Den russischen Comedians Vovan und Lexus, die sich als sogenannte Spaßanrufer international einen Namen gemacht haben, ist der Sicherheitsberater des griechischen Ministerpräsidenten auf den Leim gegangen. Die Regierung in Athen bestätigte, dass Thanos Dokos Opfer eines Telefonscherzes wurde.
Die beiden bekannten russischen Humoristen Vovan und Lexus haben den Sicherheitsberater des griechischen Ministerpräsidenten ins Visier genommen. Thanos Dokos, der schon seit 2020 für Regierungschef Kyriakos Mitsotakis tätig ist, sprach in einer Videokonferenz mit den beiden Comedians, die international für ihre Telefonscherze bekannt sind.
Die Russen Vovan und Lexus gaben sich als nationale Sicherheitsberater des ukrainischen Präsidenten aus. Der Verfassungsschutz von Baden-Württemberg stuft die beiden als Teil der russischen Desinformationskampagnen ein. Vovan und Lexus sind demzufolge mindestens seit 2022 in weitreichende Einflusskampagnen Russlands involviert und dafür bekannt, mit Telefon- und Videoanrufen unter falscher Identität westliche Politikerinnen und Politiker in die Irre zu führen.
Die Prankster haben inzwischen Mitschnitte des Gesprächs veröffentlicht. Darin geht es ausführlich um den Vorfall mit einer ukrainischen Drohne vor der Küste von Lefkada und um die Beziehungen zwischen Griechenland und der Ukraine.
In dem Video warnen die Comedians vor einem möglichen weiteren Zwischenfall mit einem unbemannten Fluggerät in der Nähe griechischer Inseln. Zugleich behaupten sie, es gebe Spannungen zwischen dem Büro des ukrainischen Präsidenten und dem Verteidigungsministerium über Operationen gegen russische Ziele.
Thanos Dokos betonte nach Medienberichten die Notwendigkeit offener Kommunikationskanäle. Er verwies darauf, dass sich zu diesem Zeitpunkt der Chef des griechischen Geheimdienstes in Kyjiw mit ukrainischen Regierungsvertretern traf.
Zugleich äußerte er Sorge über die möglichen Folgen eines weiteren Vorfalls in den griechischen Hoheitsgewässern, besonders in der Tourismussaison.
Hybrider Angriff
Regierungsquellen in Athen sprechen von einem hybriden Angriff. Demnach wurden Sicherheitsprotokolle mithilfe besonders fortschrittlicher Anwendungen künstlicher Intelligenz ausgehebelt.
Nach ihren Angaben läuft bereits ein Programm zur Stärkung und Modernisierung der Kommunikationssicherheit in Griechenland. Ziel ist es, immer komplexere Formen hybrider Bedrohungen besser abzuwehren.
Zugleich betonen die Regierungsquellen, dass während des Gesprächs keine vertraulichen oder geheimen Informationen nach außen gelangten. Sie verweisen darauf, dass ähnliche Aktionen bereits früher andere hochrangige europäische Amtsträger ins Visier genommen haben.
So hatten Vovan und Lexus schon 2019 den französischen Präsidenten Emmanuel Macron hereingelegt.