Gestiegene Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Transport haben den Anteil jener, die eine Urlaubsreise von einer Woche im Jahr finanziell nicht stemmen können seit dem Jahr 2015 um fast acht Prozent steigen lassen. Erholung fern von daheim wird für viele in Europa unerschwinglich.
Sommerzeit bedeutet in der Europäischen Union und darüberhinaus Reisezeit. Doch offenbar wird ein Urlaub fern der Heimat zunehmend unerschwinglich.
Nach den neuesten Zahlen von Eurostat konnten sich im Jahr 2025 fast drei von zehn EU-Bürgerinnen und -Bürgern ab 16 Jahren keinen einwöchigen Urlaub fern von zuhause leisten. Der Anteil lag damit um 0,5 Prozentpunkte höher als 2024.
Im Vergleich zum Jahr 2015 ist der Anteil allerdings deutlich gesunken, und zwar um 7,7 Prozentpunkte.
Im Jahr 2025 verzeichneten Rumänien, Griechenland, Bulgarien und Ungarn die höchsten Anteile von Menschen, die sich keinen einwöchigen Jahresurlaub leisten konnten.
Außerdem gehörten Rumänien, Griechenland und Bulgarien im vergangenen Jahr zu den EU-Ländern mit den höchsten Werten bei schwerer materieller und sozialer Entbehrung unter jungen Menschen.
Luxemburger können sich am ehesten Urlaub leisten
Die geringsten Anteile von EU-Bürgerinnen und -Bürgern, die sich keinen einwöchigen Urlaub außerhalb der eigenen Wohnung leisten können, verzeichnen Luxemburg, Schweden und die Niederlande.
Einige Expertinnen und Experten nennen die steigenden Kosten für Unterkunft, Verkehr und Lebensmittel, die sinkende Kaufkraft und spekulative Preistreiberei als Gründe für die wachsende Urlaubsarmut.
Andere betonen, wie wichtig Urlaub für das Wohlbefinden der Menschen ist.
"Nach einem Jahr harter Arbeit ist es das Mindeste, dass Beschäftigte sich einen Urlaub leisten können. Doch jedes Jahr wirkt es mehr wie ein Luxus für wenige", so Lynch weiter.
"Diese Zahlen zeigen, dass Europa in einer schweren Krise bei der Qualität der Arbeitsplätze steckt", fügte sie hinzu. "Das ist die direkte Folge davon, dass Regierungen und Arbeitgeber unsichere, schlecht bezahlte, nicht gewerkschaftlich organisierte Jobs fördern. Millionen Menschen bleiben so in prekärer Arbeit gefangen, ohne die Vorteile von Tarifverhandlungen, und sind unsicheren Arbeitsbedingungen ausgesetzt, darunter extreme Hitze."
"Politikerinnen und Politiker genießen ihre Sommerferien. Gleichzeitig bekämpfen Beschäftigte Waldbrände, arbeiten auf Feldern und in Lagerhallen bei Rekordhitze und haben keine Sicherheit, dass ihr Lohn für einen eigenen Urlaub reicht", sagte Lynch.
Urlaub im eigenen Land
Nach Angaben von Eurostat fanden im Jahr 2024 sieben von zehn Reisen europäischer Touristinnen und Touristen im eigenen Land statt.
Die höchsten Anteile an Inlandsreisen unter den Mitgliedstaaten verzeichneten 2024 Rumänien mit 90 Prozent, Spanien mit 88 Prozent sowie Frankreich, Portugal und Griechenland mit jeweils 85 Prozent.
Luxemburg mit 78, Belgien mit 62 und Malta mit 48 Prozent meldeten dagegen die höchsten Anteile an Auslandsreisen innerhalb der EU.
EU-Bürgerinnen und -Bürger blieben im Durchschnitt vier Nächte, wenn sie innerhalb der EU verreisten. Reisen außerhalb des EU-Raums dauerten im Schnitt acht Nächte.