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EU-Kommissar schlägt Alarm: EU muss Raketenproduktion dringend ankurbeln

EU-Kommissar für Verteidigung und Raumfahrt Andrius Kubilius in Helsinki, am 21. Februar 2025.
EU-Kommissar für Verteidigung und Raumfahrt Andrius Kubilius in Helsinki, am 21. Februar 2025. Copyright  AP Photo
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Von Alice Tidey
Zuerst veröffentlicht am
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Innerhalb von drei Tagen wurden im Nahen Osten rund 800 Raketen aus US-amerikanischer Produktion eingesetzt, mehr als die Ukraine in den letzten vier Wintermonaten verwendet hat.

Der wachsende Druck auf die globalen Waffenlieferketten infolge der US-Operation im Nahen Osten zeigt, dass es für Europa "entscheidend" ist, die Raketenproduktion rasch auszubauen, um den eigenen Bedarf und den der Ukraine zu decken. Davor warnte der EU-Verteidigungskommissar am Freitag.

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Von Polen aus, wo er die erste Station seiner sogenannten "Missile Tour" oder "Raketentour" absolvierte, erklärte Andrius Kubilius, dass der Bedarf der Ukraine – insbesondere an Abfangraketen für die Luftverteidigung – die derzeitigen westlichen Produktionskapazitäten bei weitem übersteigt.

"Raketen, Drohnen und 155-mm-Munition mit großer Reichweite sind die Hauptprioritäten der Ukraine", sagte er. Raketen seien für die Verbündeten jedoch die "schwierigste" Kategorie.

Kubilius zufolge war die Ukraine im Jahr 2025 mit fast 2.000 Raketenangriffen konfrontiert, darunter etwa 900 von Russland abgeschossene ballistische Raketen. Diese Waffen sind deutlich schwerer abzufangen und erfordern fortschrittliche Luftverteidigungssysteme wie das Patriot-Raketensystem.

Allein während der viermonatigen Wintersaison benötigte das ukrainische Militär rund 700 Patriot-Abfangraketen, so Kubilius. Häufig seien mehrere Abfangraketen nötig, um eine einzige ankommende ballistische Rakete zu zerstören. Das Produktionstempo der PAC-3-Raketen des Herstellers Lockheed Martin lag jedoch im Jahr 2025 bei rund 600 Stück.

"Die Amerikaner werden nicht in der Lage sein, genügend dieser Raketen für die Golfstaaten, für ihre eigene Armee und auch für die Ukraine zu liefern", sagte Kubilius.

"Die Situation ist wirklich kritisch", fügte er hinzu. "Wir müssen die Raketenproduktion sehr dringend und sehr schnell ausbauen."

Europäische Beamte argumentieren, dass die jüngste Krise im Nahen Osten die Verwundbarkeit durch die Abhängigkeit von externen Lieferanten noch deutlicher gemacht habe.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte während eines Briefings am Donnerstag, dass "mehr als 800 (US-Raketen) allein in den letzten drei Tagen" im Nahen Osten eingesetzt worden seien, um iranische Raketen und Drohnen abzufangen.

"Die Ukraine hat noch nie so viele Raketen gehabt, um Angriffe abzuwehren", fügte er hinzu.

Der ukrainische Präsident appelliert regelmäßig an die Verbündeten, die von der Ukraine benötigten PAC-2- und PAC-3-Raketen zu liefern. Diese seien in der Regel innerhalb weniger Tage nach ihrem Eintreffen einsatzbereit und würden schnell eingesetzt.

Neben Kubilius sagte der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz, die Situation unterstreiche die Dringlichkeit, eine unabhängigere europäische Verteidigungsindustrie aufzubauen.

"Die Unabhängigkeit der Rüstungsproduktion in Europa und sichere Lieferketten werden immer wichtiger", erklärte er und wies darauf hin, dass US-Hersteller möglicherweise der Auffüllung der Bestände der USA und der Golfstaaten Vorrang einräumen.

Warschau selbst hat große Verträge über amerikanische Militärausrüstung unterzeichnet und beobachtet genau, ob Konflikte in anderen Regionen die Lieferungen verlangsamen könnten.

"Wenn dieser Konflikt anhält, besteht leider ein solches Risiko", sagte er.

Kubilius erklärte, Brüssel versuche, die Herausforderung mit neuen Finanzierungsinstrumenten zu bewältigen. Dazu gehört ein Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro, das die EU der Ukraine gewähren will, um sicherzustellen, dass das Land in den kommenden zwei Jahren zahlungsfähig bleibt. Zwei Drittel des Kredits sind für Militärausgaben vorgesehen, verbunden mit der Auflage, vorrangig bei ukrainischen und europäischen Herstellern einzukaufen.

Das Darlehen, das die Ukraine ab April erhalten soll, wird derzeit von Ungarn wegen eines Energiestreits mit der Ukraine blockiert.

Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit ist ein Darlehensprogramm in Höhe von 150 Milliarden Euro, das 19 Mitgliedstaaten – darunter Polen – in Anspruch nehmen wollen.

Nach Polen wird Kubilius’ "Raketentour" ihn nach Italien, Deutschland, Belgien, Schweden und Finnland führen.

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