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Überraschung bei Polens Geburtenzahlen: Ist der jahrelange Absturz gestoppt?

Polen: Zahl der Geburten sinkt nicht mehr
Polen: Zahl der Geburten sinkt nicht mehr Copyright  Pixabay
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Von Lukasz Aftanski
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Erstmals seit 2017 ist die Zahl der Geburten in Polen zumindest nicht gesunken. Das ist noch kein neuer Babyboom, aber ein positives Signal.

Nach Angaben des Statistikamts GUS sind im Juni 2026 in Polen 20.000 Kinder zur Welt gekommen.

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Ein halbes Jahr zuvor, im Januar 2026, betrug die Zahl der Geburten der vorangegangenen zwölf Monate 237.300.

Sechs Monate später - im Juni 2026 - lag diese Zahl weiterhin bei 237.300. Abgesehen von kleinen, natürlichen Schwankungen ist sie also nicht gesunken, sondern stabil geblieben. Die Zeitung "Rzeczpospolita“ veröffentlichte jetzt die Zahlen des Statistikamts GUS.

Abwärtstrend scheint gestoppt

Trotz der leichten Stabilisierung bleibt die Geburtenzahl - wie in vielen Ländern der EU -niedrig. Die jüngsten GUS-Daten könnten auf eine Trendwende hinweisen oder zumindest darauf, dass der Abwärtstrend gestoppt ist.

Das Jahr 2026 dürfte damit eine Ausnahme darstellen. Der bisherige Höhepunkt bei den Geburten war 2017, als in Polen 403.700 Kinder zur Welt kamen.

Doch seit 2018 ist die Zahl der Geburten in Polen dann kontinuierlich gesunken, verstärkt durch den Ausbruch der Corona-Pandemie Ende 2019 sowie durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine 2022.

Auch in den vergangenen Jahren gab es keinen deutlichen "Aufschwung" bei den Geburtenzahlen. 2025 kamen rund 238.000 Kinder zur Welt, so wenige wie noch nie im gesamten Nachkriegszeitraum. 2024 waren es noch 253.000.

Geburtenrückgang: Regierung setzt auf neue Förderprogramme

Seit Jahren versuchen aufeinanderfolgende Regierungen, der sinkenden Geburtenrate entgegenzuwirken. Das wichtigste Instrument im Kampf gegen die schwache Demografie war das Vorzeige-Programm der Regierung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS).

2016 legte die Regierung der damaligen Ministerpräsidentin Beata Szydło dem Sejm das als revolutionär angekündigte Programm „Familie 500 plus“ vor. Es sichert Familien für jedes Kind eine monatliche Zahlung von 500 Złoty - das sind 116 Euro.

Es war das erste breit angelegte Programm, das gezielt die demografische Entwicklung stützen sollte. Die Zahlungen traten in Kraft und fanden breite Zustimmung in der Bevölkerung, doch sie hatten kaum Einfluss auf die Zahl der Geburten. Die leichte Zunahme der Geburten im Jahr 2017 wird allerdings oft dem Programm „500 plus“ zugeschrieben.

Später wurde das Programm mehrfach überarbeitet und vereinfacht. Zunächst erhielten Familien die Leistung nur für das zweite und jedes weitere Kind, später für jedes Kind. Zudem stieg der Betrag etwas. Doch das Programm war auch umstritten.

"Großmutter-Geld“

Ein weiterer konkreter Schritt der Regierung von Donald Tusk war die Einführung von Zuschüssen zur In-vitro-Methode. Dieses Förderprogramm gibt es seit 2024.

Ebenfalls unter Donald Tusk beschloss die Regierung das Programm "Aktiver Elternteil“, umgangssprachlich "Großmutter-Geld“ genannt. Es sieht monatliche Leistungen von bis zu 1.500 Złoty - also 348 Euro - für Eltern von Kindern zwischen dem 12. und dem 35. Lebensmonat vor, sofern sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren und die Betreuung des Kindes selbst organisieren, etwa durch die Großeltern.

Seit der Amtszeit von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki laufen zudem verschiedene Programme für Zuschüsse und den Ausbau kommunaler Kitas, also Betreuungseinrichtungen für die jüngsten Kinder.

Bislang spiegeln sich diese politischen Bemühungen jedoch kaum in der demografischen Entwicklung wider. Die aktuelle Stabilisierung der Geburtenzahlen ist ein positives Signal, doch es gibt noch keine Grundlage, von einem nachhaltigen Anstieg oder einer echten Bewegung aus dem jahrelangen Tief zu sprechen.

Weitere Quellen • "Rzeczpospolita"; GUS

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