Innenminister Dobrindt und Forschungsministerin Bär weihen zusammen mit dem Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt das neue Drohnen-Forschungszentrum in Cochstedt ein.
In Cochstedt südlich von Magdeburg eröffnen Innenminister Alexander Dobrindt, Forschungsministerin Dorothee Bär und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Sven Schulze an diesem Dienstag das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit. Es gehört zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das vor Ort schon seit 2021 tätig ist.
"Gemeinsam mit dem DLR errichten wir mit dem neuen Technologiezentrum eine bundesweit einzigartige Einrichtung, in der innovative Technologien für die Drohnensicherheit in Reallaboren erforscht, entwickelt und erprobt werden", sagte Dobrindt.
Das Nationales Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme - so der offizielle Name - hat die Aufgabe, durch ein "in Europa einmaliges, hochinnovatives Forschungsnetzwerk" (...) "Deutschland exzellent zu positionieren". Dabei stehen die Forschenden und die Politik vor großen Herausforderungen. Schließlich stehlen Drohnen mehr und mehr den Kampfjets die Show - auch in Deutschland.
Auf der Internetseite des DLR-Cochstedt heißt es: "In dem wachsenden Netzwerk zukünftiger Testfeldaktivitäten nimmt das Nationale Erprobungszentrum eine integrative Rolle als Wegbereiter für die zukünftige Forschung und Entwicklung neuer UAS-Technologien im DLR sowie für externe Partner ein."
Schon jetzt gibt es Drohnenforschung des DLR an zahlreichen Standorten in Deutschland.
Nach der Sprengstoff-Drohne in Leipzig
Vor zwei Wochen hatte der Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne neben einer ukrainischen Transportmaschine für Militärgüter am Flughafen Leipzig/Halle für Aufsehen gesorgt. Der Innenminister sprach von einem "hybriden Angriffsszenario", in das möglicherweise "fremde Mächte" verwickelt seien.
Und Dobrindt kündigte die Verdoppelung der Stellen zur Drohnenabwehr bei der Bundespolizei an. Zwar gibt es an den deutschen Flughäfen und in anderen sensiblen Bereichen Systeme zur Abwehr von unbemannten Flugobjekten, doch da sich die Drohnentechnologie rasant weiterentwickelt, muss auch die Abwehr ständig angepasst werden.
Nach der Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig erklärte Mitko Müller, der Pressesprecher des Verteidigungsministeriums: "Sie können eine Detektions- und Abwehrfähigkeit nicht rund um die Uhr an Zehntausenden Zaunkilometern bereitstellen. Das wird also nicht funktionieren. Diese trügerische hundertprozentige Sicherheit - da brauchen wir uns nichts vorzumachen - wird es nicht geben."
Dorothee Bär gibt sich auf Instagram zuversichtlicher. Sie schreibt: "Unerwünschte Drohnen über dem Flughafen? Über dem Stadion? Über einem Konzert? Nicht mit uns! Deshalb fördern wir Forschung zu Drohnenabwehrsystemen. Zum Beispiel IDAS-PRO: Das System kann unerlaubte Drohnen über Flughäfen, Großveranstaltungen, Sicherheitszonen erkennen, einstufen und einfangen. IDAS-PRO ist ein wichtiger Schritt für mehr Schutz unserer kritischen Infrastrukturen. Denn technologische Souveränität bedeutet auch, mit Hightech unser Land sicherer zu machen."
Cochstedt bei Magdeburg war einst ein sowjetischer Flughafen
In Cochstedt in Sachsen-Anhalt war einst ein sowjetischer Militär-Flughafen, für den sich bis 2009 kein Betreiber gefunden hatte.
Dann wurde beschlossen, das Gelände für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und jetzt auch für die Drohnenabwehr zu nutzen.