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Selenskyj warnt alle Fluggesellschaften: Russischer Luftraum vollkommen unsicher

Präsident Wolodymyr Selenskyj empfängt Staats- und Regierungschefs beim ukrainisch-nordisch-baltischen Gipfel in Kyjiw am Sonntag, 23. August 2026
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj trifft ein, um Staats- und Regierungschefs beim Ukraine-Nordisch-Baltischen Gipfel in Kyjiw zu begrüßen, am 23. August 2026. Copyright  AP Photo
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Von Sasha Vakulina
Zuerst veröffentlicht am
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Der ukrainische Präsident warnte Fluggesellschaften, Versicherer und ausländische Regierungen: Die immer umfangreicheren Drohnenangriffe aus Kyjiw machen den russischen Luftraum für Flugzeuge zunehmend unsicher.

Nach nahezu einer Woche unablässiger russischer Angriffe auf Kyjiw und pausenlosen Luftalarmen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj internationale Fluggesellschaften und Versicherer mit einer drastischen Warnung konfrontiert: „Der russische Luftraum wird faktisch geschlossen.“

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In seiner abendlichen Ansprache am ersten September erklärte Selenskyj, die Folgen des Krieges, den Moskau vor mehr als vier Jahren begonnen habe, ließen sich nicht länger auf ukrainisches Gebiet begrenzen. Die immer umfangreicheren Drohnenoperationen aus Kyjiw würden den russischen Luftraum in absehbarer Zeit unsicher machen.

„Aus Russland kamen die ersten Raketen und die ersten Drohnen, sie überquerten die Grenze unseres Landes aus dem russischen Luftraum“, sagte Selenskyj. „Diese Eskalation kann und wird nicht auf das Territorium der Ukraine beschränkt bleiben.“

Seine Warnung richtete sich nicht nur an Moskau, sondern auch an Fluggesellschaften, Versicherer und ausländische Regierungen, deren Maschinen weiterhin den russischen Luftraum nutzen und Flughäfen in Moskau, Sankt Petersburg und anderen großen Städten anfliegen.

„Heute wollen wir jede Fluggesellschaft warnen, die den russischen Luftraum nutzt, jeden Versicherer und alle, die Russlands wichtigste Flughäfen weiterhin ansteuern: Der russische Luftraum wird für die zivile Luftfahrt vollkommen unsicher“, sagte er.

Selenskyj betonte, die Ukraine werde zivile Flugzeuge nicht ins Visier nehmen. Die schiere Menge ukrainischer Drohnen im Einsatz müsse jedoch berücksichtigt werden.

„Die Ukraine bedroht die zivile Luftfahrt als solche nicht – kein einziges ziviles Flugzeug“, sagte er. „Doch über Russland werden in einem Ausmaß Drohnen unterwegs sein, das niemand ignorieren kann.“

„Der russische Luftraum wird faktisch geschlossen – der von Russland entfesselte Krieg schließt seinen Himmel“, fügte er hinzu.

Der ukrainische Luftraum ist seit dem 24. Februar 2022 für die zivile Luftfahrt gesperrt, dem Tag, an dem Russland seine umfassende Invasion begann.

Die zivile Luftfahrt in Russland läuft dagegen weiter. Ukrainische Drohnenangriffe sorgen jedoch immer häufiger für Störungen und zeitweise Schließungen von Flughäfen.

Die Langstreckenangriffe aus Kyjiw zielen auf militärische Einrichtungen und Infrastruktur, die Moskaus Kriegsführung stützt. Dazu zählen Flugplätze, Raketenstellungen, Raffinerien und andere Energieanlagen.

Selenskyj machte deutlich, dass sich daran nichts ändern werde. Die Ukraine wolle keine unschuldigen Menschenleben gefährden.

„Wir warnen unsere Partner: Die sicheren Tage im russischen Luftraum sind vorbei“, sagte er und rief ausländische Botschafter in Kyjiw und Moskau auf, diese Botschaft an ihre Regierungen weiterzugeben.

Das ukrainische Außenministerium und andere Behörden wollen internationalen Organisationen umfassende Informationen über die Risiken im russischen Luftraum zur Verfügung stellen, sagte Selenskyj.

Kyjiw: Fast eine Woche Dauerangriffe

Selenskyjs Warnung folgt auf fast eine Woche anhaltender russischer Angriffe auf ukrainische Städte. Moskau setzt dabei zunehmend auf düsengetriebene Drohnen, die in immer neuen Wellen bei Tag und Nacht gestartet werden.

Kyjiw und die umliegende Region gehören zu den Hauptzielen. Wiederholte Luftalarme bringen Verkehr, Unternehmen und den Alltag in der Hauptstadt immer wieder durcheinander.

Die Angriffe deuten auf einen Taktikwechsel hin. Statt wie bisher vor allem nächtliche Großangriffe mit vielen Drohnen und Raketen zu fliegen, schickt Moskau zunehmend kleinere Drohnenwellen im Tagesverlauf. Die Luftalarme dauern dadurch länger an, die ukrainische Luftabwehr steht unter dauerhaftem Druck.

Behörden in Kyjiw berichten, Russland setze die düsengetriebenen Drohnen immer häufiger gemeinsam mit ballistischen Raketen ein. Für die ukrainische Abwehr sei das eine besonders schwierige Kombination.

Selenskyjs Kernbotschaft lautet nun: Russland kann nicht mehr erwarten, dass der Luftkrieg über der Ukraine an der eigenen Grenze endet.

„Ein Himmel voller Drohnen ist kein Ort für die zivile Luftfahrt“, sagte er.

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