"Ich bin gern Soldat, und die Lage in der Ukraine hat mich tief berührt. Deshalb habe ich mich aus tiefstem Herzen für die Reise in die Ukraine entschieden“, sagt ein französischer Freiwilliger, der im Osten der Ukraine vom Geheimdienst ausgebildet wird.
Französische Freiwillige lassen sich von der Internationalen Legion unter Führung des ukrainischen Militärgeheimdienstes ausbilden. Die Übungen geben einen Einblick, wie sich ausländische Kämpfer auf ihren Einsatz an der Front vorbereiten.
Die Freiwilligen haben sich der sogenannten Revanche-Taktikgruppe der Legion angeschlossen. Sie trainieren im Osten der Ukraine - nicht sehr weit von der Frontlinie entfernt - Angriffstaktik, den Umgang mit Waffen und die Zusammenarbeit in kleinen Einheiten.
Ein Freiwilliger, der den Kampfnamen "Leon" gewählt hat, ist in die Ukraine gereist, weil er "den Menschen in der Ukraine helfen und für sie kämpfen" wollte.
Leon sagt: "Ich liebe es, Soldat zu sein, und die Lage in der Ukraine hat mein Herz berührt. Also habe ich diese Entscheidung aus dem tiefsten Herzen heraus getroffen".
Seit Russland im Februar 2022 seinen Angriffskrieg in der Ukraine gestartet hat, verstärken internationale Kämpfer die Streitkräfte der Ukraine. Freiwillige aus aller Welt melden sich, um Kyjiw militärisch zu unterstützen, so war Sniper Ernesto von der französischen Fremdenlegion zur Armee der Ukraine gewechselt.
DIU-Legion, die "Elitetruppe" des ukrainischen Militärgeheimdienst
Die Ukraine setzt mehrere ausschließlich aus Ausländerinnen und Ausländern bestehende Verbände ein, darunter die Internationale Legion der Landstreitkräfte und die Internationale Legion des Militärgeheimdienstes DIU. Die Legion der Landstreitkräfte wurde Ende 2025 neu organisiert, ihre Soldaten wechselten in andere Sturmregimenter. Die Auslandseinheit des Geheimdienstes blieb davon unberührt.
Die DIU-Legion beschreibt sich selbst als "Elitetruppe" mit Militärangehörigen aus aller Welt und wirbt damit, dass sie höhere Gehälter zahlt als viele andere Teile der ukrainischen Streitkräfte.
Sie untersteht dem ukrainischen Militärgeheimdienst, der im Bereich Aufklärung, Verteidigung, Rüstungsprojekte, Militärtechnologie und Cybersicherheit arbeitet. In seinen sozialen Netzwerken veröffentlichte Videos zeigen Kämpfer der Legion bei Drohnenschlägen, beim Angriff auf russische Stellungen und bei Aufklärungsmissionen.
Eine offensichtliche Hürde für ausländische Rekruten in der Ukraine ist die Sprachbarriere.
Doch "Viking“, ein Ausbilder, der mit den französischen Freiwilligen arbeitet, sagt, er könne grundlegende Anweisungen auch ohne gemeinsame Sprache vermitteln. Manchmal unterstütze ihn dabei ein Dolmetscher.
Es gibt auch Berichte darüber, dass Männer aus Kolumbien und anderen Staaten in Lateinamerika aus Geldmangel sowohl für die Ukraine als auch für Russland als Söldner kämpfen.
Ukraine-Krieg auch Thema beim NATO-Gipfel
Unterdessen bereiten sich die Verbündeten auf den NATO-Gipfel 2026 vor, der am 7. und 8. Juli 2026 in Ankara stattfinden soll.
Die europäischen NATO-Mitglieder und Kanada wollen dort voraussichtlich zusagen, Kyjiw in den Jahren 2026 und 2027 mit jeweils 70 Milliarden Euro an Militärhilfe zu unterstützen. Analysten bewerten diese Ankündigung als Zeichen dafür, dass die Europäer die Militärhilfe für die Ukraine übernehmen, während sich die USA mehr und mehr zurückziehen.
Selenskyj und Putin haben mit Trump telefoniert
Allerdings haben sowohl der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als auch Russlands Präsident Wladimir Putin nach Angaben aus Kyjiw und Moskau am Samstag mit Donald Trump am Telefon über den Krieg in der Ukraine gesprochen.
Selenskyj schrieb in einem Beitrag auf X, es gebe eine "reale Chance“, den Krieg zu beenden. Er und der US-Präsident hätten vereinbart, ihre Gespräche beim kommenden NATO-Gipfel fortzusetzen.
Der außenpolitische Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, bestätigte, Putin und Trump hätten telefoniert. Das Gespräch habe eine Stunde und 25 Minuten gedauert.
"Der US-Präsident hat erneut bekräftigt, dass er bereit ist, zu einem schnellen Ende der Kämpfe beizutragen und nach friedlichen Lösungen für die Krise zu suchen", erklärte Uschakow zu dem Telefonat während der Feiern am Jahrestag der Unabhängigkeit der USA.