Der US-Tourist befand sich offenbar auf 1.400 Metern Höhe in einem Gebiet, das sehr exponiert ist.
Ein 29-jähriger US-Tourist aus dem US-Bundesstaat Kansas ist bei einer Wanderung am Ätna von einem Blitz getroffen worden. Der Blitz traf den Mann am Sonntagabend, als über dem Vulkan ein heftiges Gewitter niederging. Ein Rettungshubschrauber der Vigili del Fuoco, der italienischen Feuerwehr, brachte ihn sofort in das Cannizzaro-Krankenhaus in Catania, doch die Ärzte konnten ihn nicht mehr retten. Sein Name wurde bislang nicht veröffentlicht.
Der Notruf ging kurz vor 20 Uhr ein. Der Tourist hielt sich im Gebiet Rocca Capra in der Valle del Bove auf, auf rund 1.400 Metern Höhe. Dort ist das Gelände besonders exponiert.
Nach ersten Angaben der Behörden war der Mann allein unterwegs. Offenbar befand er sich in einem gesperrten Abschnitt oder in einem Bereich mit Zugangsbeschränkungen, der wegen der jüngsten Aktivität des Vulkans ausgewiesen wurde. Die Ermittler versuchen weiter herauszufinden, wo genau er sich zum Zeitpunkt des Unglücks befand.
Rettung und Transport ins Krankenhaus
Zum Einsatz kam der Feuerwehrhubschrauber Drago 142 der Vigili del Fuoco. Die Retter erreichten den jungen Mann vor Ort und begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Sie nahmen den Touristen per Winde auf und brachten ihn in das Cannizzaro-Krankenhaus in Catania.
Im Krankenhaus traf er im kardio-respiratorischen Stillstand ein. Die Ärzte setzten die Reanimation fort, doch gegen 21.30 Uhr erklärten sie Mann für tot. Die Polizei ermittelt und nach Agenturangaben hat bisher kein Angehöriger Kontakt aufgenommen.
Die Tragödie rückt die Sicherheitsfrage am Ätna erneut in den Mittelpunkt. Der Vulkan ist derzeit besonders aktiv.
Ätna wieder hochaktiv: Lava, Asche, starker Tremor
In den vergangenen Stunden hat der Ätna seine starke Eruptionsaktivität fortgesetzt. Das Ätna-Observatorium des INGV meldet eine neue Ausbruchsstelle im Gebiet der Valle del Bove, entstanden nach dem Einsturz eines Abschnitts der Ostflanke des Kegels von Monte Rittmann.
Nach den Daten des INGV liegt die neue Öffnung auf etwa 2.350 Metern Höhe und hat einen rund 500 Meter langen Lavastrom erzeugt, der jedoch rasch zum Stillstand kam und abkühlte. Aktiv bleibt außerdem eine Öffnung auf etwa 1.900 Metern, von der ein Strom bis auf rund 1.600 Meter Höhe hinabfließt.
Parallel dazu hält die explosive Aktivität am Krater Voragine an, einem der Gipfelkrater. Die Eruptionswolke stieg auf etwa 6.000 Meter über Meereshöhe und driftete nach Südosten ab. Auch der vulkanische Tremor bleibt auf hohen, stabilen Werten und bestätigt ein weiterhin dynamisches System. Das INGV beobachtet die Entwicklung des Vulkans rund um die Uhr.
Vulkanasche: Flugverkehr in Catania eingeschränkt
Die Aktivität des Ätna wirkt sich weiter auf den Flugverkehr in Sizilien aus. In der Atmosphäre schwebende Asche hat zu einer Verlängerung der Sperrung des Luftraumsektors B1 und zu Einschränkungen bei den Ankünften am Flughafen Catania-Fontanarossa geführt.
Bis zwölf Uhr am Dienstag, 18. August, sind höchstens zehn ankommende Flüge pro Stunde erlaubt. Abflüge sind derzeit nicht beschränkt. Passagieren wird dennoch empfohlen, den Status ihres Fluges bei der Airline zu prüfen, bevor sie zum Flughafen aufbrechen.
Die Ätna-Aktivität hat den Flughafen Catania schon mehrfach stark beeinträchtigt. Bereits in den vergangenen Tagen hatten Ascheemissionen zu weitreichenden Sperrungen und Flugstreichungen geführt – eine der problematischsten Phasen der jüngeren Jahre.
Gewittergefahr in den Bergen
Am gleichen Tag wie der US.Tourist ist auch ein 42-Jähriger am Piz Starlex in Südtirol ums Leben gekommen, vermutlich ebenfalls nach einem Blitzschlag. Er befand sich auf dem Abstieg. Eine Drohne lokalisierte den Körper am späten Abend auf rund 2.600 Metern Höhe.
Der Bergrettungsdienst erinnert daran, dass Gewitter zu den heimtückischsten Gefahren in großer Höhe zählen. Grate, Gipfel und felsige Bereiche sind besonders exponiert. Sobald hoch aufragende Quellwolken auftreten oder erste Blitze und Donner zu sehen und zu hören sind, raten die Retter, schnell die Höhenlagen zu verlassen und einen sicheren Unterschlupf zu suchen.
Der August ist zudem der Monat mit den meisten Einsätzen des Bergrettungsdienstes. Nach den 2025er-Daten des Cnsas entfallen 17,9 Prozent aller jährlichen Einsätze auf den August.