien geschwächt hat – eine Branche, die seit Langem Kultur prägt und Menschen weltweit verbindet“. Am Ende fordern die Unterzeichner, für die „bedeutendste Exportbranche“ der USA müsse eine „lebendige Zukunft“ gesichert werden.

Scrollen Sie nach unten, um den vollständigen Brief zu lesen.

Paramount reagierte mit einer schriftlichen Stellungnahme:

„Wir hören die Bedenken in unserer kreativen Gemeinschaft, wir verstehen sie und respektieren das Engagement, Kreativität zu schützen und zu stärken.

Als Kreative wissen wir zugleich aus eigener Erfahrung, dass unsere Branche derzeit starke Umbrüche erlebt. Der Bedarf an starken, kreativ ausgerichteten und gut kapitalisierten Unternehmen, die weiter in Geschichten investieren, ist größer denn je.

Diese Transaktion vereint komplementäre Stärken und schafft ein Unternehmen, das mehr Projekte anstoßen, mutige Ideen stützen, Talente in allen Phasen ihrer Laufbahn begleiten und Geschichten wirklich weltweit zu ihrem Publikum bringen kann. Zugleich entsteht mehr Wettbewerb, weil mehrere große Anbieter in kreative Talente investieren.

Wir haben unsere Zusagen klar formuliert: Wir wollen den Output auf mindestens dreißig hochwertige Spielfilme pro Jahr mit regulärem Kinostart erhöhen, Inhalte weiterhin lizenzieren und ikonische Marken mit unabhängiger kreativer Leitung bewahren. So entstehen für Kreative mehr Wege, ihr Werk zu zeigen, nicht weniger.

Wir verstehen die Sorgen, die aus den Verwerfungen durch Covid, den Einstieg der Tech-Giganten und das veränderte Verhalten des Publikums resultieren. Doch wir versprechen Folgendes: Paramount bleibt Talenten zutiefst verpflichtet. Diese Fusion stärkt die Wahlmöglichkeiten der Zuschauerinnen und Zuschauer und den Wettbewerb und schafft neue Chancen für Kreative, für das Publikum und für die Gemeinden, in denen sie leben und arbeiten.“

Die Aktionärinnen und Aktionäre müssen dem Deal noch in diesem Monat zustimmen. Auch die zuständigen Behörden müssen ihre Genehmigung erteilen.

Hier der offene Brief im Wortlaut:

„Als Filmemacherinnen und Filmemacher, Dokumentaristinnen und Dokumentaristen sowie Fachleute der Film- und Fernsehbranche erklären wir unsere unmissverständliche Ablehnung der geplanten Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery.

Dieser Zusammenschluss würde eine ohnehin stark konzentrierte Medienlandschaft weiter verdichten und den Wettbewerb verringern – in einem Moment, in dem unsere Branchen und ihr Publikum sich das am wenigsten leisten können. Die Folgen wären weniger Chancen für Kreative, weniger Arbeitsplätze in der gesamten Produktionskette, höhere Kosten und weniger Auswahl für Zuschauerinnen und Zuschauer in den USA und weltweit. Besonders alarmierend: Durch diese Fusion gäbe es nur noch vier große US-Filmstudios.

Unsere Branche steht bereits stark unter Druck, vor allem wegen früherer Wellen der Konsolidierung. Wir beobachten einen deutlichen Rückgang bei Zahl und Vielfalt der produzierten und ausgewerteten Filme. Gleichzeitig verengt sich das Spektrum der Geschichten, die finanziert und vertrieben werden. Immer häufiger entscheidet eine kleine Gruppe mächtiger Konzerne, was überhaupt produziert wird – und zu welchen Bedingungen. Für Kreative und unabhängige Unternehmen bleiben nur noch wenige tragfähige Wege, ihre Arbeit dauerhaft zu finanzieren.

Die Konzentration im Medienbereich hat das Verschwinden des mittelgroßen Films beschleunigt, den unabhängigen Verleih ausgehöhlt, den internationalen Verkaufsmarkt einbrechen lassen, faire Gewinnbeteiligungen praktisch abgeschafft und die Aussagekraft von Filmcredits geschwächt.

Zusammen bedrohen diese Faktoren die Zukunft der gesamten kreativen Gemeinschaft. Das trifft auch die Zehntausenden Beschäftigten, die überwiegend in kleinen Firmen und unabhängigen Unternehmen arbeiten und in den lokalen Ökonomien und Gemeinden im ganzen Land verwurzelt sind.

Wir sind zutiefst besorgt über jede Unterstützung für diese Fusion, die die Interessen einiger weniger mächtiger Anteilseigner über das Gemeinwohl stellt. Die Integrität, Unabhängigkeit und Vielfalt unserer Branche würden schwer beschädigt.

Wettbewerb ist unverzichtbar für eine gesunde Wirtschaft und eine lebendige Demokratie. Ebenso wichtig sind kluge Regulierung und konsequente Aufsicht. Die Medienkonzentration hat bereits eine von Amerikas wichtigsten globalen Industrien geschwächt – eine Branche, die seit Langem Kultur formt und Menschen in aller Welt verbindet.

Zum Glück gibt es Widerstand. Der Generalstaatsanwalt von Kalifornien, Rob Bonta, und seine Kolleginnen und Kollegen in anderen Bundesstaaten prüfen Berichten zufolge die geplante Fusion und ziehen rechtliche Schritte in Betracht, um sie zu stoppen. Wir sind dankbar für ihr Engagement und bereit, alle Anstrengungen zu unterstützen, die den Wettbewerb erhalten, Arbeitsplätze schützen und eine lebendige Zukunft für unsere Branche, für die US-amerikanische Kultur und für unseren bedeutendsten Export sichern.“

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