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Ukraine greift das "russische Amazon" nahe Moskau an

Retter arbeiten an einem beschädigten Wohnblock nach einem russischen Angriff mit einer gelenkten Luftbombe in Saporischschja, Ukraine, Sonntag, 19. Juli 2026.
Rettungskräfte arbeiten an einem beschädigten Wohnhaus nach einem russischen Luftangriff mit gelenkter Bombe in Saporischschja, Ukraine, Sonntag, 19. Juli 2026. Copyright  AP Photo/Kateryna Klochko
Copyright AP Photo/Kateryna Klochko
Von Evelyn Ann-Marie Dom
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Ukraine hat erneut Lager des russischen Onlinehändlers Wildberries im Umland von Moskau angegriffen. In der Nacht attackierte Kyjiw mit 400 Drohnen.

Die Ukraine hat in der Nacht auf Montag mehr als 400 Drohnen in Richtung Moskau geschickt. Nach Berichten trafen sie unter anderem ein Öllager und ein Logistikzentrum.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, ukrainische Kräfte hätten zudem zwei Tanker der russischen Schattenflotte und vier Frachtschiffe im Schwarzen Meer angegriffen.

Den Angriffen ging ein Wochenende mit immer heftigeren gegenseitigen Attacken voraus. Russland griff am Sonntag Kyjiw mit ballistischen Raketen an, die Ukraine traf am Samstag Lagerhallen von Wildberries, einem der größten Online-Marktplätze Russlands, im Umland von Moskau.

Die ukrainische Armee meldete am Samstag Treffer in zwei Wildberries-Lagerhallen. Lokale Medien berichteten zudem von einem weiteren Brand in einem Lager des russischen Onlinehändlers infolge des jüngsten Angriffs.

Von den mehr als 400 gestarteten ukrainischen Drohnen seien die meisten weit vor der Hauptstadt abgeschossen worden, erklärte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin. 85 Drohnen seien im Großraum Moskau abgefangen worden.

Nach Angaben des Gouverneurs des Moskauer Umlands, Andrei Worobjow, wurden zehn Menschen, darunter ein Kind, verletzt. Mehrere Wohnhäuser und Teile der zivilen Infrastruktur erlitten Schäden.

Worobjow nannte Schäden in den Städten Podolsk, Domodedowo und Odinzowo.

Bereits einen Tag zuvor hatte Russland einen großangelegten Angriff mit ballistischen Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw gestartet. Dabei kam ein Mensch ums Leben, 16 weitere wurden verletzt. In den vergangenen Wochen setzt Moskau zunehmend auf ballistische Raketen.

"Die russischen Streitkräfte haben im Juli bislang mehr ballistische Raketen gegen die Ukraine abgefeuert, als Russland Medienberichten zufolge pro Monat produziert", erklärte das US-Institut Institute for the Study of War (ISW) am Sonntag.

"Russland greife offenbar auf seine Lagerbestände zurück, um die Zahl der gegen die Ukraine abgefeuerten ballistischen Raketen weiter zu erhöhen. Diese Raketen seien erfolgreicher als Drohnen und Marschflugkörper", hieß es weiter.

Ein Wohnhaus steht nach einem russischen Luftangriff in Kramatorsk in der Region Donezk in der Ukraine am Montag, dem 20. Juli 2026, in Flammen.
Ein Wohnhaus steht nach einem russischen Luftangriff in Kramatorsk in der Region Donezk in der Ukraine am Montag, dem 20. Juli 2026, in Flammen. Ukrainian Emergency Service via AP/Ukrainian Emergency Service via AP

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland in der Nacht 94 Langstreckenangriffsdrohnen gegen die Ukraine ein. Die ukrainische Luftverteidigung störte oder holte 81 davon vom Himmel. Neun Drohnen und eine Rakete richteten an neun Orten Schäden an.

Die zunehmende Eskalation zeigt, dass eine Verständigung zwischen beiden Seiten in weiter Ferne liegt. Kyjiw betont jedoch, die Angriffe auf die russische Hauptstadt sollten die Offensivfähigkeit Russlands schwächen und den Kreml zu Verhandlungen drängen.

"Wir antworten zu Recht auf jeden russischen Angriff auf unsere Städte und Gemeinden“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf X. "Dieser Krieg muss beendet werden, und das ist nur möglich, wenn der Druck auf die einzige Ursache dieses Krieges weiter erhöht wird."

Selenskyj kündigte unterdessen für Montag "wichtige Gespräche" an. Er ringt mit einer innenpolitischen Krise, seit er in der vergangenen Woche eine Kabinettsumbildung angekündigt hat.

Ausgangspunkt war die Empörung über die Entlassung des reformorientierten Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow. Daraus ist breiter Unmut über Selenskyjs Umgang mit dem Militär geworden, verbunden mit Protesten, die tiefgreifende Veränderungen in der militärischen Führung verlangen.

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