Die strategische Wasserstraße, die seit Beginn des Krieges faktisch geschlossen ist, soll für den Rest des Waffenstillstands vollständig für den Handelsverkehr geöffnet sein.
Nach Wochen der Unsicherheit gibt es erstmals ein Zeichen der Entspannung im Persischen Golf: Mit der Celestyal Discovery hat am Freitagnachmittag das erste Kreuzfahrtschiff die Straße von Hormus erfolgreich passiert.
Laut MarineTraffic verließ das unter der Flagge Maltas fahrende Schiff, das ohne Passagiere nach Oman unterwegs sein soll, Dubai am Freitag. Es war zuvor 47 Tage lang angedockt. Das Schiff Celestyal Discovery wird voraussichtlich am Samstag im Oman eintreffen.
Stunden zuvor hatten der Iran und die USA erklärt, dass die strategische Wasserstraße, die seit Beginn des Krieges faktisch geschlossen ist, für den Rest des Waffenstillstands vollständig für den Handelsverkehr geöffnet sein wird.
Laut Schiffsdaten befand sich das Schiff gegen 19.30 Uhr deutscher Zeit bereits im Indischen Ozean und nahm Kurs auf die omanische Küste. Die Route wurde von Khasab auf Maskat geändert, das Schiff steuert nun auf den Hafen der omanischen Hauptstadt zu. Während der Durchfahrt blieb die „Celestyal Discovery“ aus Sicherheitsgründen möglichst nah an der Küste Omans – ein Bereich, der für große Tanker wegen felsigen Untergrunds nur eingeschränkt nutzbar ist.
Erste Bewegung nach Wochen der Blockade
Die Passage ist die erste seit Beginn der rund siebenwöchigen Blockade der Meerenge. Diese war zuletzt teilweise vermint worden, was den Schiffsverkehr nahezu zum Erliegen brachte.
Auffällig: Die Reederei scheint gut informiert gewesen zu sein. Das Schiff hatte Dubai bereits Stunden vor der offiziellen Bestätigung der Öffnung verlassen. Erst am Nachmittag wurde bekanntgegeben, dass die Straße von Hormus vorübergehend wieder passierbar ist – zunächst für die Dauer einer zehntägigen Feuerpause im Libanon.
Hoffnung für gestrandete Kreuzfahrtschiffe
Für die Kreuzfahrtbranche ist die erfolgreiche Durchfahrt ein wichtiges Signal. Noch immer warten mehrere Schiffe in der Region auf ihre Weiterreise, darunter die Mein Schiff 4, Mein Schiff 5, die MSC Euribia und die Aroya.
Eigentlich hätten sie längst in ihren Sommerfahrtgebieten, etwa im Mittelmeer rund um Mallorca, unterwegs sein sollen. Stattdessen mussten in den vergangenen Wochen zahlreiche Reisen abgesagt werden.
Ob die nun begonnene Öffnung der Route dauerhaft Entlastung bringt, bleibt jedoch vorerst unklar.