MediaMarkt-Mitbegründer Walter Gunz und die Trabrennsport-Unternehmerin Karin Walter-Mommert geben das Geld für die private Rettungsaktion für den gestrandeten Wal in der Ostsee. Wer sind die beiden?
Der in der Ostsee vor der Insel Poel gestrandete Wal soll nun durch eine private, behördlich genehmigte Rettungsaktion mithilfe von Luftkissen geborgen und dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons bis zur Nordsee und in den Atlantik transportiert werden.
Geplant und finanziert wird die Aktion von den Unternehmern Walter Gunz und Karin Walter-Mommert.
Gunz, Jahrgang 1946, hat sein Vermögen mit der MediaMarkt-Kette gemacht, die er 1979 zusammen mit drei anderen Unternehmern in München begründete. Zuvor hatte er Philosophie studiert und bei Karstadt als Abteilungsleiter gearbeitet.
Er steckt hinter dem MediaMarkt-Werbeslogan „Ich bin doch nicht blöd“. Daran angelehnt auch der Titel seines 2013 veröffentlichten Buches "Ich war doch nicht blöd". Nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen und dem Verkauf seiner Anteile um die Jahrtausendwende gehörte er laut Manager-Magazin 2010 mit einem Vermögen von über 500 Millionen Euro zu den 500 reichsten Deutschen.
MediaMarktSaturn ist inzwischen Europas größte Elektronikfachmarktkette.
Gunz arbeitete später als Consultant und war von 2005 bis 2008 Geschäftsführer der Axel Springer E-Commerce GmbH. Er lebt in Bayern am Tegernsee und in Marokko. Einem früheren Porträt in der "Rheinischen Post" zufolge kaufte er in Marokko regelmäßig in Käfigen gehaltene Tiere, um sie dann freizulassen.
Im Interview mit der Deutschen Presseagentur erklärte Gunz, die ganze Rettungsaktion werde "schon nicht hundert Millionen kosten": "Die Leute denken immer zu viel an Geld. Man darf sich da nicht verkrampfen. Geld ist eine Energie und man muss sorgfältig damit umgehen."
"Vom Typ her eigentlich überhaupt kein Held"
Bekannte hätten ihn gefragt, ob man für den Wal nicht etwas tun könne: "Dann bin ich plötzlich als der Retter der Nation erschienen, obwohl ich vom Typ her eigentlich überhaupt kein Held bin."
Karin Walter-Mommert ist erfolgreiche Besitzerin von Trabrennpferden, verheiratet mit dem österreichischen Unternehmer Ulrich Mommert. Laut Business Insider gewann sie 1999 die Europameisterschaft der Amateurfahrerinnen, 1998 und 1999 wurde sie deutsche Amateurmeisterin. Bevor sie ihre Leidenschaft für den Pferdesport entdeckte, arbeitete sich als Stewardess bei der damaligen US-Fluggesellschaft Pan American World Airways.
Ihr Mann, ebenfalls Trabrennsport-Amateur, machte sein Vermögen laut Forbes unter anderem durch den Verkauf des österreichischen Beleuchtungsunternehmens ZKW Group im Jahr 2018 an das südkoreanische Unternehmen LG. Mommert hatte das Unternehmen 1982, als es am Rande des Konkurses stand, übernommen. Laut Forbes hat die Familie Mommert ein Vermögen von 1,7 Milliarden US-Dollar.
Karin Walter-Mommert erzielt mit ihren erfolgreichen Trabrennpferden ebenfalls Millionen. Laut einer schwedischen Prominentenstatistik hat sie etwa 300 Pferde und arbeitet mit Spitzentrainern zusammen. Ihr Vermögen allein aus dem Turnierpferdgeschäft in Schweden beträgt demnach schätzungsweise rund 7,1 Mio. schwedische Kronen (rund 654.000 Euro).
Bei Rennen in Schweden erzielte sie Branchenberichten zufolge 2025 umgerechnet rund 1,4 Mio. Euro mit über 150 Siegen und zahlreichen zweiten und dritten Plätzen und lag in der schwedischen Besitzerstatistik (nach Siegen) im Jahr 2025 auf Rang zwei.
Laut "Bild" ist sie zuversichtlich zur Wal-Rettung: "Wir haben Hoffnung und sind überzeugt, dass wir mit dem nun erlaubten Rettungsversuch im Sinne der Menschen von Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland handeln."