Der Waldbrand bei Los Gallardos in Almería ruht seit der Nacht und könnte bald stabil sein. Zwölf Tote, acht Vermisste, über 600 Rückkehrer in ihren Häusern.
Der verheerende Waldbrand bei Los Gallardos in der südspanischen Provinz Almería breitet sich derzeit nicht weiter aus. Seit Samstagnachmittag begünstigen nach Angaben der Einsatzkräfte nachlassender Wind und eine höhere Luftfeuchtigkeit die Löscharbeiten. Dadurch konnten große Teile des Brandgebiets gesichert werden.
Auch am Sonntag setzen Feuerwehr, Katastrophenschutz und die Militärische Notfalleinheit (UME) ihren Einsatz fort. Die Lage hat sich jedoch deutlich entspannt.
Die UME verbrachte die Nacht damit, kleinere Glutnester zu bekämpfen und den Brandrand zu sichern. Mithilfe von Drohnen suchten die Einsatzkräfte in den Orten El Chive, Lubrín, El Marchal, Bédar und Los Gallardos nach versteckten Glutnestern. Gemeinsam mit der Guardia Civil kontrollierten sie außerdem Straßen und abgelegene Häuser.
Nach aktuellen Angaben wurden durch das Feuer bislang rund 6.600 Hektar Land zerstört – fast doppelt so viel wie zunächst am Freitag angenommen. Die deutlich nach oben korrigierte Fläche verdeutlicht, wie rasant sich die Flammen in der Anfangsphase ausgebreitet hatten, bevor sie unter Kontrolle gebracht werden konnten.
600 Menschen kehren nach Hause zurück
Am Samstagabend bestätigte der Regionalminister für Gesundheit, Präsidentschaft und Notfälle, Antonio Sanz, die Rückkehr von mehr als 600 zuvor evakuierten Menschen. In Lubrín hob er das dortige Ausgangsverbot auf. Ganz vorbei ist die Räumung noch nicht: Von den rund 1.400 Menschen, die in den ersten Stunden ihre Häuser verlassen mussten, sind viele weiterhin in Zweitwohnungen oder Hotels untergebracht. Die Kosten übernimmt die Zentralregierung.
Die Guardia Civil prüft Haus für Haus. Von den 250 bisher im betroffenen Gebiet inspizierten Gebäuden steht die große Mehrheit ohne nennenswerte Schäden noch. Diese Zahl nimmt dem Geschehen zwar nicht seine Schwere, sie mindert aber die Sorge, dass das Feuer auch das Eigentum derjenigen vernichtet hat, die überstürzt fliehen mussten.
Acht Vermisstenanzeigen, zwölf genetische Profile
Das Oberste Gericht Andalusiens teilte am Samstagabend mit, dass eine weitere Vermisstenanzeige eingegangen ist. Damit stieg die Zahl der offiziell als vermisst gemeldeten Menschen auf acht.
Davon zu unterscheiden ist die Zahl der Personen, zu denen ihre Angehörigen vorübergehend keinen Kontakt hatten. Die Regionalregierung sprach am Samstagmorgen von 23 Menschen, deren Aufenthaltsort zunächst unbekannt war. Solche Fälle führen jedoch nicht zwangsläufig zu einer formellen Vermisstenanzeige und klären sich häufig, sobald Kommunikationsverbindungen wiederhergestellt sind.
Parallel dazu verfügt der Bereich Biologie des kriminaltechnischen Dienstes der Guardia Civil bereits über die genetischen Profile der zwölf Todesopfer. Der nächste Schritt steht jedoch noch aus: ihre Identifizierung. Dafür müssen diese Proben mit denen enger Angehöriger verglichen werden, mehrere von ihnen sind noch auf dem Weg nach Spanien.