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Krieg in Russland, Druck aus den USA: Viele Europäer fühlen sich bedroht

Die meisten EU-Bürger glauben, dass ihr Land bedroht ist
Die meisten EU-Bürger glauben, dass ihr Land bedroht ist Copyright  Euronews
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Von James Thomas & Inês Trindade Pereira & video by Baptiste Goudier
Zuerst veröffentlicht am
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In einer zunehmend unbeständigen Welt wächst in Europa das Gefühl der Bedrohung. Doch Eurobarometer-Daten zeigen: Viele trauen ihren Regierungen den Schutz nicht zu, während zugleich darüber gestritten wird, ob Brüssel genug oder schon zu viel in Verteidigung investiert.

Da sich die transatlantischen Beziehungen auf einem historischen Tiefpunkt befinden, versucht Europa, seine Verteidigung wieder stärker selbst in die Hand zu nehmen. Auf dem Kontinent laufen mehrere Initiativen, um Sicherheit und Abschreckung auszubauen.

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Trotzdem zweifelt offenbar die Mehrheit der Europäer an den Fähigkeiten ihrer Regierungen, sie zu schützen. Das zeigen aktuelle Daten von Eurobarometer.

Mehr als zwei Drittel der Befragten glauben demnach, dass ihr Land bedroht ist. Am höchsten ist dieser Wert in Frankreich (79 %), den Niederlanden (77 %) und Dänemark (76 %). Am niedrigsten ist er in Slowenien (50 %), Kroatien (52 %) und der Tschechischen Republik (52 %).

Gleichzeitig unterscheiden viele EU-Bürger zwischen Bedrohungen für ihr Land und für sich selbst. Eine knappe Mehrheit (51 %) meint nicht, dass die eigene persönliche Sicherheit gefährdet ist.

Angetrieben von Russlands Krieg gegen die Ukraine hat die EU in den vergangenen Jahren versucht, ihre Verteidigungskapazitäten zu stärken. Im Fokus stehen gemeinsame Beschaffung und der Ausbau der Industrie.

Zu den Maßnahmen gehören der Plan "ReArm Europe", der höhere Verteidigungsausgaben ermöglichen soll. Hinzu kommt das Darlehensinstrument "Security Action for Europe" (SAFE). Es soll den Mitgliedstaaten helfen, Geld für gemeinsame Beschaffungen aufzunehmen und die europäische Verteidigungsindustrie zu stärken.

In der Bevölkerung kommen diese Initiativen offenbar an. Viele trauen der EU zu, Sicherheit und Verteidigung zu stärken. Laut Eurobarometer sagen das 52 % der Befragten. Besonders hoch ist das Vertrauen in Luxemburg (76 %), Portugal (74 %), Zypern (73 %) und Litauen (71 %).

Jüngere Befragte zwischen 15 und 24 Jahren vertrauen der EU in Sicherheits- und Verteidigungsfragen stärker als andere Altersgruppen. Skeptischer sind vor allem Menschen ab 55 Jahren.

Dennoch bleibt Unzufriedenheit über das Ausmaß der Investitionen. Fast ein Drittel findet, die EU investiere nicht genug in Verteidigung und Sicherheit. 14 % sind dagegen der Meinung, Brüssel gebe zu viel aus.

Der Wunsch nach höheren EU-Investitionen nimmt mit dem Alter zu. Bei den 15- bis 24-Jährigen fordern 27 % mehr Ausgaben. Bei den über 55-Jährigen sind es 35 %.

Weltraum als neues Feld der Sicherheitsstrategie

Viele Europäer denken bei Verteidigung nicht nur an Fähigkeiten am Boden. Auch der Weltraum spielt in der Wahrnehmung eine wachsende Rolle.

Rund 53 % der Befragten sagen, Sicherheit und Verteidigung sollten in den Raumfahrtprogrammen der EU Priorität haben. Dahinter folgen andere Themen wie Umwelt und Klimawandel sowie das Wachstum der europäischen Industrie.

Zu den jüngsten EU-Projekten gehört IRIS². Geplant ist eine sichere, multiorbitale Satellitenkonstellation. Sie soll die Cyber-Resilienz stärken und eine strategische Hochgeschwindigkeitskommunikation zwischen EU-Regierungen und Bürgern ermöglichen. Ziel ist auch, die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern.

IRIS² soll zwischen 2027 und 2030 voll einsatzfähig sein. Das Vorhaben folgt auf die EU-Weltraumstrategie für Sicherheit und Verteidigung. Sie wurde ins Leben gerufen, um europäische Weltraumressourcen besser vor Bedrohungen zu schützen, etwa vor Angriffen auf Satelliten.

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