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Wenn der Himmel schwarz wird: Experten warnen vor Maikäfer-Massenflug

Maikäfer
Maikäfer Copyright  Pixabay/mkoziol
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Von VS
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Es brummt wieder in Hessen. Bis zu 500 Millionen Maikäfer steigen in den nächsten Tagen in die Luft – und sorgen für ein Naturspektakel, das gleichzeitig zur echten Gefahr werden kann.

Alle vier Jahre wieder: Im Süden Hessens steht ein gigantischer Maikäfer-Massenflug bevor. Experten rechnen in diesem Jahr mit rund einer halben Milliarde Tiere, die vor allem rund um Groß-Gerau und Darmstadt durch die Lüfte schwirren.

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Besonders in der Dämmerung wird es spektakulär – dann steigen die Käfer in dichten Schwärmen auf, teilweise in „Wolken“ aus zehntausenden Tieren. Für Naturschützer ein seltenes Schauspiel, für viele andere eher ein Albtraum.

Käfer klatschen massenhaft gegen Windschutzscheiben

Schon beim letzten großen Flug 2022 kam es zu chaotischen Szenen: Auf der Autobahn A67 rund um das Mönchhof-Dreieck mussten Autofahrer teilweise auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen. Käfer klatschten massenhaft gegen Windschutzscheiben – Experten sprechen von „apokalyptischen Zuständen“.

Der Grund für die Käfer-Explosion liegt im Boden – und ist menschengemacht. Durch die jahrzehntelange Entwässerung der Region finden Maikäfer perfekte Bedingungen: trockene, warme Böden, ideal für die Eiablage.

Maikäferlarven entwicklen sich gut in trockenen und warmen Böden
Maikäferlarven entwicklen sich gut in trockenen und warmen Böden Pixabay/benmenting

Warum es immer mehr werden

Dort, in den trockenen, warmen Böden entwickeln sich die gefräßigen Engerlinge, die später als Käfer gleichzeitig aus der Erde schlüpfen – wenn das Wetter passt, geht alles auf einmal los.

Hinzu kommt der Klimawandel: milde Winter, trockene Böden und geschwächte Wälder sorgen dafür, dass sich die Population kaum noch natürlich reduziert. Ein „Todeskreislauf“, warnen Förster: Sterbende Bäume lassen mehr Licht auf den Boden – perfekte Bedingungen für noch mehr Käfer.

Experten rechnen in wenigen Tagen mit zwei bis drei Massenflügen in der Dämmerung. Diese riesigen Schwärme rufen auch anderen Tiere auf den Plan. Denn für sie ist der Tisch dann reich gedeckt. Zum Beispiel Füchse, Dachse, viele Vogelarten und auch Fledermäuse kommen für die Extraportion Futter laut Experten teilweise von weiter her.

Besonders auffällig ist der Kopf der Maikäfer mit facettenreichen Augen. Dazwischen sitzen die charakteristischen Fühler – beim Männnchen enden sie in fächerartigen Lamellen.
Besonders auffällig ist der Kopf der Maikäfer mit facettenreichen Augen. Dazwischen sitzen die charakteristischen Fühler – beim Männnchen enden sie in fächerartigen Lamellen. Pixabay/PiotrAlbanowicz

Gefahr auf der Straße – Problem im Wald

Während Füchse, Vögel und Fledermäuse sich über das große Fressen freuen, kämpfen Förster mit massiven Schäden. Vor allem die Larven sind gefährlich: Sie zerstören Baumwurzeln und lassen selbst junge Bäume absterben.

Die Käfer setzen dem Wald zu. Die erwachsene Tiere fressen die frischen Blätter. Noch problematischer sind die Engerlinge, die im Boden an Baumwurzeln fressen. Eine wirksame Bekämpfung? Fehlanzeige. Weder Chemie noch biologische Mittel konnten die Plage bisher stoppen.

Für Autofahrer heißt es deshalb bald wieder: Vorsicht! Wenn die Käfer kommen, wird selbst die Autobahn zur Kriechstrecke.

Massenflüge von Maikäfern findet in der Regel alle vier Jahre statt, nicht nur im hessischen Ried. Andere Stämme, etwa bei Hanau oder nahe Karlsruhe, sind in anderen Jahren mit dem Massenflug dran.

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