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Nach Hitze: Hochwasser und Hagel in Polen, mehr als 1000 Feuerwehreinsätze

Polen: Staatliche Feuerwehr im Einsatz nach Unwettern
Polen: Staatliche Feuerwehr im Dauereinsatz nach Unwettern Copyright  Państwowa Straż Pożarna @KGPSP
Copyright  Państwowa Straż Pożarna @KGPSP
Von Glogowski Pawel
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Głuchołazy steht unter Wasser, in Chorzów hagelt es. Hunderte umgestürzte Bäume, zerstörte Dächer, über 1.000 Feuerwehreinsätze an einem Tag: Polens Wetter zeigt sich extrem launisch.

Muss das Augustwetter so sehr überraschen? Nach Angaben der Staatlichen Feuerwehr gab es allein am Montag landesweit 1124 Einsätze wegen heftiger Wettererscheinungen. Die meisten Meldungen kamen aus den Schlesien, Niederschlesien und Kleinpolen. Feuerwehrleute räumten vor allem umgestürzte Bäume, meldeten aber auch beschädigte Dächer.

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Ist das nur launisches Sommerwetter oder ein weiteres Signal dafür, dass das Klima die Wetterextreme verstärkt?

Głuchołazy erneut unter Wasser

Zu den eindrücklichsten Bildern der vergangenen Stunden gehört die Lage in Głuchołazy in der Woiwodschaft Opole. Die Stadt, die 2024 bereits von einem schweren Hochwasser getroffen wurde, stand nach einem neuen Unwetter erneut unter Wasser.

Nach nur wenigen Minuten Starkregen staute sich das Wasser auf Straßen und Grundstücken. Der Bodzanowski-Bach trat über die Ufer. Feuerwehrleute pumpten Wasser aus überfluteten Straßen und Kellern und beseitigten umgestürzte Bäume. In der Stadt gab es mehrere Dutzend Einsätze.

Der Abgeordnete aus der Region Opole, Marcin Ociepa, forderte die Regierung zum Handeln auf.

Innenminister Marcin Kierwiński äußerte sich bei TVN24 zur Lage in Głuchołazy nach den heftigen Regenfällen: „Wir sind nicht zu hundert Prozent geschützt, aber besser als vor zwei oder drei Jahren“, sagte er.

Er erklärte, Głuchołazy liege nahe der Grenze, das Wasser fließe aus den tschechischen Bergen herab. Und betonte: „Es gibt kein Land mit einem System, das alle möglichen Folgen eines schweren Gewitters, eines Hurrikans oder einer Sturzflut ausschalten kann.“

Am 27. Juli nahm Ministerpräsident Donald Tusk die neue Brücke in Głuchołazy in Betrieb. Sie ersetzt die Übergangslösung, die bei der Flut im September 2024 zerstört wurde. Tusk kündigte zugleich an, dass allein dieser Stadt mehr als 360 Millionen Złoty zur Verfügung gestellt wurden – für Soforthilfen und den Bau der Brücke, einer Schule, einer Kindertagesstätte und weiterer kommunaler Einrichtungen.

Chorzów wirkt wie mitten im Winter

Am Montag zog ein intensives Hagelgewitter über die Stadt. Innerhalb weniger Augenblicke bedeckte eine dicke Schicht aus Eisklumpen Straßen und Gehwege. Auf Videos in sozialen Netzwerken wirkt die Landschaft fast wie im Winter – nur dass es der 17. August war.

Über die Woiwodschaft Schlesien zog eine sogenannte Superzelle hinweg, die örtlich Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu rund fünf Zentimetern brachte.

Für zufällige Beobachter sah es aus wie der erste Schnee.

Tatsächlich handelte es sich nicht um Schnee, sondern um die Folgen eines heftigen Hagelschauers. Bei starken Gewittern kann Hagel binnen weniger Minuten eine Schicht bilden, die einer winterlichen Schneedecke ähnelt.

Über tausend Einsätze der Feuerwehr

Chorzów und Głuchołazy blieben keine Einzelfälle.

Zahlen der Staatlichen Feuerwehr (Państwowa Straż Pożarna, PSP) zeigen, dass das Unwetter große Teile des Landes erfasst hat.

Am 17. August registrierte die PSP 1124 sogenannte örtliche Gefahrenlagen durch Gewitter, die über Polen hinwegzogen.

Mehr als 560 Einsätze galten der Beseitigung von Sturmschäden an Bäumen. Bis Mitternacht meldeten die Behörden außerdem 43 beschädigte Dächer. Und die Gewitteraktivität war damit noch nicht beendet. Zwischen Mitternacht und sechs Uhr am Dienstagmorgen verzeichneten Feuerwehrleute weitere 70 Einsätze im Zusammenhang mit Gewittern.

Regen dringend nötig, doch vielerorts zu heftig

Polen hat in den vergangenen Wochen unter ausgeprägter Trockenheit gelitten. Regen fehlte, Landwirte und Behörden, die sich mit Dürre befassen, warteten sehnsüchtig auf Niederschläge.

Nun ist der Regen gekommen, vielerorts jedoch in viel zu kurzer Zeit.

Nach aktuellen Analysen fielen im Süden der Woiwodschaft Opole und im Westen der Woiwodschaft Łódź in den vergangenen 24 Stunden örtlich mehr als 50 Millimeter Regen. In Warschau summierten sich die Niederschläge auf etwa 45 Millimeter.

Das verdeutlicht ein Kernproblem moderner Wetterereignisse: Die reine Niederschlagssumme sagt wenig aus. Entscheidend ist, wie schnell das Wasser auf den Boden trifft.

Fallen mehrere Dutzend Millimeter Regen in kurzer Zeit, stoßen Kanalisation, Gräben, Bäche und kleine Wasserläufe schnell an ihre Grenzen. Dann kommt es zu Überschwemmungen und plötzlichen Hochwassern.

Wetter beruhigt sich noch nicht

Der Dienstagmorgen markiert kein Ende der unruhigen Wetterlage.

Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass es in den kommenden Tagen weiter zu Schauern und Gewittern kommen kann. Neue Phasen mit stärkerem Regen drohen vor allem im Osten, Süden und teilweise in der Mitte des Landes.

Meteorologen verweisen zudem auf eine grundlegende Veränderung der Großwetterlage. Polen gerät in eine Zone, in der warme Luft aus dem Süden und Osten Europas auf kühlere Luftmassen aus dem Westen und Norden trifft. Diese Konstellation begünstigt neue Fronten und längere Phasen instabilen Wetters.

Für die zweite Augusthälfte erwarten die Modelle in weiten Teilen des Landes Temperaturen zwischen etwa 20 und 30 Grad. Zeitweise können jedoch erneut kräftige Regenfälle und Gewitter auftreten.

Von Hitze zu Hagel in wenigen Tagen

Das Wetter über Polen zeigt sich in diesem Jahr besonders wechselhaft. Hitzewellen wechseln sich mit heftigen Gewittern ab und durchkreuzen immer wieder Urlaubspläne.

Auch für den weiteren August deuten die Prognosen auf größere Schwankungen beim Wetter hin, mit niedrigeren Temperaturen als in vielen früheren Jahren.

Die vergangenen 24 Stunden liefern damit ein weiteres Beispiel für die zunehmend dynamischen und schwer vorhersagbaren Wetterumschwünge, mit denen Europa konfrontiert ist.

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