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Douro: Route zur Weinlese-Tradition

Weinlese im Douro-Tal
Weinlese im Douro-Tal Copyright  AP Photo/Armando Franca
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Von Ema Gil Pires
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Im Douro liegt im September der Duft gequetschter Trauben in der Luft. Zur Weinlese laden Winzer Touristen ein, selbst mit anzupacken – vom Rebstock bis ins Glas.

In Portugal gilt der September als der Monat der Weinlese. In dieser Zeit erwacht die Traubenernte im ganzen Land zum Leben. Sie wird häufig zu einer Gelegenheit für Freizeit und Entdeckung für alle, die mehr über diese jahrtausendealte Tradition erfahren möchten.

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Diese Praxis steht seit einigen Jahren deutlich unter dem Einfluss der Klimakrise. Nach Angaben von Frederico Falcão, Präsident von ViniPortugal, der interprofessionellen Organisation der portugiesischen Weinbranche, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur Lusa (Quelle auf Portugiesisch), führe die „häufigere Abfolge von Phasen intensiver Hitze“ dazu, dass die Weinlese in mehreren Regionen des Landes früher beginnt. Der Grund ist die schnellere Reifung der Trauben.

Genau das geschah in diesem Jahr im Douro, dessen Weine weltweit bekannt sind. Die Region erhielt in der jüngsten Ausgabe der von der Fachzeitschrift „Wine Enthusiast“ verliehenen Wine Star Awards sogar den Titel „International Wine Region of the Year“ (Quelle auf Portugiesisch) (Internationale Weinregion des Jahres) für 2025.

Im Jahr 2026 begann die Traubenernte im Douro-Gebiet ein bis zwei Wochen früher, sagte Frederico Falcão der Agentur Lusa. Trotz dieser Vorverlegung deutet jedoch alles darauf hin, dass die Weinproduktion in der Region höher ausfallen wird als in der vorherigen Saison. Die aktuellsten Schätzungen des Instituto da Vinha e do Vinho (IVV) (Quelle auf Portugiesisch) gehen von einem Plus von 25 Prozent gegenüber der vergangenen Saison aus und erwarten am Ende einen Ertrag von 1,4 Millionen Hektolitern Wein aus dieser renommierten Region.

Es gibt also viele Gründe, den Douro zu besuchen, seine Traditionen kennenzulernen und zu verstehen, welche Bedeutung die Traubenernte für die Region und ihre Bewohner hat. Euronews präsentiert in diesem Artikel einige Vorschläge, wie Sie die Zeit der Weinlese bestmöglich nutzen können.

Weinlesefest auf Schienen

„Wer die Weinlese feiern möchte, sollte die Tradition aus nächster Nähe kennenlernen und sich am gesamten Produktionsprozess im Douro beteiligen.“ So beschreibt es die CP - Comboios de Portugal (Quelle auf Portugiesisch), das staatliche portugiesische Eisenbahnunternehmen. Es nimmt in diesem Jahr ein Angebot wieder auf, das bereits in früheren Jahren großen Anklang fand.

Das Programm dauert einen Tag. Start und Ziel ist der Bahnhof Campanhã in Porto. Ein „Sonderzug mit Barservice“ fährt kurz nach acht Uhr morgens ab. Derzeit gibt es zwei Termine: am 19. und 26. September (Samstage).

Die Weinberge an den Hängen des Douro-Tals, gesehen aus dem Fenster eines Zuges, der vom Dorf Pocinho nach Porto fährt
Die Weinberge an den Hängen des Douro-Tals, gesehen aus dem Fenster eines Zuges, der vom Dorf Pocinho nach Porto fährt AP Photo/Armando Franca

Der erste Halt erfolgt in Pinhão. Von dort bringt ein Bus die Teilnehmer weiter zur Quinta da Avessada, einem Weingut im Ort Favaios, das auch für seine Angebote im Bereich Weintourismus bekannt ist.

Nach einer „Verkostung einiger regionaler Spezialitäten“ wie „traditionellem Brot“ und Fleischpasteten werden die Besucher eingeladen, selbst an der Weinlese teilzunehmen. Dann erhalten sie Eimer, Scheren und Strohhüte und erfahren mehr über die Rebsorten, die Geschichte der Region und einige mit dieser Praxis verbundene Traditionen.

Anschließend steht ein „regionaler Mittagstisch“ auf dem Programm, mit mehreren typischen Gerichten für die Teilnehmer dieser Reise. Danach folgt ein Besuch der Kelterhäuser der Quinta da Avessada, wo sie beim traditionellen Stampfen der Trauben mitmachen, einem uralten Verfahren, das lokal „lagarada“ heißt. Zum Abschluss findet in der Enoteca des Gutes eine „kommentierte Verkostung von Likörweinen“ statt.

Die Rückfahrt nach Porto erfolgt am späten Nachmittag mit dem Zug ab dem Bahnhof Régua. Der Preis variiert je nach Altersgruppe und danach, ob es sich um eine Gruppenreise handelt oder nicht. Für Erwachsene liegt der Basispreis bei 93 Euro in der ersten Klasse und 86 Euro in der zweiten Klasse.

Kreuzfahrt in die Weinlesetradition

Die spektakulären Landschaften entlang des Douro laden auch zu anderen Erlebnissen ein. Der Blick auf die steilen Terrassen dieser Weinregion gehört dabei zu den großen Höhepunkten.

Fast das ganze Jahr über bieten zahlreiche Reiseveranstalter Kreuzfahrten auf weiten Abschnitten des zweitlängsten Flusses Portugals an. Einige nutzen die Weinlesezeit jedoch gezielt, um Programme aufzulegen, die sich an Reisende richten, die den Prozess der Traubenernte und der Weinherstellung hautnah erleben möchten.

Besonders gefragt sind Programme mit einem (Quelle auf Portugiesisch) oder zwei Tagen (Quelle auf Portugiesisch) Dauer im September. Die Teilnehmer entdecken dabei nicht nur Pinhão und die Umgebung auf einer Flussfahrt, sondern haben auch die Möglichkeit, ein Weingut der Region zu besuchen und an verschiedenen thematischen Aktivitäten teilzunehmen. Dazu gehören Weinproben sowie die Mitarbeit beim Schneiden der Trauben, beim Transport in den Kelter und beim Stampfen der Trauben, begleitet von traditionellen Liedern aus dem Douro-Tal.

Beim zweitägigen Programm ist zudem eine Übernachtung in einem Hotel de Charme enthalten, in einer Gegend, in der die Produktion von Portwein eine zentrale Rolle spielt.

Wer eine vollständig immersive Erfahrung sucht, kann eine ausgedehntere Kreuzfahrt von drei oder fünf Tagen an Bord des Flussschiffes Douro Serenity (Quelle auf Portugiesisch) buchen. Dieses Programm umfasst, ähnlich wie die anderen Angebote, einen Besuch der Quinta da Avessada. Von der „Traubenlese mit Eimer und Schere in der Hand“ über Volksmusik zwischen den Reben bis hin zur „Portweinprobe im Weinkeller“ oder einem regionalen Abendessen – zahlreiche Aktivitäten sind inkludiert. Einige Zusatzangebote kosten extra, etwa ein Besuch der Caves da Raposeira, bekannt für ihre Schaumweine, des Zentrums für Felskunst in Penascosa, des Museums von Foz Côa sowie des Ortes Castelo Rodrigo, wo eine weitere Weinprobe in einem lokalen Keller vorgesehen ist.

Der Basispreis pro Erwachsenen liegt zwischen 495 und 800 Euro, je nach Dauer der Reise. In diesem Monat gibt es noch zwei Termine: den zehnten und elften September, für das Programm mit fünf beziehungsweise drei Tagen.

Vielfältige Erlebnisse für Weinliebhaber

Von Nord bis Süd öffnen im September zahlreiche Weingüter und landwirtschaftliche Betriebe ihre Türen, um die Zeit der Weinlese gemeinsam mit Weinliebhaberinnen und Weinliebhabern zu feiern.

Ein Beispiel im Douro ist das Ventozelo Hotel & Quinta (Quelle auf Portugiesisch). Das Anwesen gehört zu den größten und ältesten der Region und verfügt über 29 Zimmer, verteilt auf sieben verschiedene Gebäude. Gäste können hier eine Nacht in einem ehemaligen Weintank oder in einer einstigen Scheune verbringen, die heute als komfortable Rückzugsorte dienen. Die Preise reichen je nach Saison und Unterkunft von 180 bis 2.950 Euro pro Nacht.

Ventozelo Hotel & Quinta
Ventozelo Hotel & Quinta Luís Ferraz

Das in Ervedosa do Douro gelegene Gut bietet das ganze Jahr über eine Reihe von Aktivitäten rund um Wein und Reben an – sowohl für Übernachtungsgäste als auch für Besucher mit anderen Reiseplänen. Für Letztere gibt es etwa die sogenannte „Visita ao Sítio dos Prazeres“ (Quelle auf Portugiesisch), ein multisensorisches Erlebnis rund um das Douro-Tal. Es umfasst einen geführten Rundgang durch den zentralen Bereich des Anwesens, bei dem Geschichte und Funktionsweise des Gutes erläutert werden, gefolgt von einer Verkostung der dort produzierten Weine.

Auch die Torel Quinta da Vacaria (Quelle auf Portugiesisch), ein Fünf-Sterne-Boutiquehotel in Peso da Régua, bietet ein breites Angebot im Bereich Weintourismus. Dazu zählen Weinproben oder Anwendungen der Vinotherapie, bei denen Wein und traubenbasierte Produkte eingesetzt werden, um Haut und Körper zu revitalisieren. Gäste haben außerdem die Möglichkeit, das Schistó (Quelle auf Portugiesisch) kennenzulernen, ein Restaurant mit einem Michelin-Stern, das ebenfalls zu diesem Anwesen gehört, dessen Geschichte bis ins Jahr 1616 zurückreicht.

Torel Quinta da Vacaria
Torel Quinta da Vacaria Luís Ferraz

Speziell für die Weinlesezeit hat die Torel Quinta da Vacaria ein Programm aufgelegt, das in den Monaten September und Oktober für 180 Euro pro Person buchbar ist. Die Teilnehmer erhalten Zugang zum Weinkeller des Gutes, lernen den Vinifikationsprozess kennen und probieren mehrere dort erzeugte Weine. Anschließend folgt ein Abendessen im Kellereirestaurant Fumus mit einem Menü, das von den Traditionen der Weinlese inspiriert ist. Danach bleibt noch Zeit für eine Traubenstampfung, begleitet von traditioneller Musik.

Auch in der Quinta Nova de Nossa Senhora do Carmo (Quelle auf Portugiesisch) in Covas do Douro spielen Wein und Reben eine zentrale Rolle. Das Luxushotel gehört zur renommierten Vereinigung für Tourismus und Hotellerie Relais & Châteaux (Quelle auf Portugiesisch). Das ganze Jahr über können Gäste hier an Aktivitäten teilnehmen, bei denen die Kunst der Weinlese, Weinverkostungen und die lokale Gastronomie im Mittelpunkt stehen.

Quinta Nova de Nossa Senhora do Carmo
Quinta Nova de Nossa Senhora do Carmo Divulgação

Wie schon an vorherigen Tagen lädt das Gut auch am Donnerstag, dem zehnten September, Besucher dazu ein, gemeinsam mit der „Roga“, der für diese Arbeit zuständigen Erntebrigade, die Trauben zu schneiden. Danach folgen zwei Weinproben mit unterschiedlichen Charakteren. Die Erfahrung (Quelle auf Portugiesisch) endet mit einem Mittagessen im Restaurant Terraçu’s, das ebenfalls zur Quinta Nova gehört und 290 Euro pro Person kostet.

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