Viele große Musikfestivals in Europa sind bereits ausverkauft, doch für etliche Events in ganz Europa gibt es noch Tickets.
Primavera Sound liegt bereits hinter uns. Glastonburylegt 2026 eines seiner regelmäßigen Ruhejahre ein. Und wer auf Tickets für einige der größten Musikfestivals Europas gehofft hat, schaut jetzt womöglich schon in die Röhre.
Zum Glück reicht der Festivalsommer in Europa weit über diese großen Namen hinaus.
Egal ob Sie Indie-Rock, Techno, avantgardistische Elektronik oder etwas dazwischen suchen: In ganz Europa gibt es noch zahlreiche Festivals mit verfügbaren Tickets.
Diese acht sollten Sie im Sommerkalender vormerken.
Festival de Nîmes
11. Juni–26. Juli – Nîmes, Frankreich
Die Römer dachten sich vermutlich kein Katy-Perry-Konzert, als sie das Amphitheater von Nîmes um das Jahr 100 nach Christus errichteten. Fast 2.000 Jahre später beherbergt die antike Arena eines der prominentesten Sommerfestivals Frankreichs.
Das Festival de Nîmes ist ungewöhnlich, weil es sich über sechs Wochen zieht und pro Abend nur ein Headliner-Konzert stattfindet. Lyons großartiges Festival Nuits de Fourvière funktioniert ähnlich – aber dazu haben wir Ihnen bereits alle Details geliefert.
Der große Vorteil dieses Zeitplans: Zwischen den Shows bleibt viel Zeit, die Stadt zu erkunden – etwa die Maison Carrée, einen der am besten erhaltenen römischen Tempel des ehemaligen Imperiums.
In diesem Jahr setzt das Programm stark auf die Millennial-Generation: Unter anderem stehen Katy Perry, Lenny Kravitz, Jamiroquai und die Black Eyed Peas auf dem Spielplan. Wer Platten aus etwas früheren Jahren im Regal hat, freut sich über The Pixies, Sting, Nick Cave & The Bad Seeds und The Cure. Und bei Lorde dürfte sich wohl das ganze Amphitheater füllen.
Die Ticketpreise richten sich nach dem jeweiligen Act, einige der größten Shows sind schon fast ausverkauft. Das vollständige Programm und Ticketinfos finden Sie auf der Website des Festivals (Quelle auf Englisch).
Exit2Montenegro
3.–6. Juli und 28.–31. August – Montenegro
Nach dem Umzug von Novi Sad in Serbien nach Montenegro breitet Exit (Quelle auf Englisch) das Geschehen nun über zwei Wochenenden an der Adria aus: Zuerst im Juli am Long Beach von Ulcinj, dann Ende August im Party- und Strand-Hotspot Budva.
Die Veranstalter versprechen zwei Ausgaben mit jeweils eigener musikalischer Identität.
Ulcinj setzt auf House und Techno, mit Acts wie Argy, Jamie Jones, Maceo Plex, Monolink und Stephan Bodzin. Budva verabschiedet den Sommer mit einem Line-up rund um Peggy Gou, Charlotte de Witte, Hugel und Enrico Sangiuliano.
Der vielleicht größte Pluspunkt ist der Preis. Der reguläre Eintritt ist kostenlos, wenn Sie sich vorher registrieren. VIP-Tickets kosten zwischen 50 und 150 Euro.
Rock Werchter
2.–5. Juli 2026 – Rotselaar, Belgien
Für ein Festival mit „Rock“ im Namen spannt Rock Werchter einen erstaunlich weiten Bogen. Die belgische Institution hat sich über Jahrzehnte vom klassischen Rock-Open-Air zu einem der vielseitigsten Festivals Europas entwickelt.
Rockfans kommen trotzdem nicht zu kurz: The Cure, Franz Ferdinand, Rise Against, The Vaccines und Elvis Costello stehen alle auf dem Programm.
Dazu kommen Gorillaz, The Prodigy, FKA Twigs, Ethel Cain, Moby, Mogwai, Halsey, Twenty One Pilots und viele weitere. Wer musikalisch breit aufgestellt ist, fühlt sich hier sofort zu Hause.
Inzwischen mehr als 50 Jahre alt, gilt Rock Werchter als Festival, das große Acts bucht, bevor sie in Stadien auftreten, und gleichzeitig die ganz großen Namen anzieht. Vielleicht entdecken Sie an diesem Wochenende Ihre nächste Lieblingsband.
Für einige Tage gibt es noch ein begrenztes Kontingent an Tickets, das aber schnell weg sein dürfte. Mehr Informationen finden Sie auf der Website des Festivals (Quelle auf Englisch).
Lost Music Festival
2.–6. Juli – Fontanellato, Italien
Mitten im größten Bambuslabyrinth der Welt – dem Labirinto della Masone (Quelle auf Englisch) nahe Parma – ist Lost ein Festival wie kein anderes im Sommerkalender.
Veranstaltet von der Kunststiftung Franco Maria Ricci verbindet das Festival experimentelle Musik, digitale Kunst und audiovisuelle Installationen in einem sieben Hektar großen Irrgarten aus mehr als 200.000 Bambuspflanzen.
Bekannte Chartnamen sollten Sie hier nicht erwarten, dafür aber spannende Acts mit stark avantgardistischem Einschlag. Auf dem Programm stehen unter anderem KeiyaA, Jokkoo, Ulla, Foodman, Saint Abdullah & Eomac sowie Prison Religion.
Auf dem Gelände laufen außerdem verschiedene audiovisuelle Performances und Installationen, von denen viele die außergewöhnliche Umgebung einbeziehen.
Wer Lust auf ein anderes Festivalerlebnis hat, kann Tages- und Komplettpässe hier (Quelle auf Englisch) buchen.
Westival
2.–5. Juli – Pembrokeshire, Wales
Bekannt für seinen entspannten Vibe bietet Westival (Quelle auf Englisch) eine lässige Alternative zu britischen Schwergewichten wie Glastonbury. Das unabhängige walisische Festival nahe Tenby an der Küste von Pembrokeshire kombiniert elektronische Musik mit Camping, Workshops und Wellness-Angeboten.
In seiner achten Ausgabe kommt Westival mit einem Line-up rund um Shy FX, High Contrast, 4am Kru, Ms Dynamite, Antony Szmierek, Crazy P, Dan Shake und Dr Banana, verteilt auf fünf Bühnen.
Wer eine Pause vom Feiern braucht, kann Sauna-, Whirlpool- und Kaltwasser-Sessions buchen, an kreativen Workshops teilnehmen oder das eigene Zelt gegen eine komfortable Glamping-Jurte tauschen.
Das Gelände liegt nur einen kurzen Spaziergang vom Bahnhof Manorbier und vom Strand entfernt – ideal, um zwischendurch die Bühne gegen das Meer zu tauschen.
Bereits 90 Prozent der Tickets sind verkauft. Wer dabei sein will, sollte sich bald entscheiden.
Tolminator
24.–28. Juli – Tolmin, Slowenien
Seit mehr als zwei Jahrzehnten pilgern Metal-Fans nach Tolmin. Festivals wie MetalCamp und MetalDays haben diese Ecke Sloweniens zu einer Hochburg für Heavy Metal gemacht. Tolminator, inzwischen im vierten Jahr, führt diese Tradition fort.
Im Soča-Tal in den Julischen Alpen gelegen, zählt Tolminator zu den landschaftlich spektakulärsten Festivalorten Europas. Türkisfarbene Flüsse und weite Bergpanoramen bilden eine ungewohnte Kulisse für fünf Tage voller Finger-Tapping und melodischer Breakdowns.
Das Line-up 2026 deckt einen großen Teil des Metal-Spektrums ab – von den melodischen Death-Metal-Pionieren In Flames und den Black-Metal-Veteranen Satyricon über Hardcore-Favoriten wie Hatebreed und die Death-Metal-Institution Deicide bis hin zur Post-Black-Metal-Band Deafheaven.
Auch Heaven Shall Burn, Municipal Waste, Agnostic Front und Wolves in the Throne Room stehen auf dem Programm.
Festival- und Campingtickets gibt es noch auf der offiziellen Website (Quelle auf Englisch).
Sziget Festival
11.–15. August – Budapest, Ungarn
Wer nicht das ganze Wochenende vor derselben Bühne stehen möchte, ist beim Sziget genau richtig.
Das seit 33 Jahren bestehende Festival findet auf Óbuda statt, einer Insel mitten in der Donau in Budapest. Mehr als 50 Bühnen bieten alles von Pop, Rock und elektronischer Musik bis hin zu Theater, Zirkus und vielem mehr.
In diesem Jahr treten unter anderem Florence + The Machine, Natasha Bedingfield, Peggy Gou, Jorja Smith, bbno$ und Sombr auf. Abseits der Bühnen organisiert das Festival Talks, Workshops und Community-Projekte über Impact Island und Changemakers, zwei eigene Programme zu sozialen und ökologischen Themen.
Wer vor Ort übernachten möchte, hat die Wahl zwischen einfachem Camping, festen Hütten, Iglus und Stellplätzen für Campervans.
Tageskarten, Mehrtagespässe und Tickets für das gesamte Festival gibt es hier (Quelle auf Englisch).
Syd for Solen
13.–15. August – Kopenhagen, Dänemark
Weitläufige Campingflächen oder Kilometermärsche zwischen den Bühnen suchen Sie bei Syd for Solen (Quelle auf Englisch) vergeblich.
Das Festival findet im Kopenhagener Valbyparken statt, nur eine kurze Zug- oder Radtour vom Stadtzentrum entfernt. Das noch junge Event, das seit fünf Jahren läuft, bietet eine entspannte Alternative zu den mächtigen Sommerfestivals Europas.
Trotz seines jungen Alters trumpft Syd for Solen mit starken Line-ups auf. In den vergangenen Jahren standen etwa Chappell Roan, Mk.gee, Wet Leg und The Walkmen auf der Bühne.
In diesem Jahr schlägt das Programm deutlich in Richtung Indie aus, mit großen Namen wie Lorde, Wilco, Blood Orange, Geese, Dijon und The xx. Dazu kommen aufstrebende Acts wie Iceage, Wednesday, Horsegirl und Ninajirachi. Jeden Tag gibt es außerdem frische dänische Folk-, Indie- und Rockbands zu entdecken.
Mehrtagespässe sind seit Wochen ausverkauft, aber Tagestickets sind noch erhältlich – ideal für alle, die nicht das komplette Festival mitnehmen möchten.