Am ersten Rock-in-Rio-Wochenende strömten Tausende Besucher aus 125 Ländern nach Rio. Heute passen Musik und ganze Konzerte ins Handyformat.
Rock in Rio ist für seine elfte Ausgabe nach Lissabon zurückgekehrt. Schon am ersten Festivalwochenende kamen mehr als 200.000 Besucherinnen und Besucher. Heute lässt sich Musik zwar jederzeit über digitale Plattformen hören und Konzerte lassen sich streamen, dennoch bleibt das Festival ein Publikumsmagnet.
Der einfache Zugang zu Musik ersetzt Live-Auftritte offenbar nicht. Viele Festivalgäste finden, dass die Erfahrung eines Konzerts vor Ort durch nichts zu ersetzen ist.
In einem Gespräch mit Euronews auf dem Rock-in-Rio-Gelände im Parque Papa Francisco sagt der Festivalbesucher Pedro Paiva: „Ein Konzert mitten unter so vielen Menschen zu erleben, ist eine völlig andere Erfahrung.“
„Ich bin gern mitten unter den Leuten, ich tanze gern. Zu Hause würde ich auf dem Sofa sitzen und das Konzert im Fernsehen sehen. Durch die sozialen Netzwerke bekommen wir außerdem leicht FOMO, also ‚fear of missing out‘ – die Angst, etwas zu verpassen: Man schaut sich etwas an, möchte eigentlich selbst dabei sein und hat kein Ticket gekauft“, erzählt Pedro Paiva.
Auch die Festivalbesucherin Inês Pestana ist überzeugt: „Streaming und soziale Netzwerke ersetzen das Live-Erlebnis nicht. Sie wecken im Gegenteil immer mehr Lust, auf Festivals oder in andere Konzerte zu gehen.“
Rock in Rio ist längst mehr als nur ein Musikevent. Das Festival dient als Treffpunkt für verschiedene Generationen. Die Besucherinnen und Besucher können gemeinsam Zeit verbringen, an interaktiven Angeboten teilnehmen – etwa mit dem Riesenrad fahren, eine Seilrutsche ausprobieren oder bei Markenaktionen mitmachen – und die vielen gastronomischen Angebote auf dem Gelände entdecken.
Manche kommen vor allem, um ihre Lieblingskünstler live zu hören. Andere suchen eher das Gesamterlebnis: das Festivalleben und die kollektive Energie einer Menge, die gemeinsam singt.
„Es ist so cool, man hat das Gefühl, wir ziehen alle an einem Strang. Es ist, als wären alle in meiner Spotify-Playlist. Das ist wirklich lustig“, sagt die Festivalbesucherin Inês Vieira im Gespräch mit Euronews, als sie beschreibt, wie es sich anfühlt, wenn eine Menschenmenge ihre Lieblingssongs mitsingt.
Rock in Rio erhält Note acht von zehn
Die Besucherinnen und Besucher des ersten Festivalwochenendes vergaben der Gesamtveranstaltung laut einer Studie des Instituts Marktest eine Durchschnittsnote von acht auf einer Skala von eins bis zehn.
„Diese Ausgabe festigt den Parque Tejo/Papa Francisco als neues Zuhause von Rock in Rio Lisboa. Wir bieten ein immer relevanteres Musikprogramm, mehr Unterhaltung und bessere Infrastruktur und empfangen Tausende Portugiesinnen und Portugiesen sowie Gäste aus 125 Ländern, die mit uns feiern. Wir freuen uns sehr, dass das Publikum unseren Einsatz für mehr Qualität bei Service und Erlebnis anerkennt, und arbeiten bereits daran, am 27. und 28. Juni noch ein starkes Festivalwochenende zu liefern“, betont Roberta Medina, Executive Vice President von Rock in Rio.
Der erste Festivaltag, der 20. Juni, stand im Zeichen der Popmusik: Auf der Hauptbühne Palco Mundo traten Calema, Pedro Sampaio, Charlie Puth und Katy Perry auf. Am zweiten Tag, dem 21. Juni, gehörte die Bühne dem Rock. Im Mittelpunkt standen Linkin Park, Cypress Hill, The Pretty Reckless und Grandson.
Rock in Rio geht am kommenden Wochenende weiter. Am Samstag, dem 27. Juni, stehen unter anderem Rod Stewart, Cyndi Lauper, Shaggy und 4 Non Blondes auf dem Programm. Am Sonntag, dem 28. Juni, beschließen 21 Savage, Central Cee, Rema und Matuê das Festival.