Staatspräsident Macron besuchte am Montag die Kaserne d’Ornano in Bordeaux zusammen mit Innenminister Laurent Nuñez und der Präfektin des Départements Gironde Sophie Brocas. Dort stellte er sich auch der Kritik an seiner Regierung.
Einige Tage nach Ausbruch der Brände in der Gironde hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag das Gebiet besucht. Dort sprach er mit Feuerwehrleuten und ließ sich über die Lage informieren. Macron machte Station im CODIS, dem Einsatz- und Rettungszentrum für Brände in der Gironde. Das Département liegt gleich neben dem mit dem Namen Landes.
"In der Gironde kämpfen wir weiter", so Macron. "Es ist stabilisiert, wie man sagt, aber weiterhin sehr aggressiv. Wir müssen in den nächsten Stunden und Tagen äußerst vorsichtig sein“.
„Die kommenden Wochen werden hart, und wir müssen durchhalten“, warnte Emmanuel Macron.
Am Dienstag droht sich die Wetterlage zu verschlechtern, mit „steigenden Temperaturen und sinkender Luftfeuchtigkeit“. Das könne den Brand beschleunigen, erklärte Marc Vermeulen, Leiter des Feuerwehrdienstes SDIS Gironde, der für die Feuerwehren der Gegend zuständig ist.
Macron reagierte auch auf Kritik aus Teilen der Politik, die der Regierung mangelnde Vorbereitung vorwerfen.
Macron reagiert auf Kritik
„In den vergangenen zehn Jahren haben wir die Mittel des Zivilschutzes fast verdoppelt“, betonte er und fügte hinzu: „Die Zeit für eine gründliche Auswertung wird kommen.“
Der Megabrand stellt den Alltag der Bewohner der Region auf den Kopf. Auf Anordnung der Präfektur hat die Staatsbahn SNCF die am Sonntag angekündigten Einschränkungen im Zugverkehr verlängert: Südlich von Bordeaux fahren keine TGV-Züge mehr – außer den Verbindungen nach Toulouse und Agen.
Mehrere Standorte des Postunternehmens La Poste in der Region Nouvelle-Aquitaine mussten ihren Betrieb einstellen. Die Folge: 700.000 Sendungen bleiben vorerst liegen und werden laut einer Mitteilung von La Poste „so schnell wie möglich wieder zugestellt“.
Brände auch an der Mittelmeerküste
Auch anderswo in Frankreich, in den Départements Landes und Var, kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen. Sie arbeiten unter schwierigen Wetterbedingungen, mit steigenden Temperaturen und Mistralböen von über 30 km/h.
„Wir werden neu aufforsten und einen anderen Wald wiederaufbauen müssen“, sagte Emmanuel Macron. In Frankreich sind in diesem Jahr bereits mehr als 116.000 Hektar Wald verbrannt.
Einige dieser Brände gehen auf menschliches Handeln zurück. In Frankreich hat Regierungschef Sébastien Lecornu die Festnahme von 162 Personen bekanntgegeben.
Spanien ebenfalls schwer betroffen
Jenseits der Grenze, in Spanien, zeigen sich ähnliche apokalyptische Szenen. Dort lodern die Waldbrände weiterhin sehr aktiv.
Nahe Valencia im Osten des Landes haben die Flammen bereits 4.300 Hektar Wald vernichtet. Angesichts ihres Vormarschs ordneten die Behörden die Evakuierung von 15.000 Menschen an.
Mit 25.000 Hektar verbrannter Fläche und 60.000 Evakuierten erlebt die Region Madrid den schlimmsten Brand ihrer Geschichte.
Ministerpräsident Pedro Sánchez gab sich zuletzt dennoch optimistisch, betonte aber am Sonntag, es stünden „schwierige Stunden“ bevor.
In Spanien wie in Frankreich breiten sich die Waldbrände rasant aus. Hauptgrund sind ausgetrocknete Böden. Verschärft wird die Situation durch eine außergewöhnliche Hitzewelle, die Teile Europas seit Wochen im Griff hat.