Das skandinavische Land wird seit mehr als einem Jahrzehnt von heftigen Bandenkriegen erschüttert, bei denen es vor allem um die Kontrolle des Drogenmarkts geht.
Das schwedische Parlament hat am Donnerstag dafür gestimmt, das Alter der Strafmündigkeit von 15 auf 14 Jahre zu senken. Die Rechtsregierung steht vor einer Parlamentswahl und setzt auf einen harten Kurs gegen Kriminalität. Ursprünglich wollte die Regierung das Alter, ab dem Kinder ins Gefängnis kommen können, auf 13 Jahre senken.
Im Juni zog sie den Vorschlag jedoch zurück, weil es dafür keine Mehrheit im Parlament gab. Insgesamt stimmten 281 Abgeordnete für die Senkung auf 14 Jahre, darunter auch die oppositionellen Sozialdemokraten. 66 Abgeordnete stimmten dagegen. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird das skandinavische Land von Bandenkriegen erschüttert, bei denen es vor allem um die Kontrolle des Drogenmarktes geht.
Die konservative Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Ulf Kristersson ist auf die Unterstützung der rechtsextremen Schwedendemokraten angewiesen. Seit ihrem Amtsantritt 2022 hat sie den Kampf gegen Kriminalität zu einem Schwerpunkt ihrer Politik gemacht. Ein von der Regierung eingesetzter Kommissar hatte empfohlen, das Alter der Strafmündigkeit auf 14 Jahre zu senken.
Die Regierung wollte jedoch noch weiter gehen und schlug eine Absenkung auf 13 Jahre vor. Die meisten der 126 dazu angehörten Institutionen, darunter Polizei und Strafvollzug, sprachen sich allerdings gegen ein so niedriges Alter aus.
Das Parlament beschloss außerdem, die Strafnachlässe für Jugendliche zu reduzieren. Gerichte können Jugendliche unter 18 Jahren nun zu Freiheitsstrafen von bis zu 18 Jahren verurteilen.
Das Gesetz tritt am 10. September in Kraft – drei Tage vor der landesweiten Parlamentswahl. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Demoskop für die Zeitung Svenska Dagbladet sieht die Mitte-links-Opposition weiterhin vor den Rechtsparteien, der Abstand wird jedoch kleiner. Demnach kommen die Regierungsparteien gemeinsam mit der äußersten Rechten auf 47 Prozent der Stimmen, die Oppositionsparteien auf 51 Prozent.