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Favorit Finnland und Israel ziehen ins Eurovisionsfinale ein

Linda Lampenius und Pete Parkkonen aus Finnland mit ihrem Song "Liekinheitin" im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contests in Wien, 12. Mai 2026
Linda Lampenius und Pete Parkkonen aus Finnland mit ihrem Song "Liekinheitin" im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contests in Wien, 12. Mai 2026 Copyright  AP Photo/Martin Meissner
Copyright AP Photo/Martin Meissner
Von Emma De Ruiter
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Acts aus 15 Ländern kämpften beim ersten Halbfinale des ESC in Wien um den Einzug ins Finale. Wegen Israels Teilnahme boykottieren mehrere Länder den Wettbewerb.

Der Favorit Finnland und neun weitere Länder, darunter Israel, haben sich am Dienstag beim ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest für das Finale qualifiziert. Auch Belgien, Schweden, Polen, Litauen, Griechenland, Kroatien, Serbien und Moldawien kamen weiter.

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Acts aus 15 Ländern kämpften mit dreiminütigen Songs, auffälligen Choreografien und Pyrotechnik um die Stimmen der Jurys in den teilnehmenden Ländern und der Zuschauer in aller Welt.

Finnland, der Favorit auf den Wettmärkten, schaffte es ins Finale mit "Liekinheitin", auf Deutsch "Flammenwerfer", einer Mischung aus dem gequälten Gesang des Popsängers Pete Parkkonen und dem feurigen Geigenspiel von Linda Lampenius.

  1. Mit ihnen im Finale am Samstag sind unter anderem der Grieche Akylas mit dem Party-Rap "Ferto", die serbische Goth-Metal-Band Lavina mit "Kraj Mene", der moldawische Folk-Rapper Satoshi mit "Viva, Moldova!" und "Andromeda" von der kroatischen Frauenband Lelek.
Akylas (2. von links) aus Griechenland, performt den Song "Ferto" beim ersten Halbfinale des 70. Eurovision Song Contests in Wien, 12. Mai 2026
Akylas (2. von links) aus Griechenland, performt den Song "Ferto" beim ersten Halbfinale des 70. Eurovision Song Contests in Wien, 12. Mai 2026 AP Photo/Martin Meissner

Fünf Länder wurden nach der ersten Nacht des Musikwettbewerbs nach Hause geschickt: Estland, Georgien, Montenegro, Portugal und San Marino - trotz eines Gastauftritts von Boy George, Pop-Ikone der 1980er Jahre, im Song "Superstar" der Sängerin Senhit aus San Marino.

Boy George und Senhit aus San Marino beim ersten Halbfinale in Wien, 12. Mai 2026
Boy George und Senhit aus San Marino beim ersten Halbfinale in Wien, 12. Mai 2026 AP Photo/Martin Meissner

In einem zweiten Halbfinale am Donnerstag werden zehn weitere Finalisten ausgewählt. Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien sind automatisch für das Finale qualifiziert, da sie zu den größten Geldgebern des Wettbewerbs gehören. Österreich, der Gewinner des letzten Jahres, erhält als Gastgeberland einen Platz im Finale.

Größter Boykott aller Zeiten

Der Eurovision Song Contest findet in diesem Jahr zum 70. Mal statt. Unter dem Motto "United by Music" kämpfen Musikerinnen und Musiker aus 35 Ländern in der Gastgeberstadt Wien um den Sieg. Russland bleibt seit 2022 nach seinem Einmarsch in der Ukraine ausgeschlossen.

Die 70. Jubiläumsausgabe ist von politischen Unstimmigkeiten überschattet: Fünf Länder - Spanien, Irland, die Niederlande, Slowenien und Island - boykottieren den Wettbewerb aus Protest gegen die Teilnahme Israels.

Der israelische Sänger Noam Bettan erntete so auch Protestrufe neben dem Jubel im Saal, als er die Rockballade "Michelle" vortrug. Er schaffte es dennoch ins Finale am Samstag.

Noam Bettan aus Israel mit dem Song "Michelle" beim Halbfinale in Wien, 12. Mai 2026
Noam Bettan aus Israel mit dem Song "Michelle" beim Halbfinale in Wien, 12. Mai 2026 AP Photo/Martin Meissne

Beim Wettbewerb 2024 im schwedischen Malmö und im vergangenen Jahr in Basel gab es pro-palästinensische Proteste, die Israels Ausschluss wegen des Gaza-Krieges forderten. Es gab auch Manipulationsvorwürfe wegen möglicher Werbung um Publikumsstimmen für den israelischen Beitrag. Bei diesem hatten Jury- und Publikumsvotum deutlich auseinander gelegen.

Die Europäische Rundfunkunion (EBU), die den Eurovision Song Contest durchführt, hat als Reaktion auf die Manipulationsvorwürfe die Wahlregeln verschärft, die Anzahl der Stimmen pro Person auf 10 halbiert und die Sicherheitsvorkehrungen gegen "verdächtige oder koordinierte Wahlaktivitäten" verschärft.

Die EBU lehnte es jedoch ab, Israel auszuschließen. Daraufhin gaben fünf Länder im Dezember bekannt, dass sie dieses Jahr nicht teilnehmen.

Zuschauer schwenken israelische Fahnen während des Auftritts von Noam Bettan für Israel beim Halbfinale des ESC in Wien, 12. Mai 2026
Zuschauer schwenken israelische Fahnen während des Auftritts von Noam Bettan für Israel beim Halbfinale des ESC in Wien, 12. Mai 2026 AP Photo/Martin Meissner

Während der Eurovisionswoche sind mehrere pro-palästinensische Demonstrationen geplant, darunter eine Musikveranstaltung mit dem Titel No Stage for Genocide. Ihre Befürworter haben die Eurovisionskünstler aufgefordert, sich aus dem Wettbewerb zurückzuziehen.

Der Boykott der fünf Länder ist ein Schlag für die Einnahmen und die Zuschauerzahlen der Veranstaltung, die nach Angaben der Organisatoren im vergangenen Jahr von 166 Millionen Menschen in aller Welt verfolgt wurde.

Bulgarien, Moldawien und Rumänien sind zurückgekehrt, nachdem sie in den letzten Jahren aus künstlerischen oder finanziellen Gründen nicht teilgenommen hatten. Mit 35 ist die Zahl der Teilnehmer immer noch die niedrigste seit 2003.

Nach Ansicht des Medienforschers Jonathan Hendrickx von der Universität Kopenhagen würden weitere Boykotte die Struktur des Wettbewerbs belasten und Zweifel an seiner Zukunft wecken: "Sie sind jetzt wirklich an der Grenze dessen, was sie mit dem aktuellen Format bewältigen können."

Weitere Quellen • AP, AFP

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