Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Sie suchten einen Ausweg, den es nicht gab: elf Tote bei Feuer in Almería

Almería: Brand am zehnten Juli 206
Brand in Almería: zehnter Juli 206 Copyright  AP
Copyright AP
Von Jesús Maturana
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Bei einem schweren Waldbrand in der spanischen Provinz Almería sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, 19 weitere werden vermisst. Einige Opfer sollen die vorgesehene Evakuierungsroute verlassen haben.

Bei dem Waldbrand, der seit Donnerstagnachmittag bei Los Gallardos und Bédar im Osten der spanischen Provinz Almería wütet, sind bislang elf Menschen ums Leben gekommen. Neunzehn weitere gelten nach Angaben der Regionalregierung von Andalusien als vermisst.

WERBUNG
WERBUNG

Vorläufige Ermittlungen deuten darauf hin, dass ein Faktor einen großen Teil der Tragödie erklären könnte: Einige der Opfer sollen die vorgesehene Evakuierungsroute verlassen haben.

Der andalusische Regionalminister für Präsidentschaft, Inneres, sozialen Dialog und Verwaltungsvereinfachung, Antonio Sanz, erklärte, die Fachleute gingen bei den Todesfällen von zwei unterschiedlichen Szenarien aus.

Demnach kamen vier britische Staatsangehörige in einem Fahrzeug ums Leben. Sieben weitere Menschen starben zu Fuß, nachdem sie ihre Autos zurückgelassen hatten. Offenbar hatten sie versucht, einen anderen Fluchtweg zu finden als jenen, den die Einsatzkräfte ausgewiesen hatten.

Nach Angaben von Sanz suchten die Opfer "einen Ausgang, der nicht vorgesehen war". Dabei überquerten sie schließlich eine Rambla, also ein ausgetrocknetes Bachbett. Dort wurden sie von den Flammen eingeholt, die sich mit großer Geschwindigkeit ausbreiteten.

Der Bürgermeister von Bédar hatte zuvor eine dringende Evakuierung der Gemeinde angeordnet. Ein Teil der Bewohnerinnen und Bewohner konnte den Ort über die festgelegte Route verlassen. In einem anderen Bereich entschieden die Einsatzkräfte angesichts der Nähe des Feuers, dass die Menschen in ihren Häusern bleiben sollten. Nach Einschätzung der Regionalbehörden verhinderte diese Entscheidung, dass die Zahl der Opfer noch höher ausfiel.

Gelände verzeiht keine Fehler

Die Topografie der Region erschwert sowohl die Evakuierung als auch die Löscharbeiten. Bédar ist ein Bergort mit nur zwei Straßenverbindungen und einem Netz von Feldwegen. Viele davon haben nur eine Zufahrt und einen Ausgang. Wenn die Hauptstrecke durch Rauch oder Flammen blockiert ist, bleiben kaum Ausweichrouten.

Hinzu kommt das zerklüftete Gelände mit zahlreichen Schluchten, in die schweres Gerät nicht vordringen kann. "Es ist ein Brand mit sehr vielen Schluchten, in die keine Maschinen hineinkommen, in denen es keine Zugangswege gibt. Die Topografie ist extrem ungünstig", sagte Sanz.

Besonders die rechte Flanke bereitet den Einsatzkräften Sorgen, weil das Feuer dort weitere Anbauflächen erreichen könnte. Die linke Seite brennt weiter und bleibt für viele Löschmannschaften weitgehend unzugänglich.

Aus Vorsicht haben die Behörden die gesamte Gemeinde Bédar geräumt. Unter den Evakuierten sind auch rund 400 Gäste eines nahe gelegenen Campingplatzes. Sie konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, bevor die Flammen den Bereich erreichten.

Elektrischer Auslöser vermutet

Der Brand brach am Donnerstag um 16.35 Uhr aus. Nach Angaben der Guardia Civil deutet alles darauf hin, dass ein herabgestürztes Stromkabel das Feuer ausgelöst hat. Der Präsident der Regionalregierung von Andalusien, Juanma Moreno, bestätigte diese mögliche Ursache.

Die schnelle Ausbreitung des Feuers machte die Aktivierung des Notfallplans Infoca in der operativen Stufe 2 erforderlich. Zudem wurden mehrere Straßen gesperrt, darunter die Autobahn A-7, die über mehrere Stunden nicht befahrbar war.

An dem Einsatz sind mehr als 100 Kräfte des Plans Infoca, der Guardia Civil, der Feuerwehr und des Zivilschutzes beteiligt. Außerdem unterstützen 150 Soldaten der Militärischen Notfalleinheit UME die Löscharbeiten. Insgesamt sind damit rund 300 Einsatzkräfte vor Ort.

Die jüngste Bilanz beziffert die verbrannte Fläche auf rund 3.150 Hektar. Acht Menschen wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Sie werden in den Krankenhäusern Torrecárdenas und Virgen del Rocío behandelt.

Weiterhin evakuiert bleiben die Ortschaften Almocáizar, Fuente del Albarico, Los Pinos, La Serena und Pinar de Bédar. Auch die Gäste des Ferienkomplexes Miraflores dürfen vorerst nicht zurückkehren.

Der spanische Regierungschef, das Königshaus und der Präsident der Regionalregierung von Andalusien sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. Antonio Sanz bezeichnete den Brand als den bislang folgenschwersten Waldbrand in Andalusien.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Waldbrand bei Almería in Spanien tötet elf Menschen und löst Massenevakuierungen aus

Waldbrand wird zur Todesfalle: 11 Menschen kommen in Spanien ums Leben

Bundestag beschließt Krankenkassen-Sparpaket – Zuzahlungen steigen 2027