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Kinder zahlen hohen Preis: UN schlägt Alarm wegen Landminen

Am zehnten Juni 2025 entdecken Einsatzkräfte in einem Minenfeld bei Siem Reap eine sowjetische POMZ-2M-Landmine.
Eine sowjetische POMZ-2M-Landmine auf einem Minenfeld bei Siem Reap, zehnter Juni 2025 Copyright  AP Photo
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Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Seit Jahrzehnten machen Kinder mehr als 40 Prozent der zivilen Minenopfer aus. Die Vereinten Nationen fordern ein Ende von Produktion und Einsatz der Waffen.

Mindestens 58 Staaten sind nach Angaben des UN-Hochkommissars für Menschenrechte weiterhin mit Antipersonenminen verseucht. Besonders viele zivile Opfer werden aus Myanmar, Syrien, Afghanistan und der Ukraine gemeldet.

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"Es ist zutiefst beunruhigend, dass diese Sprengkörper fast dreißig Jahre nach der Verabschiedung des Übereinkommens über das Verbot von Antipersonenminen noch immer Menschen töten und verletzen – oft Jahrzehnte nach ihrer Verlegung", erklärte Volker Türk, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, am Dienstag in einer Mitteilung.

"Alle Staaten müssen sich erneut dazu verpflichten, Produktion, Einsatz und Weitergabe dieser Waffen zu beenden und ihre Zusammenarbeit bei der Räumung bereits verlegter Minen deutlich zu verstärken." Türk legte dazu einen Bericht vor. Dieser stützt sich auf Informationen von Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, humanitären Organisationen und Akteuren der Zivilgesellschaft.

Dem Bericht zufolge wurden im Jahr 2024 mindestens 945 Menschen durch Landminen und explosive Kriegsrückstände getötet, weitere 4.325 verletzt. Die Zahlen stammen vom "Landmine and Cluster Munition Monitor".

"Unter den Opfern, bei denen bekannt war, ob es sich um Zivilpersonen oder Militärangehörige handelte, machten Zivilisten im Jahr 2024 rund 90 Prozent aller registrierten Opfer aus", heißt es in dem Bericht.

Die meisten Opfer wurden demnach 2024 in Myanmar registriert, wo 2.029 Menschen getötet oder verletzt wurden. Es folgen Syrien mit 1.015 und Afghanistan mit 624 Opfern. Danach kommen die Ukraine, Nigeria, Mali, Jemen und Burkina Faso, die jeweils mehr als 200 Opfer meldeten. In einer separaten Erklärung teilte die Internationale Kampagne zum Verbot von Landminen mit, dass Minen und explosive Kriegsrückstände, darunter auch Streumunition, im Jahr 2025 mehr als 5.000 Menschen töteten oder verletzten.

Die überwiegende Mehrheit der Opfer waren erneut Zivilpersonen. Das Büro von Türk wies zudem darauf hin, dass Kinder seit 1999 mehr als 40 Prozent aller zivilen Opfer von Antipersonenminen ausmachen.

Antipersonenminen töten und verstümmeln nicht nur Menschen, betonte das Büro des Hochkommissars. Sie machen ganze Gebiete unzugänglich, schränken grundlegende Rechte ein, verlängern Vertreibungen und verhindern die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen.

Ein Syrer, der bei der Olivenernte durch eine Minenexplosion ein Bein verlor, geht am neunten April 2025 vor seinem Haus in Qaminas.
Ein Syrer, der bei der Olivenernte durch eine Minenexplosion ein Bein verlor, geht am neunten April 2025 vor seinem Haus in Qaminas. AP Photo

Das Ottawa-Übereinkommen zum Verbot von Landminen zählt zwar 162 Vertragsstaaten, doch Türk wies darauf hin, dass mehrere Länder mit großen Minenbeständen dem Abkommen bislang nicht beigetreten sind. Estland, Finnland, Lettland, Litauen und Polen haben ihren Austritt aus dem Vertrag angekündigt, während die Ukraine die Umsetzung des Abkommens ausgesetzt hat.

"Staaten, die den Vertrag noch nicht ratifiziert haben, sollten dies umgehend nachholen, und ausgetretene Staaten sollten schnell wieder beitreten", forderte Türk. Gleichzeitig begrüßte er die jüngste Entscheidung des Libanon, dem Ottawa-Übereinkommen beizutreten – trotz des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah.

Der Bericht von Türk zeigt zudem, dass die Beiträge zum Freiwilligen Treuhandfonds der Vereinten Nationen für Minenräumhilfe in den sieben Jahren bis 2025 deutlich zurückgegangen sind: von 125 Millionen auf 46 Millionen US-Dollar beziehungsweise von 107 Millionen auf 39 Millionen Euro.

Weitere Quellen • AFP

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