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Steigende Preise: Europäer sparen bei Familienbesuchen und Arztterminen

In ganz Europa prägt finanzielle Unsicherheit zunehmend den Alltag. Energiearmut verschärft die Lage vieler Menschen weiter.
Europaweit gehört finanzielle Unsicherheit inzwischen dauerhaft zum Alltag vieler Menschen. Energiearmut verschärft ihre Verwundbarkeit zusätzlich. Copyright  Euronews
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Von Inês Trindade Pereira & video by Léa Becquet
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Steigende Preise für Sprit und Energie setzen vielen Europäern zu. Manche sparen radikal, verzichten laut Studie sogar auf Arztbesuche.

In ganz Europa wird finanzielle Unsicherheit zunehmend zu einem dauerhaften Bestandteil der Lebensrealität. Energiearmut verschärft die Situation vieler Menschen zusätzlich.

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Rund 29 Prozent der Europäer geben an, in prekären Verhältnissen zu leben. 73 Prozent fürchten laut einer jährlichen Umfrage von "Ipsos" und "Secours populaire français", die Treibstoffkosten bald nicht mehr tragen zu können.

Befragt wurden 10.000 Menschen ab 18 Jahren in Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, der Republik Moldau, Polen, Portugal, Rumänien, dem Vereinigten Königreich und Serbien.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und der Konflikt im Nahen Osten treiben die ohnehin steigenden Energie- und Treibstoffpreise in Europa weiter nach oben.

Nach neuen Angriffen auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus stieg der Preis für Brent-Öl am Mittwoch (9. September) auf über 100 Dollar je Barrel und blieb auch am Donnerstagmorgen auf diesem Niveau.

Unter den zehn untersuchten europäischen Ländern machen sich Griechinnen und Griechen, Italienerinnen und Italiener sowie Portugiesinnen und Portugiesen am meisten Sorgen um ihre Treibstoffausgaben.

In Portugal kletterten Benzin- und Dieselpreise am 7. September auf ein Rekordhoch. Es ist der stärkste Anstieg der Treibstoffpreise der vergangenen vier Jahre und der höchste Dieselpreis aller Zeiten.

Bewältigungsstrategien

Mehr als jeder dritte Europäer hat der Studie zufolge im vergangenen Jahr bei wichtigen Ausgaben wie Lebensmitteln oder Gesundheitsversorgung gespart, um Strom- oder Treibstoffrechnungen bezahlen zu können.

Menschen in der Republik Moldau und in Griechenland greifen bis zu drei Mal häufiger zu solchen Einschnitten als Menschen in Deutschland und im Vereinigten Königreich.

Wenn die Treibstoffkosten steigen, streichen viele zuerst den Urlaub. Danach folgen Besuche bei weiter entfernt lebenden Verwandten.

30 Prozent der Europäer verzichten inzwischen darauf, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, selbst wenn der Weg dadurch deutlich länger wird.

Besorgniserregend ist, dass 23 Prozent der Befragten aus Kostengründen bereits Arzttermine abgesagt haben.

Zudem greifen viele Europäer zu weiteren Strategien, um ihre Energierechnungen zu senken, etwa indem sie die Heizung herunterdrehen oder ganz abschalten und kalte Duschen nehmen.

Fast sieben von zehn Befragten haben mindestens eine Maßnahme ergriffen, um ihre Energierechnung zu senken. Etwas mehr als fünf von zehn geben an, gleich mehrere Maßnahmen umzusetzen.

So schalten etwa Befragte aus Frankreich und Griechenland am ehesten die Heizung in einzelnen Räumen aus, während Menschen in der Republik Moldau bestimmte Geräte gar nicht mehr nutzen.

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