Libanon und Israel führen mit Vermittlung durch Washington seltene Direktgespräche. Der Besuch von Präsident Aoun im Weißen Haus ist der erste eines libanesischen Staatschefs seit 2009.
US-Präsident Donald Trump hat bei einem Treffen im Weißen Haus am Dienstag zugesagt, dem Libanon „sehr zu helfen“. Sein libanesischer Amtskollege Joseph Aoun war nach Washington gereist, um Unterstützung der USA für eine langfristige Stabilisierung nach Monaten des Krieges zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz zu gewinnen.
„Dieses Land ist sehr schlecht behandelt worden. Wir werden dafür sorgen, dass es fair behandelt wird und den Respekt erhält, den es verdient“, sagte Trump zu Aoun.
„Wir werden dem Libanon sehr helfen“, sagte er, blieb aber konkrete Details schuldig.
Aoun bedankte sich beim US-Präsidenten für die Unterstützung. Im Gästebuch des Weißen Hauses schrieb er, er empfinde „tiefe Wertschätzung für die Freundschaft von Präsident Trump und für die Unterstützung, die die Vereinigten Staaten von Amerika dem Libanon, seiner Souveränität, seinen legitimen Institutionen und den libanesischen Streitkräften gewähren“.
Auf die Frage nach einem vollständigen Abzug des israelischen Militärs aus dem Libanon sagte Trump: „Sie sind gerade dabei. Sie sind im Prozess der Umgruppierung.“ Mehr sagte er dazu nicht.
Aoun lobte Trumps Kurs und sagte zu ihm: „Ihre Vision ist Frieden“ und bezeichnete dies als sein „Vermächtnis“.
„Dem stimme ich zu“, scherzte Trump. Er nannte Aoun anschließend attraktiv und sagte, dieser „weiß, wie er mich erreichen kann“, und fügte hinzu: „Jetzt kann er alles haben.“
Die USA drängen auf Frieden im Libanon, richten den Blick inzwischen jedoch immer stärker auf eine neue Eskalation des Kriegs mit Iran, die den Nahen Osten zusätzlich destabilisiert hat. Am Mittwoch erklärte Trump, er habe derzeit wenig Interesse an Gesprächen mit Irans Staats- und Regierungschef, um den Konflikt zu beenden.
Der Libanon hofft, dass die Gespräche dazu führen, dass israelische Truppen sich aus großen Teilen des südlichen Libanon zurückziehen, die sie derzeit besetzt halten. Zudem soll die libanesische Armee Unterstützung erhalten, um in Gebieten die volle Kontrolle zu übernehmen, in denen bislang Hisbollah-Kämpfer das Sagen hatten.
Inzwischen teilten die USA mit, dass in drei Dörfern erste Einsätze nach einem Pilotplan begonnen haben. Er soll die Stationierung der libanesischen Armee erleichtern; israelische Kräfte bereiten sich zugleich auf ihren Abzug aus Teilen des Südlibanon vor.