Funkwarnungen und abgeschaltete Transponder: In der Straße von Hormus kommt es zu einem Zwischenfall mit deutschen Kreuzfahrtschiffen. Offiziell heißt es später, die Durchfahrt sei sicher verlaufen.
Mehrere deutsche Kreuzfahrtschiffe sind in der Straße von Hormus zeitweise ins Visier der islamischen Revolutionsgarden geraten. Das berichtet das private maritime Sicherheitsunternehmen Vanguard Tech. Demnach sollen am Samstag die beiden TUI-Schiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" bedroht worden sein.
Nach Angaben eines Kapitäns hätten die Revolutionsgarden per Funk gewarnt: "Wir führen einen Einsatz aus, wir werden schießen und euch zerstören." Zudem sei ein Einschlag in der Nähe eines Schiffes gemeldet worden.
In der Folge schalteten mehrere Schiffe ihre Transponder aus, wodurch zeitweise keine Positionsdaten verfügbar waren. Neben den Kreuzfahrtschiffen betraf dies auch mehrere Containerfrachter der Reederei MSC.
Inzwischen konnten die betroffenen Schiffe die Meerenge passieren. Die Durchfahrt sei "in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden" erfolgt, teilte ein Sprecher von TUI mit.
Laut Aussagen des Unternehmens habe es dabei "keine konkrete Bedrohung" gegeben. Einzelne Wahrnehmungen im Umfeld seien in der angespannten Lage möglich gewesen, hätten aber keinen Einfluss auf die sichere Passage gehabt.
Passagiere befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr an Bord. Sie waren bereits im März von Bord gegangen. Schäden an den Schiffen wurden nicht gemeldet.
Die TUI-Schiffe sind nach Unternehmensangaben inzwischen auf dem Weg in Richtung Mittelmeer. Die Reederei dankte den Besatzungen und allen Beteiligten für ihr umsichtiges Handeln.
Mehrere der betroffenen Schiffe hatten zuvor rund drei Wochen in der Region festgelegen, darunter die "MSC Euribia" in Dubai sowie "Mein Schiff 4" in Abu Dhabi und "Mein Schiff 5" in Doha. Nach der Evakuierung der Passagiere verblieben nur noch kleine Crews an Bord.