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#QuitGPT: Viraler Protest gegen ChatGPT wegen Deal mit dem Pentagon

Das Symbol der ChatGPT-App ist auf dem Bildschirm eines Smartphones zu sehen.
Das Symbol der ChatGPT-App ist auf dem Bildschirm eines Smartphones zu sehen. Copyright  Credit: AP Photo
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Von Theo Farrant
Zuerst veröffentlicht am
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Eine wachsende Protestbewegung fordert unter dem Namen #QuitGPT die Nutzer und Nutzerinnen der KI dazu auf, ChatGPT zu boykottieren und ihre Abonnements zu kündigen.

Nach der aufsehenerregenden Auseinandersetzung zwischen dem KI-Unternehmen Anthropic und dem US-Verteidigungsministerium geht eine Online-Kampagne viral, die die Nutzer und Nutzerinnen dazu auffordert, ChatGPT von OpenAI zu boykottieren.

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Die Bewegung mit dem Namen "QuitGPT" gibt an, mehr als 1,5 Millionen Menschen hätten bereits ihre Abonnements gekündigt, Boykottbotschaften in sozialen Medien geteilt oder sich über quitgpt.org angemeldet.

Der Protest richtet sich dagegen, dass Sam Altman von OpenAI einen Vertrag über den Einsatz seiner Modelle in geheimen US-Militärnetzwerken abgeschlossen hat.

Was hat den Protest ausgelöst?

In der vergangenen Woche erklärte der CEO von Anthropic, Dario Amodei, er könne der Bitte des Pentagons nach uneingeschränktem Zugang zu den KI-Systemen des Unternehmens "nicht mit gutem Gewissen nachkommen".

"Wir glauben, dass KI in einigen wenigen Fällen die demokratischen Werte eher untergraben als verteidigen kann", schrieb Amodei. "Einige Anwendungen liegen auch einfach außerhalb der Grenzen dessen, was die heutige Technologie sicher und zuverlässig leisten kann."

Anthropic - Hersteller des Chatbots Claude - ist das letzte große KI-Unternehmen, das seine Technologie noch nicht für ein neues internes Militärnetzwerk der US-Armee zur Verfügung gestellt hat.

Berichten zufolge hatte das US-Verteidigungsministerium Anthropic ein Ultimatum gestellt, um seine ethischen Restriktionen zu lockern. Anderfalls riskiere die Firma den Verlust eines Vertrags im Wert von 200 Millionen Dollar (167 Millionen Euro), der im Juli 2025 vergeben wurde, um "Prototypen von KI-Fähigkeiten zu entwickeln, die die nationale Sicherheit der USA verbessern".

Stunden nachdem die Verhandlungen zwischen Anthropic und der US-Regierung gescheitert waren, gab Sam Altman bekannt, dass OpenAI eine eigene Vereinbarung mit dem Pentagon getroffen hatte.

In einem Posting auf X vom 28. Februar erklärte Altman, sein Unternehmen werde seine "Modelle in ihrem geheimen Netzwerk einsetzen". Und weiter: "Bei all unseren Interaktionen hat das Verteidigungsministerium großen Respekt vor der Sicherheit gezeigt und den Wunsch, eine Partnerschaft einzugehen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen."

Die Ankündigung erfolgte kurz nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, er werde die Bundesbehörden anweisen, die Nutzung der Anthropic-Technologie "SOFORT" einzustellen.

Was sagt QuitGPT?

Die Boykottkampagne wirft OpenAI vor, den eigenen Profit über die öffentliche Sicherheit zu stellen.

In einer auf ihrer Website veröffentlichten Erklärung sagt QuitGPT: "Am 27. Februar weigerte sich ChatGPT-Konkurrent Anthropic, dem Pentagon uneingeschränkten Zugang zu seiner KI zu gewähren, um Amerikaner massenhaft zu überwachen oder KI-Waffen zu produzieren, die ohne menschliche Aufsicht töten."

Und in der Erklärung steht weiter: "Innerhalb weniger Stunden beeilte sich der CEO von ChatGPT, Sam Altman, und akzeptierte den korrupten Deal des Pentagons, der uns alle dem Risiko einer tödlichen KI aussetzt, nur um den Profit seines Unternehmens zu sichern. OpenAI stimmte zu, dass das Pentagon seine Technologie für "jeden rechtmäßigen Zweck" verwenden darf, einschließlich Killerrobotern und Massenüberwachung."

Sam Altman, CEO von OpenAI, auf dem KI-Gipfel in Neu-Delhi in Indien, am 19. Februar 2026.
Sam Altman, CEO von OpenAI, auf dem KI-Gipfel in Neu-Delhi in Indien, am 19. Februar 2026. AP PHOTO

QuitGPT argumentiert, dass viele Nutzer und Nutzerinnen fälschlicherweise glauben, ChatGPT sei der einzige brauchbare KI-Assistent. Die Protestbewegung fordert die Menschen dazu auf, die Plattform zu wechseln.

QuitGPT empfiehlt Alternativen mit höherem Datenschutz und Open-Source-Lösungen wie Confer, Alpine und Lumo sowie Konkurrenten von Unternehmen wie Gemini von Google und Claude von Anthropic.

Die Kampagne rät auch dringend von Grok ab, das auf der Plattform X von Elon Musk verfügbar ist. "Die Leute denken, ChatGPT sei der einzige Chatbot im Spiel", heißt es auf der Website. "Es ist an der Zeit, das zu ändern."

Die Organisation hat auch einen persönlichen Protest am 3. März in der OpenAI-Zentrale in San Francisco geplant.

Euronews hat QuitGPT und OpenAI um einen Kommentar gebeten und wird diesen Artikel aktualisieren, sobald eine Stellungnahme vorliegt.

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