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Mann nach Mord an Putin-kritischem Künstler Simon Skrepetski in Polen festgenommen

Festnahme im Mordfall Simon Skerpetski
Festnahme im Mordfall Simon Skerpetski Copyright  https://x.com/PolicjaLubelska
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Von Katarzyna Kubacka
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Nach dem Mord an einem Putin-kritischen Künstler in Ostpolen hat die Polizeidirektion Lublin an diesem Donnerstag die Festnahme eines Verdächtigen gemeldet. Der 44-jährige Russe war am Montag vor seiner Wohnung erschossen worden.

Die Nachricht über die Festnahme des Mannes wurde am Morgen bekanntgegeben. Ministerpräsident Donald Tusk griff den Eintrag schnell auf und erklärte, die Dienste arbeiteten daran, den Auftraggeber des Verbrechens zu ermitteln.

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Der Mann wurde nahe Warschau festgenommen. Die Festnahme steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Mord an einem Putin-kritischen Künstler, der unter dem Pseudonym Simon Skrepetski arbeitete.

Wie der Sprecher der Bezirksstaatsanwaltschaft Lublin, Marcin Kozak, im Gespräch mit Euronews sagte, wird der Festgenommene derzeit allerdings noch nicht als Beschuldigter eingestuft: "Sein prozessualer Status, also in welcher Rolle er in diesem Verfahren auftreten wird – falls er überhaupt eine Rolle spielt – wird derzeit geprüft. Genauso haben wir die Verbindung der zwei zuvor festgenommenen belarussischen Staatsbürger zu dem Verfahren geprüft", erklärte der Sprecher.

Festnahme nach Mord an Skrepetski

Nach Angaben der Polizei wurde der Mann in der Nähe von Warschau gefasst. Er soll einen Pass benutzt haben, der auf einen 36-jährigen georgischen Staatsbürger ausgestellt ist. In dem Kommuniqué wurde außerdem mitgeteilt, dass an dem Einsatz auch Angehörige der Antiterroreinheiten beteiligt waren.

Zur Aufklärung des Falls hat die Polizei eine Sonderermittlungsgruppe eingesetzt.

Unklar ist bisher, ob der Festgenommene tatsächlich georgischer Staatsbürger ist. Nach Informationen des Portals RMF FM könnte der von ihm benutzte Pass gefälscht sein; demnach soll es sich bei dem Mann um einen Tschetschenen handeln. Bestätigt sind diese Angaben bislang nicht.

Marcin Kozak gab gegenüber Euronews an, dass die Echtheit der Dokumente derzeit überprüft werde.

RMF FM berichtete außerdem, der Mann sei in einem georgischen Restaurant in Piastów festgenommen worden.

Schon zwei vergebliche Festnahmen: "Lauter verstreute Puzzleteile"

Wie Kozak im Gespräch mit Euronews betonte, wird ein möglicher Zusammenhang des Festgenommenen mit der Tat erst noch geprüft. "Wir haben 48 Stunden Zeit, um mit diesem Mann die notwendigen Verfahrenshandlungen durchzuführen. Wie ich gestern auf der Pressekonferenz gesagt habe, haben wir in dem Fall ein sehr umfangreiches Beweismaterial gesammelt."

Zuvor hatten die Ermittler bereits zwei belarussische Staatsbürger festgenommen. Sie kamen wieder frei, nachdem die Staatsanwaltschaft festgestellt hatte, dass sie nichts mit der Tat zu tun hatten. Das Verfahren bleibe für die Ermittler weiterhin ein Schwerpunkt, betont Kozak: "Wir haben eine Menge Puzzleteile, die auf dem Boden verstreut sind. Jetzt heben wir sie auf, legen sie auf den Tisch und setzen daraus ein Bild zusammen."

Mordopfer durch Putin-kritische Karikaturen im Internet bekannt

Am Montag war im ostpolnischen Biała Podlaska der 44-jährige Robert K. erschossen worden, bekannt unter dem Pseudonym Simon Skrepetski. Der Künstler war vor allem im Internet aktiv und hatte Putin-kritische Karikaturen veröffentlicht. In seinen Arbeiten verspottete er auch den tschetschenischen Staatschef Ramzan Kadyrow. Eines seiner bekanntesten Werke ist eine Neuinterpretation einer klassischen orthodoxen Ikone: Statt der Gottesmutter mit dem Jesuskind zeigt sie Stalin, der Putin im Arm hält.

Einige Tage vor seinem Tod hatte er an einer Demonstration vor der russischen Botschaft in Berlin teilgenommen, wo er seine Werke zeigte. Kurz vor der Tat berichtete er auf seinem Kanal im Nachrichtendienst Telegram über Drohungen, die ihn erreicht hatten.

Beobachter sprechen von einer Hinrichtung

Die Staatsanwaltschaft prüft zwar noch das Motiv. Unter Kommentatoren machte jedoch fast sofort die These die Runde, es handle sich um eine Hinrichtung.

"Die Schlussfolgerungen möchte ich Ihnen überlassen. Ich habe die Fakten geschildert: Ein Angreifer nähert sich dem Mann auf dem Gehweg, gibt drei Schüsse von hinten ab, geht nach dem Sturz des Opfers erneut auf ihn zu und schießt noch zweimal", sagte Marcin Kozak am Dienstag. "Die Schlussfolgerungen drängen sich wohl auf, aber ich bin verpflichtet, mich an die Fakten zu halten."

Zusätzlich befeuert Ministerpräsident Donald Tusk die Debatte. Alles deute auf einen politischen Mord hin, sagte er. "Das ist Staatsterrorismus", erklärte der Regierungschef am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

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