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Putin räumt Treibstoffmangel ein – nach neuen Angriffen auf Russlands Raffinerien

Rauch steigt nach einem Drohnenangriff auf die Ölraffinerie und das Terminal in Tuapse am 29. April 2026 auf
In Tuapse steigt nach einem Drohnenangriff Rauch über Raffinerie und Öllager auf, 29. April 2026. Copyright  AP Photo
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Von Sertac Aktan
Zuerst veröffentlicht am
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Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erneut zwei russische Raffinerien angegriffen. Kurz darauf räumte Präsident Wladimir Putin erstmals einen Treibstoffmangel ein und kündigte zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Ölindustrie an.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat erstmals öffentlich eingeräumt, dass sein Land unter einem „gewissen Mangel“ an Treibstoff leidet. Die ungewöhnliche Erklärung folgt auf eine neue Welle ukrainischer Angriffe auf russische Energieanlagen. In der Nacht geriet unter anderem eine der wichtigsten Raffinerien im Süden Russlands in Brand.

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Nach Angaben des Gouverneurs der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew, kam bei dem Angriff auf die Raffinerie in Slowjansk ein Mensch ums Leben. Eine weitere Person wurde verletzt. Die Anlage verarbeitet jährlich rund vier Millionen Tonnen Rohöl und zählt zu den bedeutendsten Raffinerien im Süden Russlands. Von dort werden unter anderem Schweröl, Naphtha und Schiffskraftstoff über Schwarzmeerhäfen exportiert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte zudem, auch eine Raffinerie in der Region Jaroslawl – rund 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt – sei getroffen worden. Russische Behörden bestätigten diesen Angriff zunächst nicht.

Putin verspricht mehr Treibstoff und besseren Schutz

Angesichts der jüngsten Angriffe versprach Putin, den Schutz der Ölanlagen zu verstärken und die Kraftstoffproduktion zu erhöhen. Moskau spürt immer stärker die Folgen des lang anhaltenden Krieges.

Russlands Präsident Wladimir Putin leitet im Kreml in Moskau eine Sitzung zur inländischen Kraftstoffversorgung, 28. Juni 2026
Russlands Präsident Wladimir Putin leitet im Kreml in Moskau eine Sitzung zur inländischen Kraftstoffversorgung, 28. Juni 2026 AP Photo

Bei einer Besprechung mit Regierungsvertretern zur Kraftstofflage räumte Putin ein, dass das Land „eine schwierige Phase“ durchläuft. Zugleich betonte er, Moskau werde „alle sozialen Verpflichtungen erfüllen“.

Kurz darauf kündigte er im staatlichen Fernsehen an, die russische Rüstungsindustrie werde die Produktion von Luftabwehrsystemen rasch hochfahren, um ukrainische Angriffe abzuwehren.

Die aufgetretenen Probleme seien nicht kritisch, sagte Putin. Russland werde mehr Treibstoff importieren und Reparaturen an Ölanlagen beschleunigen, um das „vorübergehende Defizit“ zu beenden.

Besonders schnell will Putin den Kraftstoffmangel auf der Krim angehen. Lieferungen auf die Schwarzmeer-Halbinsel über Land und See sollen zunehmen. Er zeigte sich überzeugt, dass „diese Aufgabe erfüllt wird“.

Angriffe auf Raffinerien sollen Gesellschaft spalten

In einem Interview mit einem Reporter des russischen Staatsfernsehens bezeichnete Putin die ukrainischen Angriffe auf Raffinerien als Versuch, „die russische Gesellschaft zu spalten und Russland zu zwingen, den Vormarsch unserer Truppen entlang der Kontaktlinie zumindest kurz zu unterbrechen und Bedingungen für einen Verhandlungsprozess zu schaffen, der unserem Gegner nutzt“.

„Diese Chance werden wir ihnen nicht geben“, sagte Putin. Angriffe auf russische Infrastruktur hätten „absolut keinen Einfluss auf die Lage an der Front, auf die Linie des Kontakts“.

Putin erklärte zudem erstmals, die Ukraine habe einen gegenseitigen Stopp von Tiefenangriffen hinter den Linien vorgeschlagen. Kyjiw habe das nur angeboten, weil Russlands Fähigkeit zu solchen Angriffen deutlich größer sei, sagte er.

Nach seinen Worten schlug Kyjiw außerdem vor, die aktiven Kampfhandlungen ausschließlich auf vier ukrainische Regionen zu begrenzen, die Russland 2022 einseitig annektiert hat, aber nie vollständig kontrolliert: Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja.

Putin wies das Angebot zurück. Aus seiner Sicht handelt es sich um ein strategisches Manöver, das die ukrainischen Streitkräfte entlasten soll. Eine Zustimmung würde der Ukraine ermöglichen, Truppen aus anderen Gebieten abzuziehen und sie ganz auf die Abwehr russischer Angriffe in diesen vier südostukrainischen Regionen zu konzentrieren, argumentierte er.

Kyjiw hat seine Angriffe mit großer Reichweite auf russische Militär- und Energieanlagen in den vergangenen Monaten verstärkt. Ziel ist es, Moskaus Einnahmequellen zu treffen, mit denen der inzwischen im fünften Jahr laufende Großangriff auf die Ukraine finanziert wird.

„Unsere Fern-Sanktionen haben zwei Ölraffinerien in Russland erreicht“, schrieb Selenskyj am Sonntag auf dem Messaging-Dienst Telegram. „Jeder Treffer bedeutet weniger Ressourcen für die russische Kriegsmaschine und einen weiteren Schritt in Richtung Frieden.“

Die Angriffe haben die Treibstoffversorgung in Russland spürbar eingeschränkt. In vielen Regionen gibt es breite Engpässe und lange Schlangen vor Tankstellen, Behörden führten dort Rationierungen ein. Nach Einschätzung westlicher Analysten bremst dies auch Russlands Offensive an der Front und erhöht den Druck auf den Kreml, Gesprächen zuzustimmen.

Weitere Quellen • AP

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