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Mega-Ölfund vor Usedom: Polen wollen fördern, Deutsche sind dagegen

Zwischen Energieinteressen und Umweltschutz: Wird der Ölfund zum neuen Streitfall in der Ostsee?
Zwischen Energieinteressen und Umweltschutz: Wird der Ölfund zum neuen Streitfall in der Ostsee? Copyright  AP Photo
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Von Veronika Schuerr
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Eine kanadische Firma hat 2025 vor der polnischen Ostseeküste ein großes Öl- und Gasvorkommen entdeckt, das als größter Ölfund in Polen seit dem Zweiten Weltkrieg gilt. Während Polen auf neue Energiequellen hofft, wächst auf deutscher Seite die Sorge um die Folgen für Umwelt und Tourismus.

Es könnte einer der bedeutendsten Rohstofffunde in der Geschichte Polens sein: Rund sechs Kilometer von der polnischen Hafenstadt Swinemünde (Świnoujście) und damit auch in Sichtweite der deutschen Ferieninsel Usedom liegt das Ölfeld "Wolin East".

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Nach bisherigen Schätzungen enthält das entdeckte Feld rund 22 Millionen Tonnen Rohöl sowie etwa fünf Milliarden Kubikmeter wirtschaftlich nutzbares Erdgas.

Die Entdeckung geht auf Probebohrungen des kanadischen Unternehmens Central European Petroleum (CEP) zurück, die im Juli letzten Jahres in mehr als 2.500 Metern Tiefe durchgeführt wurden.

"Historischer Moment"

Der kanadische Firmenchef Rolf G. Skaar bezeichnete die Entdeckung von "Wolin East" als "historischen Moment" für das Unternehmen und den polnischen Energiesektor.

Auch in Polen wurde der Fund als bedeutende Chance für die heimische Energieversorgung bewertet. Nach Angaben des polnischen Chefgeologen Krzysztof Galos von Juli 2025 könnte eine reguläre Förderung frühestens 2028 oder 2029 beginnen.

Über mehrere Jahre hinweg könnte das Vorkommen demnach rund vier bis fünf Prozent des jährlichen polnischen Ölbedarfs decken. Damit könnte "Wolin East" einen wichtigen Beitrag leisten, die Abhängigkeit Polens von Energieimporten zu verringern und die Versorgungssicherheit des Landes zu stärken.

In Swinemünde wächst jedoch zugleich die Sorge um den Tourismus und die Umwelt: Behörden und Anwohner pochen darauf, die Attraktivität der Region zu bewahren und die Natur zu schützen.

Deutsches Aktionsbündnis gegen Ölförderung in der Ostsee

Die mögliche Förderung fossiler Energien stößt jedoch besonders beim deutschen Nachbarn auf Widerstand. Der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) in Mecklenburg-Vorpommern hat sich mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dem WWF sowie der Bürgerinitiative Lebensraum Vorpommern zu einem Bündnis zusammengeschlossen, das ein generelles Verbot neuer Öl- und Gasprojekte in der Ostsee fordert.

Nach Angaben der Initiatoren wurden bis Ende Juli dieses Jahres rund 88.000 Unterschriften gesammelt. Im September soll die Petition an die EU-Kommission in Brüssel übergeben werden.

Die Verbände warnen vor möglichen Belastungen für das empfindliche Ökosystem der Ostsee, darunter Unterwasserlärm, Schadstoffeinträge und Risiken eines Ölunfalls in geschützten Meeresgebieten.

Ausgang der Landtagswahl könnte Konflikt beeinflussen

DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner fordert ein gemeinsames Vorgehen von Bund, Land und EU zum Schutz der Pommerschen Bucht und der gesamten Ostsee:

"Noch ist aus der Erkundungsbohrung kein genehmigtes Förderprojekt geworden – das muss auch so bleiben. Die Bundesregierung, die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern und die Europäische Union müssen gemeinsam deutlich machen: Eine neue Öl- und Gasförderung direkt vor Usedom darf es nicht geben.

Wenige Wochen vor der Landtagswahl müssen auch die Parteien in Mecklenburg-Vorpommern klar Stellung beziehen und erklären, wie sie die Küste vor einem neuen fossilen Industrieprojekt schützen wollen."

Die bevorstehende Landtagswahl könnte den weiteren Verlauf des Konflikts zwischen den Energieinteressen Polens und den Forderungen deutscher Umweltverbände nach einem stärkeren Schutz der Ostsee maßgeblich beeinflussen.

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