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Ukraine: Drohnenkommandeur warnt vor 200 russischen Raketen auf einmal

Robert „Magyar“ Brovdi steht im Kontrollraum und leitet den Einsatz einer Langstreckendrohne gegen russische Stellungen an einem geheimen Ort in der Ukraine.
Robert „Magyar“ Brovdi steht im Kontrollraum während eines Langstrecken-Drohnenangriffs auf russische Stellungen an einem geheimen Ort in der Ukraine Copyright  AP Photo
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Von Sasha Vakulina
Zuerst veröffentlicht am
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Der für Drohnen zuständige Befehlshaber der Ukraine erklärt, Moskau arbeite daran, seine Raketenfeuerkraft nahezu zu verdreifachen. Seiner Meinung nach untermauere das die ukrainischen Angriffe auf russische Raketenfabriken.

Die russischen Streitkräfte können derzeit gleichzeitig 77 ballistische Raketen abfeuern. Diese Zahl wollen sie auf 200 erhöhen, sagte Robert "Magyar" Brovdi, der die Drohneneinheiten der Ukraine führt.

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"Selbst wenn sie nur die Hälfte davon schaffen, fliegt das alles auf uns zu", sagte er am Montag der Nachrichtenagentur Associated Press.

Die Warnung macht eine der größten Schwachstellen der Ukraine deutlich: Es fehlt an Abfangraketen für die US-Patriot-Systeme. Diese Systeme sind die einzige Waffe im Arsenal von Kyjiw, die ballistische Raketen abschießen kann.

Dieser Mangel führt dazu, dass bei groß angelegten Angriffen schon jetzt Dutzende Raketen durchkommen und ihre Ziele treffen. Aus den USA kommen bislang widersprüchliche Signale zu einer möglichen Freigabe weiterer Patriot-Abfangraketen. Die ukrainischen Streitkräfte müssen deshalb nach anderen Lösungen suchen.

Nach Brovdi gibt es nur einen Weg, diese Zahlen zu senken: Die Ukraine müsse jede Anlage treffen, die an der Produktion beteiligt ist. Das sei die Logik hinter den Langstreckenangriffen tief im russischen Hinterland.

Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen den Brand in Wohnhäusern nach einem russischen Raketenangriff in Odesa, 9. August 2026
Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen den Brand in Wohnhäusern nach einem russischen Raketenangriff in Odesa, 9. August 2026 Ukrainian Emergency Service via AP/Ukrainian Emergency Service via AP

Ukraine-Offensive auf der Krim

Die Warnung von Brovdi fällt in eine Phase, in der die Ukraine die Krim systematisch aus der russischen Kontrolle und von den Nachschubwegen abschneidet.

Nach seinen Worten könnten seine Einheiten auf der Halbinsel siebenmal so viele Ziele angreifen, wenn zugesagte westliche Gelder schneller fließen würden. In der jetzigen Lage schätzt er die Ausrüstung seiner Verbände auf nur 14 Prozent dessen, was für den Betrieb mit voller Kapazität nötig wäre.

"Es liegt nicht daran, dass die Produktionskapazitäten ukrainischer Hersteller nicht ausreichen würden", sagte er. "Es ist das banale Problem der verspäteten Finanzierung. Unsere Partner stellen die Mittel zwar bereit, doch sie kommen deutlich langsamer, als wir planen."

Seit die Offensive Ende Juni begonnen hat, greifen ukrainische Truppen Eisenbahnbrücken, Öldepots und Energieanlagen an. Sie stören damit die Nachschublinien und haben bereits mehr als 300 russische Luftabwehrmittel zerstört, darunter Flugabwehrraketensysteme, Radarstationen und Ausrüstung für elektronische Kriegsführung. So schaffen sie eine Schneise für ihre Drohnen.

Rettungskräfte versuchen, den Brand in einem Wohnhaus und brennenden Autos nach einem russischen Angriff mit gelenkten Bomben in Saporischschja zu löschen, 10. August 2026
Rettungskräfte versuchen, den Brand in einem Wohnhaus und brennenden Autos nach einem russischen Angriff mit gelenkten Bomben in Saporischschja zu löschen, 10. August 2026 AP Photo

Nach Angaben Brovdis deuten Erkenntnisse des ukrainischen Geheimdienstes darauf hin, dass die russischen Behörden inzwischen Militärkommandos und Sicherheitsdienste von der Halbinsel abziehen. Es gebe zudem eine verdeckte Anweisung, geheime Archive und Kunstwerke in Sicherheit zu bringen.

Moskau versucht unterdessen, diese Lücken zu schließen.

"Russland setzt Störsender ein, die die Starlink-Verbindung auf der Krim teilweise beeinträchtigen werden, und baut ein eigenes Satellitenkommunikationsnetz auf", sagte Brovdi. "Das ist ein Risiko für den gesamten Planeten, weil damit eine Diktatur Zugang zu Informationen auf der ganzen Welt erhält."

Weitere Quellen • AP

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