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Gedankenexperiment warnt: KI löst bis 2028 sozialen und wirtschaftlichen Umbruch aus

Ein Gedankenexperiment warnt: Entlassungen durch KI können eine Spirale aus höherer Arbeitslosigkeit, sinkendem Konsum und sozialen Unruhen auslösen.
Ein Gedankenexperiment warnt: Entlassungen durch KI könnten eine Abwärtsspirale aus mehr Arbeitslosigkeit, sinkendem Konsum und sozialen Unruhen auslösen. Copyright  Canva
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Von Anna Desmarais
Zuerst veröffentlicht am
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Ein Szenario-Gedankenexperiment warnt: Entlassungen durch KI könnten eine Spirale aus höherer Arbeitslosigkeit, sinkendem Konsum und sozialen Unruhen auslösen.

Künstliche Intelligenz (KI) könnte schon bald menschliche Arbeit in einem Ausmaß und Tempo verdrängen, das die Gesellschaft überfordert. Das skizziert ein neues Szenario, das den Alltag im Jahr 2028 durchspielt.

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Die Autoren rechnen mit einer „globalen Intelligenzkrise“, die die Welt bis 2028 erfasst, weil hochqualifizierte Arbeit durch KI ersetzt wird.

James Van Geelen, Chef des US-Investmentforschungsunternehmens Citrini, und Alap Shah, ein KI-Unternehmer, verfassten das Papier in Form eines fiktiven Memos aus dem Juni 2028, das rückblickend schildert, wie die Krise eskalierte. (Quelle auf Englisch)

Sie gehen davon aus, dass die Entlassungen „wegen menschlicher Überflüssigkeit“ im Jahr 2026 einsetzten. Unternehmen setzten damals KI-Agenten ein, die Aufgaben ohne menschliche Kontrolle übernahmen.

Van Geelen und Shah verweisen auf die jüngsten Stellenstreichungen in der Techbranche: Amazon, Expedia und Pinterest kündigten im Januar Entlassungen mit KI-Bezug an. Fachleute haben zuvor jedoch betont, dass sich kaum eindeutig belegen lässt, ob Effizienzgewinne durch KI tatsächlich der Auslöser waren.

Stellenabbau im Technologiesektor löst einen Teufelskreis aus. Unternehmen investieren immer mehr in KI, die Modelle werden leistungsfähiger und liefern so die Begründung für weitere Entlassungen, schreiben die Autoren.

„Jedes einzelne Unternehmen handelte rational. Das Ergebnis in der Summe war katastrophal“, heißt es in dem Szenario.

Unternehmen mussten die neuesten Technologien übernehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ausgerechnet jene, die sich von KI am stärksten bedroht fühlten, wurden so zu deren eifrigsten Anwendern, erklären die Autoren.

Nach ihrer Darstellung wechseln verdrängte Angestellte in schlechter bezahlte Tätigkeiten und in handwerkliche Berufe. Die wenigen, die ihre Stelle behalten, müssen mit stagnierenden Löhnen leben. Bis Mitte 2027 rutscht die US-Wirtschaft in eine Rezession und bis 2028 steigt die Arbeitslosigkeit auf über zehn Prozent.

KI-Agenten

In dem Papier heißt es weiter, dass bis 2027 KI-Agenten im Hintergrund auf den Geräten der Menschen laufen. Sie schreiben sämtlichen Computercode, erledigen wochenlange Rechercheprojekte und optimieren, wie Nutzer ihr Geld ausgeben.

KI schafft in der neuen Wirtschaft zwar einige Jobs, etwa für Prompt-Engineers, Sicherheitsforscher oder Infrastrukturtechniker. Doch Dutzende andere Tätigkeiten werden überflüssig. Die neuen Stellen bringen zudem nur einen Bruchteil des früheren Gehalts ein, heißt es in dem Szenario.

Der Wechsel von Angestellten in schlechter bezahlte Jobs drückt die Löhne zusätzlich, weil das Angebot an Arbeitskräften stark steigt. Viele Haushalte greifen zu Kreditkarten oder an ihre Rentenersparnisse, um ihre Hypotheken bedienen zu können. Bis 2028 steuert die US-Wirtschaft damit auf eine neue Hypothekenkrise zu.

Um gegenzusteuern, müsse der Staat mehr Geld an die Haushalte auszahlen, obwohl er wegen der geringeren Löhne weniger Steuern einnimmt. Das könnte die Wirtschaft zusätzlich belasten, merken die Autoren an.

Die Autoren sagen zudem eine Bewegung „Occupy Silicon Valley“ voraus, angelehnt an die Wall-Street-Proteste der 2010er-Jahre. Im Mai 2028 blockieren Demonstrierende demnach wochenlang die Eingänge zu den Büros von Anthropic und OpenAI in San Francisco.

Van Geelen und Shah betonen, dass sich die Entwicklung nicht exakt so abspielen muss. Ihrer Ansicht nach verändert KI die Wirtschaft jedoch jetzt schon schneller, als Institutionen sich darauf einstellen können.

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