Nach dem WM-Aus der USA spricht das Netz von einem Trump-Fluch. Fans erinnern an frühere Niederlagen von Teams, die er unterstützt hat oder bei deren Spielen er im Stadion saß.
Ein Fluch. Ein Bann. Eine Verwünschung. Der Kuss des Todes.
Nenn es, wie du willst. Nach der blamablen Niederlage der USA gegen Belgien bei der diesjährigen Weltmeisterschaft – einem Spiel, das vom bislang größten Skandal des Turniers überschattet wurde – trendete im Netz plötzlich der Begriff „Trump-Fluch“.
Sportfans gaben Trump die Schuld an der Pleite. Sie warfen ihm vor, die US-Mannschaft verflucht zu haben, nachdem er sich damit brüstete, FIFA-Präsident Gianni Infantino angerufen zu haben, um die Rote Karte gegen US-Stürmer Folarin Balogun aufheben zu lassen.
Kritiker warfen Trump und der FIFA Korruption vor. Die EU-Kommission forderte „Fairness und Transparenz“ nach dem umstrittenen Platzverweis. Im Europäischen Parlament kursierte ein Schreiben, das eine Untersuchung forderte – auch dazu, ob Trump Druck ausgeübt hat und so die FIFA-Entscheidung beeinflusste, die Sperre fallen zu lassen.
Genützt hat Trumps Einmischung den USA nicht. Im Gegenteil: Sie verschlimmerte die Lage. Weltweit wandten sich Fußballfans gegen das US-Team, das diese Unterstützung nie verlangt hatte, und jubelten, als Belgien den Gastgeber aus dem Turnier warf.
„So langsam wirkt eine Trump-Unterstützung weniger wie Rückendeckung und mehr wie ein Fluch“, schrieb ein Nutzer in sozialen Medien. Eine andere Person kommentierte: „Trump hat seine Nase in etwas gesteckt, das ihn nichts anging. Jetzt hasst die Welt uns noch mehr als ohnehin schon und Belgien fühlte sich bestärkt. Ich hätte mir gewünscht, dass die USA gewinnen, und frage mich, ob wir es getan hätten, wenn Trump sich nicht eingemischt hätte. ETTD – Everything Trump touches dies.“
Ein weiterer Kommentar lautete: „Vier zu eins für Belgien, und Trumps Schummelei zugunsten von Team USA ist am Ende wertlos, weil sein Fluch immer die Oberhand gewinnt.“
Übertreibung? Ein Blick auf die Belege spricht dagegen.
Für Trump, der sich wohl langsam einen Exorzismus buchen müsste, gibt es ein Problem: Sein umgekehrter König-Midas-Effekt hat Vorgeschichte. Offenbar hat er schon früher Sportteams verflucht.
„Er hat die Knicks in Spiel drei verflucht und jetzt das. Der Trump-Fluch ist real“, schrieb ein Nutzer auf X.
Trump war zuletzt bei Spiel drei der NBA-Finals der New York Knicks in der Halle – es war ihre einzige Niederlage in der Serie.
Knicks-Fans warfen Trump vor, die Mannschaft mit einem „Fluch“ belegt zu haben. Einige Fans „reinigten“ daraufhin den Madison Square Garden mit Salbei – einem Ritual namens „Smudging“, bei dem heilige Kräuter verbrannt werden, um negative Energie zu vertreiben und Heilung zu fördern.
Offenbar zeigte es Wirkung: Die Knicks gewannen die Serie in fünf Spielen.
Zusätzliche Nahrung erhält die Theorie vom Trump-Fluch durch ein NFL-Spiel im vergangenen Jahr, in dem die Washington Commanders auf die Detroit Lions trafen. Die Lions gewannen, während das Publikum Trump, der auf der Tribüne saß, ausbuhrte.
Später tauchte Trump am ersten Tag des Ryder Cup 2025 auf Long Island im US-Bundesstaat New York auf. Die US-Golfer lagen mit drei zu eins Punkten gegen Europa zurück. Trump sagte zu Reportern: „Wir werden das schaffen. So oder so, wir schaffen das.“
Die USA beendeten den Tag mit fünfeinhalb zu zweieinhalb Punkten Rückstand, Europa gewann die Trophäe am Ende mit 15:13.
Noch nicht überzeugt?
Im Februar 2025 ergriff Trump beim Super Bowl LIX offen Partei und sagte voraus, die Chiefs würden die Eagles schlagen. Man ahnt, was passierte: Die Eagles gewannen 40:22.
Ist Trump also ein schlechtes Omen für Sportteams?
Fußballfans scheinen davon überzeugt. Sie glauben, dass die USA Belgien hätten schlagen können, wenn Trump sich nicht eingemischt und nicht so sehr versucht hätte, sich ins Rampenlicht zu drängen, um am Ruhm teilzuhaben. Niemand gewinnt immer, doch die Indizien für den Trump-Fluch häufen sich.
Unser Tipp? Da Trump sich offensichtlich nicht aus der Sportwelt heraushält, kann man es positiv sehen und folgenden Trick nutzen: Auf welches Team Trump auch setzt – setz dein Geld auf den Gegner. Bisher funktioniert das erstaunlich gut.