Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Von KI-Agenten bis ins All: die wichtigsten Neuheiten auf Nvidias Jahreskonferenz

ARCHIV - Nvidia-Chef Jensen Huang spricht auf einer Nvidia-Konferenz zu Künstlicher Intelligenz in San Jose, Kalifornien, am Montag, 16. März 2026
ARCHIV: Nvidia-Chef Jensen Huang spricht auf einer Nvidia-Konferenz zu Künstlicher Intelligenz in San Jose, Kalifornien, am 16. März 2026. Copyright  AP Photo/Godofredo A. Vásquez
Copyright AP Photo/Godofredo A. Vásquez
Von Anna Desmarais
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Fast drei Stunden lang sprach Nvidia-Chef Jensen Huang in Kalifornien. Er stellte neue Software vor, die autonome KI für Firmen, Raumfahrt und Robotaxis bringen soll.

Nvidia-Chef Jensen Huang hat auf der jährlichen Hausmesse des Konzerns im kalifornischen San Jose mehrere Durchbrüche bei Künstlicher Intelligenz (KI), autonomen Fahrzeugen und der Weltraum-IT vorgestellt.

WERBUNG
WERBUNG

Zu den Höhepunkten zählten NemoClaw, eine Open-Source-Plattform für KI-Agenten, das Space-one-Vera-Rubin-Modul, das KI direkt im Orbit ausführen kann, sowie eine neue Partnerschaft mit der europäischen Ridehailing-App Bolt, um autonome Fahrzeuge in Europa auszurollen.

Huang sprach von einer neuen Ära des Rechnens. Intelligente, schnelle und weitgehend autonome Systeme sollen aus der Cloud auf die Straße und bis ins All ziehen.

„NemoClaw“ bringt KI-Agenten in Unternehmen

Nvidia hat mit NemoClaw ein Open-Source-Werkzeug vorgestellt, mit dem Unternehmen KI-Agenten mit erweiterten Sicherheits- und Datenschutzfunktionen einsetzen können.

KI-Agenten sind selbstständig agierende Softwareprogramme, die Entscheidungen treffen und handeln, ohne dass Menschen eingreifen.

Das System NemoClaw basiert auf OpenClaw, einer KI-Assistenzsoftware des österreichischen Entwicklers Peter Steinberger.

Über OpenClaw erstellte Agenten verwalten Kalender, buchen Flüge oder unterhalten sich auf einer eigenen sozialen Plattform. Die Software treibt auch MoltBook an, ein umstrittenes soziales Netzwerk, auf dem Bots ohne menschliche Beteiligung miteinander interagieren – obwohl einige Studien bezweifeln, dass diese KI-Systeme wirklich vollständig autonom sind.

Huang räumte ein, dass OpenClaw bislang Zugriff auf sensible Informationen hatte, darunter Mitarbeiter- und Finanzdaten, die zwischen Agenten geteilt werden konnten. Nvidia habe gemeinsam mit Steinberger ein sichereres Modell für Unternehmen entwickelt.

„Man kann es herunterladen, damit experimentieren und es mit den Regelwerken ... aller Unternehmen weltweit verbinden“, sagte Huang.

OpenClaw habe die KI-Branche „tiefgreifend“ beeinflusst, so Huang. Er nannte es das populärste Open-Source-Projekt „in der Geschichte der Menschheit“.

„Die Tragweite ist unglaublich“, sagte Huang. „Jedes einzelne Unternehmen weltweit braucht heute eine OpenClaw-Strategie. Das ist der neue Computer.“

Steinberger ist kürzlich zu OpenAI gewechselt, um „einen Agenten zu bauen, den sogar meine Mutter nutzen kann“. Seine Software soll jedoch als Open Source unter dem Dach einer Stiftung bestehen bleiben.

Nvidia entwickelt Computer für den Weltraum

Er stellte das Space-one-Vera-Rubin-Modul vor, eine Kombination aus Grafikprozessor (GPU) und Rechner, die Weltraum-Rechenzentren antreiben soll.

Nach Unternehmensangaben liefert das Modell bis zu 25-mal so viel Rechenleistung wie andere Nvidia-Chips, wodurch sich anspruchsvolle KI-Aufgaben aus dem All erledigen lassen sollen, hieß es in einer Pressemitteilung (Quelle auf Englisch) nach Huangs Grundsatzrede.

Die zusätzliche Leistung erlaubt komplexere Aufgaben direkt im Orbit, etwa das Ausführen großer Sprachmodelle (LLMs), die für das Training von KI-Systemen nötig sind.

Space-one Vera Rubin soll außerdem Daten von Instrumenten im All sofort an Bord verarbeiten können, ohne sie erst zur Erde funken zu müssen, erklärte Nvidia.

Allerdings sei der Bau von Rechenzentren im All weiterhin „sehr kompliziert“, betonte Huang. Vor allem die Kühlung der dort arbeitenden Computer bleibe eine große Hürde.

Er verwies außerdem auf weitere weltraumtaugliche Systeme wie die Robotikplattform IGX Thor, die inzwischen strahlungszertifiziert ist. Sie unterstützt KI in Echtzeit, Sicherheitsfunktionen und autonome Abläufe, sodass Satelliten ihre gesammelten Daten direkt an Bord auswerten können.

Einen Veröffentlichungstermin für Space-one Vera Rubin nannte Nvidia nicht. Das System werde „zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar“ sein.

Nvidia und Bolt bringen autonome Fahrzeuge nach Europa

Am Rande der GTC gab Nvidia außerdem eine Partnerschaft mit der Fahrdienst-App Bolt bekannt. Gemeinsam wollen beide Unternehmen autonome Fahrzeuge in Europa hochskalieren.

Bolt erhält Zugang zu Nvidias Robotaxi-Plattform der Stufe vier, die ohne menschliches Eingreifen fahren kann. Die Technik wertet Sensordaten aus Lidar, Kameras und Radarsystemen aus und interpretiert die Verkehrssituation in Echtzeit. Bolt will darüber hinaus Nvidia-KI nutzen, um unterschiedliche Fahrweisen auf europäischen Straßen zu simulieren.

Die Kooperation solle ein „von Europa geführtes Angebot für autonome Mobilität schaffen, das unseren Kontinent an der Spitze der Mobilitätsinnovationen hält und zugleich die volle Kontrolle über unsere Daten und Technologien wahrt“, erklärte Jevgeni Kabanov, Präsident und Leiter des Bereichs Autonomes Fahren bei Bolt.

Bolt hat bereits Kooperationen zu autonomen Fahrzeugen mit Pony.AI (Quelle auf Englisch), einem chinesischen Selbstfahr-Unternehmen, und dem niederländischen Autokonzern Stellantis (Quelle auf Englisch) geschlossen; europäische Testfahrten sind für 2026 geplant. Bis 2035 will Bolt nach eigenen Angaben 100.000 autonome Fahrzeuge in seinem Netzwerk einsetzen.

Außerdem nannte Huang weitere Partner für Nvidias Robotaxi-Plattform, darunter die Autohersteller BYD, Hyundai, Nissan und Geely. Er verwies auch auf eine ähnliche Kooperation mit Uber, das robotaxi-taugliche Fahrzeuge in sein Netzwerk integrieren will.

„Der ChatGPT-Moment des Autofahrens ist da“, sagte Huang. „Wir wissen jetzt, dass wir Autos zuverlässig autonom fahren lassen können.“

Die Ankündigung von Bolt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem auch andere Anbieter an autonomen Fahrzeugen arbeiten. Dazu gehören die Fahrdienst-App Uber, der deutsche Hersteller Volkswagen (Quelle auf Englisch) und das auf autonomes Fahren spezialisierte Unternehmen WeRide (Quelle auf Englisch), die in mehreren europäischen Städten Pilotprojekte planen oder bereits gestartet haben.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Studie: Schädliche Chemikalien in beliebten Kopfhörern in ganz Europa

Von KI-Agenten bis ins All: die wichtigsten Neuheiten auf Nvidias Jahreskonferenz

Eine Pocket Cinema Camera: Das Innenleben des X300 Ultra von Vivo