John Ratcliffe ist Medienberichten zufolge am Dienstag zu Gesprächen in Moskau eingetroffen, sein erster Russlandbesuch als CIA-Direktor.
Nach Angaben US-amerikanischer Medien ist CIA-Direktor John Ratcliffe am Dienstag zu einem Besuch in Moskau eingetroffen.
Der Sender CBS News berichtete unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise, Ratcliffe halte sich in der russischen Hauptstadt auf.
Weder Washington noch Moskau bestätigten zunächst seine Anwesenheit. Unklar blieb auch, mit wem er sich treffen und worüber gesprochen werden sollte.
Bekannt wurde der mögliche Besuch, nachdem ein Transportflugzeug der US-Luftwaffe vom Typ Boeing C-17A Globemaster III am Dienstag auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo gelandet war.
Flugdaten zeigten, dass die Maschine aus Riga nach Moskau kam. Sie war am 23. August in der lettischen Hauptstadt gelandet, nachdem sie in Camp Springs im US-Bundesstaat Maryland gestartet war, wo sich die Airbase Joint Base Andrews nahe Washington befindet.
Der ungewöhnliche Flug hatte zunächst Spekulationen ausgelöst, dass ranghohe US-Vertreter nach Moskau reisen könnten – darunter möglicherweise Donald Trumps Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, die mehrfach mit russischen Offiziellen verhandelt haben.
In Moskau wurde nach der Landung des Flugzeugs zudem eine US-diplomatische Autokolonne gesichtet.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte jedoch bereits am Dienstag, er habe keine Informationen über das US-Militärflugzeug. Für diese Woche seien im Kreml keine Treffen mit Vertretern der US-Regierung geplant.
Erster Besuch eines CIA-Direktors seit fünf Jahren
Der mutmaßliche Besuch erfolgt nur einen Tag, nachdem die Ukraine ihren 35. Unabhängigkeitstag begangen hat. Mehrere europäische Staats- und Regierungschefs waren dafür nach Kyjiw gereist, um ihre Unterstützung für das Land zu zeigen, das sich gegen den anhaltenden russischen Angriffskrieg verteidigt.
Aktive Vertreter der Trump-Regierung nahmen an den Feierlichkeiten am Montag nicht teil. Auch Witkoff und Kushner blieben fern, obwohl zuvor spekuliert worden war, der Jahrestag könne ihren ersten Besuch in der Ukraine bringen.
Seit sie eine Schlüsselrolle in den diplomatischen Bemühungen der Trump-Regierung übernommen haben, sind beide Gesandte nicht nach Kyjiw gereist – trotz wiederholter Treffen mit russischen Offiziellen und trotz Witkoffs bislang acht Besuchen in Moskau.
Ratcliffe pflegt seit Längerem Kontakte zu seinen russischen Geheimdienstkollegen und war bereits früher an Verhandlungen mit Moskau beteiligt.
Er war direkt an Gesprächen mit einem ranghohen russischen Geheimdienstvertreter beteiligt, die im April 2025 zur Freilassung der US-russischen Doppelstaatsbürgerin Ksenia Karelina führten.
Zuletzt war im November 2021 CIA-Direktor William Burns nach Moskau gereist – wenige Monate, bevor Russland seinen großangelegten Angriff auf die Ukraine begann.