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Eskalation im Ukraine-Krieg als Vergeltung? Russlands Nachtangriffe auf Kyjiw

Feuerwehrmann löscht Brand nach russischem Raketenangriff auf Kyjiw
Feuerwehrmann löscht Brand nach russischem Raketenangriff in Kyjiw Copyright  Efrem Lukatsky/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.
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Von Harry Bligh mit AP
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Mit etwa 40 Rakekten und mehr als 120 Drohnen hat Russlands Armee die Hauptstadt der Ukraine angegriffen. Die Attacken werden als "Vergeltungsschläge" für die jüngsten ukrainischen Angriffe gewertet.

Der Angriff begann gegen 1:30 Uhr Ortszeit und dauerte mehrere Stunden. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland 41 Raketen und 125 Angriffsdrohnen ab, die meisten davon auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw und die umliegende Region.

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Beobachter wie der ehemalige schwedische Außenminister Carl Bildt glauben, dass Russlands Präsident Wladimir Putin eine Eskalation des Krieges anstrebt. Viele sehen in den Angriffen Vergeltungsschläge für die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe gegen Russland.

Dabei wurde in Zentralrussland auch eine Logistikplattform, eine Art "russisches Amazon", getroffen.

Die ukrainischen Rettungsdienste meldeten Brände in fünf Stadtbezirken von Kyjiw. Wohnhäuser, Bürogebäude und Industrieanlagen wurden beschädigt. In den Bezirken Sviatoshynskyi und Schewtschenkiwskyj konnten mehrere Menschen aus brennenden Gebäuden gerettet werden. Mindestens eine Person wurde allerdings tot aufgefunden. Mindestens 16 Menschen wurden verletzt.

Über Kyjiw steht dichter Rauch, nachdem russische Angriffe schwere Brände in Wohngebieten ausgelöst haben
Über Kyjiw steht dichter Rauch, nachdem russische Angriffe schwere Brände in Wohngebieten ausgelöst haben Efrem Lukatsky/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.

Brände wurden auch aus Solomjanskyj, Desnjanskyj und Dnipro gemeldet.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, der Angriff auf Kyjiw habe Einrichtungen getroffen, die mit dem ukrainischen Militär in Verbindung stehen.

Immer mehr russische Drohnen- und Raketenangriffe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj - der innenpolitisch unter Druck geraten ist - sagte, die meisten Raketen und Drohnen seien auf die Hauptstadt abgefeuert worden.

„Insgesamt hat Russland im Verlauf dieser Woche rund 1.450 Angriffsdrohnen, mehr als 1.640 gelenkte Luftbomben und 99 Raketen verschiedener Typen gegen die Ukraine eingesetzt“, schrieb er in einem Beitrag auf der Plattform X.

Wolodymyr Selenskyj auf X

Der nächtliche Beschuss erfolgte einen Tag, nachdem die Ukraine mit einem groß angelegten Drohnenangriff Ziele in Russland getroffen hatte. Wieder standen auch Ölanlagen unter Beschuss.

Die nächtlichen Bombardierungen sind die jüngsten in einer Reihe groß angelegter russischer Angriffe auf Kyjiw in den vergangenen Wochen. Die Ukraine steht unter zunehmendem Druck, weil ihre Vorräte an Luftabwehrraketen knapp werden.

Patriot-Systeme sind für die Ukraine das wirksamste Mittel, um russische ballistische Raketen abzufangen. Kyjiw warnt jedoch immer wieder, dass nicht genug Abfangraketen zur Verfügung stehen.

US-Präsident Donald Trump kündigte Anfang dieses Monats an, Washington wolle der Ukraine eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Abfangraketen erteilen. Wann und wo diese Herstellung beginnen könnte, ist jedoch weiter offen.

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