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EU: Zahl der Suizide sinkt langsam – Männer stärker betroffen

Psychische Gesundheit rückt in Europa politisch und gesellschaftlich stärker in den Fokus, auch die Suizidprävention. EU-weit sinken die Zahlen leicht.
Mental Health rückt in Europa politisch und gesellschaftlich stärker in den Fokus, inklusive Suizidprävention; EU-weit sinken die Zahlen leicht. Copyright  Euronews
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Von Inês Trindade Pereira & video by Baptiste Goudier
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Mehr als drei Viertel der Suizidtoten in der EU sind Männer. Besonders hoch sind die Raten in Litauen, Slowenien und Ungarn. Gleichzeitig engagiert sich die EU verstärkt für psychische Gesundheit und Suizidprävention.

Mehr als 48.000 Einwohner der EU sind im Jahr 2023 durch Suizid ums Leben gekommen, wie aktuelle Daten von Eurostat zeigen. Diese Zahl sinkt seit etwa zehn Jahren langsam.

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Das entspricht einer standardisierten Sterberate von 10,4 Todesfällen je 100.000 Menschen. 2022 lag sie noch bei 10,6, 2013 bei 12,2.

Die meisten Suizide je 100.000 Einwohner verzeichneten Litauen (18,8), Slowenien (16,4) und Ungarn (16,1). Besonders niedrige Quoten meldeten Zypern (3,5), Griechenland (4,3) und Malta (5,5).

"Suizid ist ein komplexes Phänomen, und meist gibt es nicht nur ein einziges Ereignis oder einen Faktor, der einen Menschen dazu bringt, sich das Leben zu nehmen", erklärt die Suizidpräventionsorganisation Samaritans.

"In der Regel wirken viele verschiedene Faktoren zusammen und verstärken das Risiko. Eine Kombination individueller, gemeinschaftlicher und gesellschaftlicher Einflüsse trägt zum Suizidrisiko bei", so Samaritans.

Wer am stärksten betroffen ist

Die Suizidraten liegen bei Männern höher als bei Frauen. Im Jahr 2023 kamen auf 100.000 Männer 16,9 Suizide, auf 100.000 Frauen dagegen nur fünf. Männer stellten 76,4 % aller Suizidtoten in der EU. Der Anteil reichte von 70,2 % in den Niederlanden bis 90,3 % in Malta.

Warum Suizid Männer deutlich häufiger trifft als Frauen, lässt sich nicht eindeutig erklären. Samaritans zufolge spielen aber verschiedene Risikofaktoren bei Männern oft eine andere Rolle als bei Frauen.

So führen gesellschaftliche Erwartungen dazu, dass Männer seltener über suizidale Gedanken sprechen oder Hilfe suchen. Eine Trennung oder Scheidung erhöht zudem bei Männern das Risiko deutlich stärker, so Samaritans.

"Andere Risikofaktoren treten dagegen häufiger bei einem Geschlecht auf – so neigen Frauen eher zu Selbstverletzungen als Männer", ergänzt die Organisation. Auch das Alter beeinflusst die Suizidraten, berichtet Eurostat. Der Anteil der Suizide an der Bevölkerung steigt mit den Lebensjahren.

Bei Menschen ab 65 Jahren lag die Rate bei 17,3 Todesfällen je 100.000 Personen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren betrug sie lediglich 0,2. In allen Altersgruppen starben mehr Männer durch Suizid als Frauen, mit Ausnahme der unter 15-Jährigen, bei denen die Raten ähnlich hoch waren.

Psychische Gesundheit: Was die EU unternimmt

Seit Juni 2023 verstärkt die Europäische Kommission ihr Engagement für psychische Gesundheit. Sie betont den Zusammenhang mit „sozialer und wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit“.

Die EU setzt bei der Suizidprävention auf zahlreiche Programme zur psychischen Gesundheit. Sie flankiert diese mit Investitionen von mehr als 1,2 Milliarden Euro in EU4Health, Horizont Europa und Erasmus+.

Die Kommission unterstützt die Mitgliedstaaten außerdem mit Fortbildungen für Lehrkräfte, Peer-Support-Modellen und Instrumenten, die psychische Belastungen früh erkennen und darauf reagieren sollen.

Haben Sie Suizidgedanken? Hier finden Sie schnelle Hilfe: Wenn Sie sich in einer schweren Krise befinden oder über Selbsttötung nachdenken, sprechen Sie mit jemandem darüber. Es gibt Menschen, die Ihnen helfen können.

  • TelefonSeelsorge: Rund um die Uhr kostenlos und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Auch Online-Beratung ist unter telefonseelsorge.de möglich.
  • Nummer gegen Kummer (für Kinder und Jugendliche): Montag bis Samstag von 14:00 bis 20:00 Uhr unter 116 111.
  • Info-Telefon Depression: Unter 0800 33 44 533 erhalten Sie Informationen und Beratung zum Thema Depressionen.

In akuten lebensbedrohlichen Notfällen oder Krisen wählen Sie bitte sofort den Notruf unter 112 oder wenden Sie sich an die nächste psychiatrische Klinik.

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