Eurosatory 2026 startet in Paris mit mehr als 2.000 Ausstellern und Delegationen aus 93 Ländern. Die Sorge vor einem Konflikt EU–Russland wächst.
Sich auf den modernen Krieg vorbereiten – das ist das Ziel der Sicherheits- und Rüstungsmesse Eurosatory, die in dieser Woche in Villepinte nordöstlich von Paris stattfindet.
Europa stellt sich hier auf einen Krieg am Boden ein. Bei der vorigen Ausgabe im Jahr 2024 galt der Einsatz von Truppen in der Ukraine noch als kaum vorstellbar. Heute sei die Wahrscheinlichkeit einer Konfrontation im Osten mit Russland 'immer größer', sagt General Philippe de Montenon, Befehlshaber der Landstreitkräfte sowie Heerkommandeur für Europa. 'Unsere Priorität ist, für diesen Zusammenstoß bereit zu sein – ab heute Abend'.
In den vergangenen Jahrzehnten setzte die Verteidigungspolitik Frankreichs – wie in vielen europäischen Staaten – andere Schwerpunkte als den Einsatz großer Bodentruppen. Doch nach Angaben von General Philippe de Montenon bereitet sich die französische Armee inzwischen darauf vor, 'eine Art von Gefecht zu führen, wie es die Ukrainer derzeit mit großer Tapferkeit austragen'.
Ein Bodenkrieg verschlingt 'ungeheure Mengen an Munition und auch an Menschenleben', so der General. Die moderne Kriegsführung sei zudem 'von Drohnen, Robotik und Digitalisierung geprägt'.
Branddrohnen, Aufklärungsdrohnen ...
Die entscheidende Waffe, aber auch die größte Herausforderung der Gefechte im Jahr 2026 ist die Drohne. Jeder auf der Eurosatory gezeigte Panzer verfügt über ein eigenes Anti-Drohnen-System. Zu jedem Manöver gehört inzwischen ein zugeordneter Flugroboter. Im Jahr 2025 besaß die französische Armee nur 4.000 Drohnen, nun steht der Kauf von weiteren 14.000 an.
Auf den Schlachtfeldern in der Ukraine ist die Drohne zum Symbol des modernen Krieges geworden. Das Land gilt inzwischen als Experte im Umgang damit – so sehr, dass Delegationen aus Kyjiw und nicht US-Fachleute in die Golfstaaten eingeladen wurden, die seit Beginn des Krieges im Nahen Osten Ende Februar Ziel iranischer Drohnenangriffe sind.
_'_Die Ukrainer sind uns so weit voraus, dass wir sie nur kopieren können', sagt Charles Beaudouin, Direktor der zweijährlichen Messe und früherer hochrangiger Vertreter des französischen Heeres.
In diesem Jahr sind auf der Eurosatory 80 ukrainische Unternehmen vertreten; bei der vorherigen Ausgabe waren es nur zehn.