Viele Labour-Abgeordnete sehen in Burnham die größte Chance, die Partei nach den verheerenden Kommunalwahlen im Mai wieder zu beleben.
Im britischen Wahlkreis Makerfield in Greater Manchester sind die Menschen heute zur Nachwahl aufgerufen. Sie entscheiden über ihr nächstes Unterhausmitglied – und womöglich über den nächsten britischen Premierminister.
Die Wahllokale in Makerfield sind am Donnerstag von sieben Uhr morgens bis 22 Uhr geöffnet. Direkt danach beginnt die Auszählung.
Die Nachwahl wurde notwendig, nachdem der bisherige Abgeordnete Josh Simons sein Mandat niederlegte. Er wollte damit den Weg frei machen für Andy Burnham, den Bürgermeister von Manchester, der den britischen Premierminister Keir Starmer herausfordern will.
Simons traf seine Entscheidung nach den verheerenden Kommunalwahlergebnissen der Labour-Partei im Mai. Sie setzten Starmer massiv unter Druck und führten zu Rücktrittsforderungen.
Im BBC-Interview sprach Simons damals von der „schwierigsten Entscheidung“ seines Lebens, aber auch von einer „Chance, die man nicht ungenutzt lassen kann“.
„Wir steuerten auf eine parteiinterne Kampfabstimmung zu, die Labour in verschiedene Lager gespalten hätte. Es gab keine Hoffnung, keine Energie für wirkliche Veränderungen“, sagte er.
Viele Labour-Abgeordnete sehen in Burnham die beste Chance, die Partei nach den Kommunalwahlen im Mai wieder aufzurichten. Bei der Abstimmung am Donnerstag trifft er jedoch auf starke Konkurrenz von rechts.
Nigel Farages Partei Reform UK und Rupert Lowes Bewegung Restore Britain setzen darauf, mit ihrem harten Kurs in der Migrationspolitik genügend Wählerinnen und Wähler vor Ort zu gewinnen.
Kurz nach Öffnung der Wahllokale veröffentlichte Farage ein Video in den sozialen Netzwerken. Darin stellte er die Wahl als Entscheidung zwischen dem Reform-Kandidaten Robert Kenyon und „open borders Andy Burnham“ dar.
Burnhams Haltung zur EU und zum Brexit steht im Vorfeld der Nachwahl in Makerfield besonders im Fokus.
Früher hatte Burnham gefordert, dass Großbritannien der EU wieder beitreten solle – ein Vorschlag, über den in den vergangenen Monaten erneut heftig gestritten wurde. Inzwischen hat er sich jedoch von diesen Äußerungen distanziert.
„Meiner Ansicht nach hat der Brexit Schaden angerichtet“, sagte er im Mai. „Aber ich glaube auch: Das Letzte, was wir jetzt tun sollten, ist, diese Debatte noch einmal aufzurollen.“