Die Bank von Japan hat am Dienstag ihren Leitzins auf ein Prozent angehoben und begründet den Schritt mit dem schwachen Yen und den gestiegenen Preisen.
Die Zentralbank hat den Satz für unbesicherte Übernachtkredite um einen Viertelprozentpunkt von 0,75 Prozent angehoben und damit auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten gebracht.
Die Bank von Japan versucht seit einiger Zeit, ihre Geldpolitik zu normalisieren. Zuvor hatte sie die Zinsen über Jahrzehnte nahe null oder sogar im negativen Bereich gehalten. Mit diesen extrem niedrigen Zinsen wollte sie Kreditvergabe und Konsum ankurbeln, Deflation entgegenwirken und die Wirtschaft aus ihrer Flaute holen.
Die durch den Krieg im Iran ausgelösten Inflationsschübe, die die Ölpreise in den vergangenen Monaten stark nach oben getrieben haben, treffen Japan hart, denn das Land importiert fast sein gesamtes Öl und Gas.
Die niedrigen Zinsen setzten auch den japanischen Yen unter Druck. Die Währung fiel zuletzt auf etwa 160 Yen je US-Dollar.
BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda, der zuletzt im Krankenhaus lag, nahm nicht an der Sitzung des geldpolitischen Rats am Dienstag teil. Vizegouverneur Shinichi Uchida sollte ihn bei der für später am Tag geplanten Pressekonferenz vertreten.
Noch vor der BOJ-Entscheidung überschritt der Leitindex Nikkei 225 in Tokio am frühen Dienstag kurzzeitig die Marke von 70.000 Punkten, gab einen Teil der anfänglichen Gewinne jedoch wieder ab.