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Russland bei Biennale in Venedig: Brüssel streicht zwei Millionen EU-Gelder, Biennale klagt

Pussy-Riot- und FEMEN-Aktivistinnen protestieren bei Biennale in Venedig 2026 gegen Russlands Präsenz
Aktivistinnen von Pussy Riot und Femen protestieren gegen russische Teilnahme an der Biennale Venedig 2026 Copyright  AP Photo
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Von Stefania De Michele
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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EU im Streit mit Biennale Venedig: EU-Gelder gestoppt, Stiftung zieht vor Gericht, italienische Regierung übt Kritik

Die Europäische Kommission hat die Streichung des Zuschusses in Höhe von zwei Millionen Euro für die Stiftung La Biennale di Venezia bestätigt. Damit eröffnet sie eine neue Konfliktlinie zwischen Brüssel und einer der wichtigsten Kultureinrichtungen Italiens.

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Die Entscheidung hat die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur (Eacea) am Dienstag nach einer juristischen Prüfung und auf Empfehlung der Kommission formalisiert. Sie steht im Zusammenhang mit der umstrittenen Teilnahme Russlands an der Biennale Arte 2026.

Nach Ansicht der EU-Kommission müssen kulturelle Veranstaltungen, die mit Mitteln der Union unterstützt werden, die demokratischen Werte fördern und schützen. Dazu gehören Dialog, Vielfalt und Meinungsfreiheit. Diese Prinzipien würden in der heutigen Russland nicht respektiert, heißt es aus Brüssel. Mit dieser Begründung stoppt die Kommission den europäischen Beitrag.

Warum Brüssel die Finanzierung stoppt

Der Konflikt begann mit dem Comeback Russlands bei der Biennale in Venedig. Es ist die erste Teilnahme seit Beginn des Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022.

Im russischen Pavillon, der dem russischen Staat gehört, läuft das performative Musikprojekt „Der Baum ist im Himmel verwurzelt“. Es stammt von rund 50 Künstlerinnen und Künstlern, die die Behörden in Moskau ausgewählt haben. Der Pavillon blieb zwar für das Publikum geschlossen. Die Installation war jedoch von außen über eine große Leinwand sichtbar.

Diese Entscheidung löste heftigen Protest aus der Ukraine sowie von zahlreichen internationalen Künstlern, Kuratorinnen und Kulturschaffenden aus. Moskau wurde vorgeworfen, seine Präsenz in Venedig als Instrument kultureller Propaganda und „hybrider Kriegsführung“ zu nutzen. Kyjiw kritisierte zudem die mutmaßlichen Verbindungen der Kuratorin des Pavillons zur russischen Rüstungsindustrie.

Schon in den vergangenen Monaten hatte die Europäische Kommission die Stiftung gewarnt, dass diese Entscheidung eine Aussetzung der EU-Fördermittel nach sich ziehen könnte. Nachdem Brüssel die Erläuterungen der Biennale als unzureichend eingestuft hat, entschied die Kommission, den Zuschuss endgültig zu widerrufen.

Die Biennale: „Wir werden unsere Position verteidigen“

Die Stiftung La Biennale di Venezia kündigte an, gegen den Beschluss Rechtsmittel einzulegen.

In einer Mitteilung betont die Institution, die Entscheidung sei schon „seit Langem angekündigt“ gewesen. Die Biennale sei bereit, ihre Argumente vor den zuständigen Stellen zu verteidigen.

Die Stiftung stellt außerdem klar, dass die EU-Förderung nicht die künstlerische Veranstaltung betraf, die im Zentrum der Kontroverse steht, sondern Aktivitäten des Bereichs Kino. Dazu gehören insbesondere das Biennale College und die Venice Production Bridge.

„Die Förderung hat Aktivitäten mitfinanziert, die nichts mit der Teilnahme Russlands an der Biennale Arte zu tun haben“, erklärt die Stiftung. Die Maßnahme habe „keine nennenswerten Auswirkungen auf Budget, Bilanz und geplante Aktivitäten, die vollständig bestätigt bleiben“.

Reaktion der Regierung: Borgonzoni attackiert Brüssel

Die italienische Regierung reagierte umgehend. Die Staatssekretärin für Kultur Lucia Borgonzoni unterstützt ausdrücklich die Entscheidung der Biennale, den EU-Beschluss anzufechten.

„In der Begründung der Eacea werden die Elemente nicht genannt, die eine Entscheidung dieser Tragweite rechtfertigen würden. Wir erleben den x-ten beschämenden politischen und ideologischen Angriff auf eine Institution, die Kultur schafft und sich weigert, zum Instrument jener zu werden, die in der Europäischen Union den Ton angeben“, erklärte sie.

In den vergangenen Tagen hatten auch andere Vertreter des Mitte-rechts-Lagers die Entscheidung aus Brüssel kritisiert. Der Präsident der Region Venetien Luca Zaia nannte den Entzug der Finanzierung „inakzeptabel“. Künstlerinnen und Künstler dürften nicht als „Soldaten“ ihrer jeweiligen Regierungen betrachtet werden, sagte er. Kultur müsse auch in Zeiten internationaler Krisen ein Raum für Austausch und Dialog bleiben.

Konflikt dürfte weitergehen

Der Fall der Biennale gilt seit Beginn des Krieges in der Ukraine als eines der sensibelsten Schnittfelder von Außenpolitik, Kultur und EU-Förderung.

Brüssel beharrt darauf, dass Gelder der Union im Einklang mit den Grundwerten der EU stehen müssen. Die Stiftung pocht dagegen auf ihre kulturelle Autonomie und lehnt den Zusammenhang zwischen dem europäischen Beitrag für Filmaktivitäten und der Teilnahme des russischen Pavillons an der Biennale Arte ab.

Die Auseinandersetzung verlagert sich nun auf die juristische Ebene. Die angekündigte Klage der Biennale könnte ein neues Kapitel in der Kontroverse zwischen der venezianischen Institution und der Europäischen Kommission eröffnen.

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