Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Operation "Matroschka“? Manipulierte Videos verbreiten Lügen über ukrainische Athleten

Gefälschte Euronews-Videos sind Teil der Desinformationskampagne zu den Olympischen Winterspielen in Mailand.
Gefälschte Euronews-Videos sind Teil der Desinformationskampagne zu den Olympischen Winterspielen in Mailand. Copyright  Cleared.
Copyright Cleared.
Von Estelle Nilsson-Julien & Tamsin Paternoster
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

Mindestens fünf gefälschte Clips mit Euronews-Grafiken kursierten im Februar auf X und Telegram: Sie verbreiten erfundene Vorwürfe gegen ukrainische Flüchtlinge und Athleten rund um Mailand-Cortina. Eine koordinierte Kampagne gegen Nachrichtenmedien?

Im Februar kursierten auf X und Telegram Videos, in denen Euronews-Grafiken missbraucht wurden. Damit wurden falsche Behauptungen über ukrainische Flüchtlinge und Sportler während der Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina verbreitet.

WERBUNG
WERBUNG

Ein Video, das auf X mehr als 114.000 Aufrufe erreichte, behauptet etwa, ukrainische Flüchtlinge hätten eine Euronews-Crew bei den Spielen ausgeraubt. Das ist falsch.

Ein weiterer Clip behauptet, ein ukrainischer Dolmetscher aus der Delegation sei geflohen. Er sei bereits die "52ste" Person, die dies getan habe. Auch diese Behauptung ist erfunden.

Mehrere Beiträge mischen reale Ereignisse mit falschen Details. So heißt es in einem Video, ukrainische Fans hätten in Mailand randaliert, nachdem der ukrainische Skeleton-Sportler Vladyslav Heraskevych disqualifiziert worden sei. Der Grund: Er habe einen Helm tragen wollen, der Bilder von Sportlern zeigt, die im russischen Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. Heraskevych wurde tatsächlich disqualifiziert. Es gibt jedoch keine glaubwürdigen Berichte, dass ukrainische Vandalen während der Spiele Kulturstätten in Mailand zerstört hätten.

In den Clips werden Euronews-Grafiken mit Archivbildern von Olympischen Spielen kombiniert. Dazu kommen Musik sowie manipulierte Sprachaufnahmen.

The Cube, das Faktencheck-Team von Euronews, fand verschiedene Beispiele dieser Videos auf Telegram und X. Sie erzielten jeweils Tausende von Aufrufen. Keines der Videos wurde von unserer Redaktion produziert.

Eine Auswahl falscher Euronews-Berichte
Eine Auswahl von falschen Euronews-Berichten Cleared

Breitere Einflussnahme

Laut einer Analyse, die The Cube von Antibot4Navalny erhalten hat, sind die Fälschungen Teil einer koordinierten Beeinflussungskampagne. Ziel waren die Spiele in Mailand-Cortina. Antibot4Navalny ist ein Forschungskollektiv, das Bot-Netzwerke in Russland und darüber hinaus untersucht.

Die Videos weisen Merkmale der Operation "Matroschka" auf. Forscher und Analysten bringen sie mit russischen Akteuren in Verbindung.

Nach Erkenntnissen von Antibot4Navalny sind bislang mindestens 35 Videos im Zusammenhang mit den Mailänder Spielen verbreitet worden. Sie geben sich als Medienmarken sowie als Forschungs- und Regierungsorganisationen aus. Die Forscher dokumentierten außerdem gefälschte Zeitschriftencover und manipulierte Social-Media-Beiträge, die derselben Kampagne zugeschrieben werden.

Eines der am weitesten verbreiteten Beispiele war eine manipulierte Version eines Beitrags des kanadischen Senders CBC News. Der Clip wurde mehr als eine Million Mal angesehen, bevor der Sender bestätigte, dass es sich um eine Fälschung handelt. Dabei wurde eine KI-Stimme verwendet, die auf der Stimme eines echten Reporters basiert.

In dem Video wird fälschlicherweise behauptet, ukrainische Athleten seien im Olympischen Dorf von anderen Athleten getrennt worden.

Zu den weiteren betroffenen Marken gehören TF1 Info, E!News, Eurostat und der deutsche Sender Deutsche Welle.

Es ist nicht das erste Mal, dass "Matroschka"-Desinformation auf Olympische Spiele zielt. Bereits während der Spiele 2024 in Paris lief eine ähnliche Aktion.

Im Vergleich zu damals ist die Mailänder Kampagne laut Antibot4Navalny kleiner. Die Forscher registrierten rund 60 Beiträge mit Bezug zu Mailand. Zu Paris waren es etwa 190. Während sich die Beiträge in Paris gegen viele unterschiedliche Ziele richteten, darunter Präsident Emmanuel Macron und die Organisatoren, konzentriert sich die Mailänder Kampagne stärker auf die Ukraine. Im Fokus stehen ukrainische Sportler und Flüchtlinge.

Einige der Mailänder Videos beziehen sich zudem auf angebliche Vorfälle bei den Spielen in Paris. Diese Vorfälle waren selbst erfunden.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Desinformationskampagne: Warnung vor gefälschten Euronews-Inhalten

Gefälschter Euronews-Telegramkanal verbreitet Fakenews über Rumänien und Moldau

Fake News: Anti-Moldawien-Desinformationskampagne unter dem Namen von Euronews