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"Sie bettelte um ein Foto" - Trump-Interviewer stirbt an Herzinfarkt

US-Präsident Donald Trump kommt für das Gruppenfoto beim NATO-Gipfel in Ankara. Neben ihm steht links Italiens Premierministerin Giorgia Meloni.
US-Präsident Donald Trump stellt sich beim NATO-Gipfel in Ankara neben Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni links aufs Gruppenfoto. Copyright  Copyright 2026 AP Photo/Francisco Seco
Copyright Copyright 2026 AP Photo/Francisco Seco
Von Francesca Baroni
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der La7-Journalist ist in den USA nach einem plötzlichen Schwächeanfall gestorben. Zuletzt machte sein Exklusivinterview mit Donald Trump internationale Schlagzeilen. Trump hatte ihm gesagt, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni habe "um ein Foto mit ihm gebettelt".

Daniele Compatangelo ist im Alter von 50 Jahren überraschend gestorben. Er arbeitete als Washington-Korrespondent für La7 und Präsident der White House Foreign Correspondents' Association (WHFCA), dem Verband der ausländischen Journalistinnen und Journalisten, die beim Weißem Haus und der US-Regierung akkreditiert sind.

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Seine Mutter bestätigte der Nachrichtenagentur ANSA, dass er nach einem plötzlichen Krankheitsfall gestorben ist. Offenbar wurde er nach einem Herzinfarkt tot in seiner Wohnung aufgefunden.

Gute Beziehungen zum Weißen Haus

In den vergangenen Monaten rückte der Name Compatangelo in den Mittelpunkt der internationalen Politik. Anlass war einer seiner letzten großen Beiträge: ein exklusives Telefoninterview mit Donald Trump, das er für La7 führte.

Die Originaltonaufnahme sorgte weltweit für Schlagzeilen wegen seiner Äußerungen über Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

„Sie bettelte um ein Foto, und ich hatte Mitleid mit ihr“, sagte Trump in dem Interview.

Die Aussagen des früheren US-Präsidenten über sein Verhältnis zur italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni hatten eine heftige politische Debatte ausgelöst, nachdem der Beitrag in der Sendung L’aria che tira ausgestrahlt worden war. Sie sorgten nicht nur an der Spitze der italienischen Regierung für Reaktionen.

Der Erfolg bestätigte seine Qualitäten als Reporter: die Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen, privilegierte Zugänge zu erhalten und die Mechanismen der amerikanischen Politik aus der Innenperspektive zu schildern.

Compatangelo deckte mehrfach Trumps wahre Absichten auf und lieferte seine eigene Deutung der Ereignisse, etwa zu den jüngsten Spannungen im Konflikt zwischen USA und Iran nach dem Abbruch der Gespräche in Genf. Nach seiner Einschätzung verfolgen die USA eine klare Strategie: Jede Kritik an Europa sei in Wahrheit ein Hilferuf im Iran-Dossier.

Karriere über 25 Jahre: Nachrichten, Politik und Großereignisse

Hinter ihm liegen 25 Jahre Karriere, in denen er über einige der wichtigsten internationalen Ereignisse berichtete und mit verschiedenen Redaktionen und Netzwerken zusammenarbeitete. Zudem betreute er bedeutende Pressebüros.

Im Laufe seiner journalistischen Tätigkeit begleitete er acht Ausgaben der Olympischen Spiele, von Sydney 2000 bis London 2012. Er verband sportliche Berichterstattung mit politischer Analyse sowie der Produktion von Reportagen und Dokumentarfilmen.

Im Juni 2011 erhielt sein investigativer Dokumentarfilm The Los Angeles Breakdown eine Lobende Erwähnung bei den Southern California Journalism Awards in Los Angeles. Seine Arbeiten wurden von Rsi, dem italienischsprachigen öffentlichen Fernsehen der Schweiz, sowie von Rai und Mediaset ausgestrahlt.

Neben seiner Tätigkeit als Washington-Korrespondent für La7 stand Compatangelo der WHFCA vor. In dieser Funktion galt er als zentrale Ansprechperson für die Gemeinschaft der ausländischen Journalistinnen und Journalisten in den Vereinigten Staaten.

Erinnerung an einen leidenschaftlichen Reporter

Compatangelo wurde in Savona geboren und wuchs in Turin auf. Er lebte zunächst in Rom, bevor er dauerhaft in die Vereinigten Staaten übersiedelte. Dort entwickelte er sich in den vergangenen Jahren zu einer der bekanntesten Stimmen des italienischen Journalismus im Ausland.

Sein Tod erschüttert die Redaktion von La7 tief. „Wir sind fassungslos. Ganz La7 steht an der Seite seiner Familie“, erklärte Direktor Andrea Salerno. „Daniele war ein kostbarer, ungewöhnlicher Mitarbeiter. Er wollte immer erzählen, präzise und mit Fröhlichkeit. Er war ein guter Journalist. Er wird fehlen.“

Menschen, die ihn kannten, erinnern sich an ihn als strengen Profi, aber auch als Kollegen, der Fachwissen, Neugier und Menschlichkeit vereinte. Ein Journalist, der stets der Nachricht nachging und seinen Blick über offizielle Verlautbarungen hinaus auf die Hintergründe der amerikanischen Politik richtete.

Sein Tod reißt eine Lücke im italienischen und internationalen Journalismus – genau an dem Ort, den er sich als besonderen Beobachtungsposten für die Macht ausgesucht hatte: Washington.

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